Advanced Persistent Threats - Teil 2

Schutz vor zielgerichteten Angriffen

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Mittlerweile haben auch andere „klassische“ Sicherheitsanbieter nachgezogen. Ihre Lösungen zum Schutz vor zielgerichteten Angriffen beruhen auf der individuellen Expertise und sind daher mehr oder weniger vollständig.

Trend Micro

Die wohl umfassendste Lösung liefert Trend Micro mit Deep Discovery. Der Deep Discovery Inspector, das Tool zum Aufspüren von Bedrohungen, funktioniert wie ein Sniffer auf einem Mirror Port des Backbone Switch, sodass er den gesamten Netzverkehr und die Kommunikation der Clients untereinander mitbekommt. Trend Micro nutzt dabei die langjährige Expertise mit Antimalware-Produkten und setzt als erste Instanz die Threat Scan Engines zum Aufspüren von Malware (Viren, Netzwerkwürmer, Phishing, Makroviren u.a.) ein, die auch in den anderen Produkten des Herstellers zum Einsatz kommen. Zur Erkennung etwa von Exploits dient das heuristische Scanning auf der Basis von Regeln. Zudem steht dem Inspector der enorme Fundus an Informationen aus den Reputationsdatenbanken des Smart Protection Network zur Verfügung.

Der Anbieter sieht diese Vorgehensweise als ein Alleinstellungsmerkmal, denn damit soll bereits ein Großteil der Bedrohungen erkannt werden, und die Sandbox nur als allerletztes Mittel zum Einsatz kommen, um Leistung und vor allem Zeit zu sparen, gerade wenn es um Kommunikation über HTTP oder Peer-to-Peer-Protokolle geht. Über einstellbare Schwellenwerte können Anwender entscheiden, wann Daten verdächtig sind, sodass sie in die Sandbox geschickt werden.

Zusätzlich beziehungsweise alternativ zu den Standard-Sandboxen, die der Hersteller mitliefert, können Anwender auch ihre eigenen Images importieren. Ein Vorteil dieses Ansatzes besteht laut Firmenaussagen darin, dass Schadsoftware neben den üblichen, auch „unverdächtigen“ Methoden etwa beim Prüfen von Windows-Keys nicht feststellen kann, dass sie in einer Sandbox läuft. Zudem beziehen sich die von der Sandbox ausgegebenen Meldungen tatsächlich nur auf die spezifische Produktionsumgebung des Anwenders.

Auch der japanische Hersteller hat seine Lösung erweitert und sich mit Broadweb Expertise im IDS / IPS-Bereich hinzugekauft, in erster Linie bezüglich IPS-Signaturen. Zudem gibt es seit Kurzem den Deep Discovery Endpoint Sensor, der die Verbindung zwischen der Netzwerk- und Endpunktsicht übernimmt. Es ist ein leichtgewichtiger Client, der wichtige Aktivitäten und die Kommunikation auf Kernel-Ebene auf den Endpunkten überwacht und Informationen zu spezifischer Schadsoftware, Registry-Aktivitäten, laufenden Prozessen und mehr liefert. Auch ist es damit möglich, schnell wirksame Maßnahmen zu implementieren, um Endpunkte zu schützen und den Rest des Netzes zu immunisieren.

Für die forensische Analyse lässt sich der Deep Discovery Analyzer einsetzen, über den sich die Sandbox-Analysen der anderen Komponenten zentralisieren und auch weitere Produkte einbinden lassen. Trend Micro ist Partnerschaften mit SIEM-Herstellern wie HP Tipping Point eingegangen, wobei die Informationen aus dem HP-System auch wieder an Deep Discovery zurückfließen können.

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