Dragos Industrial Ransomware-Analyse Q2 2024 Eskalierende Ransomware-Bedrohungen für die Industrie

Von Peter Schmitz 2 min Lesedauer

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Ransomware bleibt 2024 eine massive Bedrohung für Industrie­unternehmen, trotz Erfolgen im Kampf gegen Gruppen wie Lockbit und BlackCat. Im zweiten Quartal 2024 haben sich die Angriffe fast verdoppelt.

Ransomware-Angriffe auf Industrieunternehmen verdoppeln sich gegenüber dem ersten Quartal 2024 trotz internationaler Erfolge im Kampf gegen Cybercrime-Gruppen wie Lockbit.(Bild:  zephyr_p - stock.adobe.com)
Ransomware-Angriffe auf Industrieunternehmen verdoppeln sich gegenüber dem ersten Quartal 2024 trotz internationaler Erfolge im Kampf gegen Cybercrime-Gruppen wie Lockbit.
(Bild: zephyr_p - stock.adobe.com)

Ransomware ist auch im zweiten Quartal 2024 (April-Juni) nach wie vor die größte Gefahr für die Cybersicherheit, der Industrieunternehmen weltweit ausgesetzt sind. Trotz des Rückgangs der Ransomware-Angriffe im ersten Quartal 2024 (Januar - März), bei der die intensive Zusammenarbeit internationaler Sicherheitsbehörden Erfolge im Kampf gegen die Cyberkriminalität erzielen konnten, hat sich die Zahl der Ransomware-Angriffe im zweiten Quartal 2024 im Vergleich zum ersten Quartal fast verdoppelt. Nach der erfolgreichen Zerschlagung bekannter Ransomware-Gruppen wie „Lockbit“ und „BlackCat“ ist es umso bemerkenswerter, dass trotz der erfolgreichen Strafverfolgungsmaßnahmen im zweiten Quartal ein derartiger Anstieg zu verzeichnen war, der auch leicht über der Entwicklung des Vorjahreszeitraums lag. Das sind Ergebnisse der Dragos Industrial Ransomware-Analyse für das 2. Quartal 2024.

Ransomware-Gruppen richten ihre Strategien neu aus

Im 2. Quartal 2024 zeigten Ransomware-Gruppen eine beachtliche Widerstands- und Anpassungsfähigkeit. Die Ransomware-Gruppe „Royal Ransomware“ nannten sich in „BlackSuit“ um, was ihre strategische Neuausrichtung widerspiegelt, mit verbesserten Fähigkeiten wie einer ausgefeilteren Verschlüsselung sowie Taktiken für laterale Bewegungen. Auf ähnliche Weise hat sich „Knight ransomware“ in „RansomHub“ umbenannt. Von den 86 Ransomware-Gruppen, die für ihre Angriffe auf Industrieunternehmen bekannt sind, waren 29 im zweiten Quartal aktiv, verglichen mit 22 Ransomware-Gruppen im ersten Quartal 2024.

Diese Zunahme der Aktivitäten hat die Auswirkungen der Ransomware-Operationen auf ein neues Niveau gehoben und zu erheblichen Betriebsstörungen bei Industrieunternehmen geführt. Gruppen wie BlackSuit und RansomHub haben ihre Strategien und Verfahren weiterentwickelt, indem sie fortgeschrittene Fähigkeiten wie ausgefeiltere Verschlüsselung, bessere Methoden zur lateralen Bewegung innerhalb von Netzwerken und wirksamere Umgehung von Erkennungsmechanismen eingesetz haben.

Aktuelle Ransomware-Trends, Muster und Beobachtungen

Die Industriebranche ist aufgrund ihrer kritischen Betriebsabläufe weiterhin ein beliebtes Ziel für Hacktivisten. Diese Ransomware-Angriffe sind besonders besorgniserregend, weil die Auswirkungen über die finanziellen Verluste hinausgehen und das Leben von Menschen direkt beeinträchtigen.

Obwohl Dragos bisher keine Ransomware-Angriffe direkt auf industrielle Kontrollsysteme (ICS) oder Betriebstechnologien (OT) identifizieren konnte, haben Ransomware-Gruppen bereits IT-Systeme von Industrieunternehmen ins Visier genommen und gestört. Dabei entwickeln sie zunehmend eigene Ransomware-Tools. Die daraus resultierenden Störungen für OT-Netze ergeben sich aus der zunehmenden Verflechtung von OT- und IT-Systemen.

Die Ransomware-Landschaft zeigt zudem eine Eskalation, die über die traditionelle Cyberkriminalität hinausgeht. Politisch und ideologisch motivierte regierungsnahe Gruppen verwenden inzwischen Ransomware-Taktiken, wodurch sich das von Ransomware ausgehende Risiko weiter verschärft. Diese Vermischung von ideologischen und finanziellen Motiven zeigt der Fall des „Ikaruz Red Team“, das Berichten zufolge Ransomware für Angriffe auf kritische Infrastrukturen auf den Philippinen verwendet hat.

Ausblick auf den Rest des Jahres 2024

Dragos überwacht kontinuierlich Ransomware-Varianten, die weltweit gegen Industrieunternehmen eingesetzt werden, und sammelt Informationen aus öffentlichen Berichten sowie Daten, die im Darknet erscheinen oder dort hochgeladen werden.

Mit einer gewissen Vorsicht prognostiziert Dragos, dass sich die Bedrohungslandschaft durch Ransomware weiterentwickeln wird, geprägt von der Einführung neuer Varianten und zunehmend koordinierten Kampagnen gegen Industriesektoren. Trotz umfangreicher Strafverfolgungsmaßnahmen lassen die beobachtete Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Ransomware-Gruppen darauf schließen, dass dieser Trend anhalten wird.

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