Malware Shai-Hulud-Wurm kompromittiert mehr als 400 npm-Pakete

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Eine neue Variante der Schadsoftware Shai-Hulud breitet sich laut JFrog Security Research über die npm‑Registry aus. Ausgangspunkt sind die weit verbreiteten Bibliotheken keyv, cacheable und die zugehörige @cacheable-Paketfamilie. Nach Angaben der Forscher sind bereits mehr als 400 Pakete in über 1.700 Versionen betroffen.

Laut JFrog verbreitet sich Shai-Hulud über manipulierte npm-Pakete und gestohlene Zugangstokens automatisiert weiter. Betroffen sind bereits mehr als 400 Pakete in über 1.700 Versionen.(Bild:  KI-generiert)
Laut JFrog verbreitet sich Shai-Hulud über manipulierte npm-Pakete und gestohlene Zugangstokens automatisiert weiter. Betroffen sind bereits mehr als 400 Pakete in über 1.700 Versionen.
(Bild: KI-generiert)

Anders als bei Angriffen auf einzelne, fest definierte Pakete ist die Verbreitung laut JFrog nicht auf eine statische Liste begrenzt. Sobald die Schadsoftware Zugriff auf einen npm-Token mit weitreichenden Schreibrechten erhält, kann sie weitere Pakete desselben Herausgebers manipulieren und neue infizierte Versionen veröffentlichen.

Die Angreifer nutzen damit die Abhängigkeiten moderner Open-Source-Software aus. Besonders relevant ist keyv, da die Bibliothek als transitive Abhängigkeit in zahlreichen Tools und Projekten vorkommt. Teams können dadurch betroffen sein, ohne die kompromittierte Bibliothek direkt eingebunden zu haben.

Zugangsdaten aus CI, Cloud und Kubernetes im Fokus

Die von JFrog analysierte Variante sammelt laut dem JFrog-Bericht Geheimnisse und Zugangsdaten aus lokalen Entwicklungsumgebungen, CI-Systemen, Cloud-Diensten, Kubernetes-Umgebungen und Vault-Installationen. Die erbeuteten Informationen werden verschlüsselt über dynamische HTTPS-Endpunkte oder eigens angelegte öffentliche GitHub-Repositories übertragen. Mit gestohlenen npm-Zugangsdaten soll der Wurm weitere infizierte Paketversionen veröffentlichen. Zusätzlich nutzt er GitHub-Zugangsdaten und GitHub Actions, um weitere Repositories zu kompromittieren und zusätzliche Credentials abzugreifen.

Besonders kritisch ist laut JFrog die Verankerung in Entwicklungsworkflows. Der Wurm soll Dateien in erreichbaren GitHub-Branches hinterlegen. Dadurch könne bereits das Öffnen eines infizierten Repositorys in Visual Studio Code oder der Start einer Claude-Sitzung im Repository ausreichen, um Schadcode auszuführen. Die Forscher sehen darin ein Beispiel für Angriffe auf die Software-Lieferkette, bei denen nicht nur Build-Pipelines oder Paketmanager, sondern auch lokale Entwicklerumgebungen und KI-gestützte Coding-Workflows betroffen sein können.

npm 12 reduziert einen Verbreitungsweg

Nach Angaben von JFrog wird ab npm 12 die Ausführung von preinstall-Lifecycle-Hooks standardmäßig unterbunden. Systeme mit dieser Version sollen über diesen spezifischen Verbreitungsweg nicht infiziert werden. Die Untersuchung weiterer Angriffspfade und betroffener Pakete läuft jedoch weiter.

JFrog empfiehlt Organisationen, die eine kompromittierte Paketversion installiert haben, ihre Umgebung als potenziell betroffen zu behandeln. Statt einzelne Artefakte zu bereinigen, sollten Systeme aus sauberen Images neu aufgebaut werden. Außerdem raten die Forscher dazu, alle erreichbaren Zugangsdaten, Tokens und Secrets zu widerrufen und zu erneuern.

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