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Update für iPhone und iPad Sicherheit in iOS 11

| Autor / Redakteur: Moritz Jäger / Peter Schmitz

Mit iOS 11 erweitert Apple die Sicherheitsfunktionen um zwei clevere Features. Zum einen lässt sich nun Touch ID schnell abschalten und die Eingabe des Passcodes erzwingen. Zum zweiten bekommen die Geräte einen SOS-Modus, der schnell einen Notruf absetzen kann. Außerdem erfordert das Verbinden mit einem PC jetzt auch auf dem iOS-Gerät die Eingabe des Sperrcodes.

iOS bringt neue Funktionen, dabei sind zwei für die Sicherheit interessant.
iOS bringt neue Funktionen, dabei sind zwei für die Sicherheit interessant.
(Bild: Apple)

Die neue Entsperrfunktion Face ID mag dem iPhone X vorbehalten sein, doch iOS 11 bringt zwei neue Sicherheitsfunktionen für alle Apple-Produkte. Die große Neuerung ist dabei ein Schutz gegen unbefugte Zugriffe. Das gilt zum Beispiel dafür, wenn ein entsperrtes Gerät an einen Computer angeschlossen wird. Aktuell reicht es, ein iDevice zu entsperren und den Zugriff zu bestätigen. Mit iOS 11 muss der Nutzer diesen Zugriff durch Eingabe des Sperrcodes zusätzlich freigeben. Das bedeutet beispielsweise, dass sich ein per Fingerabdruck oder Gesichtsscan entsperrtes iPhone nicht einfach bei einer Grenzkontrolle in einem Hinterzimmer auslesen lässt.

Eine andere Sicherheitsfunktion ist der SOS-Modus. Dieser war bislang der Apple Watch vorbehalten, nun kommt er ins iPhone. Tippt man fünfmal die Power-Taste, startet eine SOS-Funktion.

Durch Aufruf dieser Notruffunktion lässt sich in iOS 11 auch Touch ID schnell deaktivieren. Bricht man die Notruffunktion nach fünfmaligem Tippen auf die Power-Taste direkt wieder ab, ist anschließend ein Entsperren des Gerätes nur möglich, wenn das Passwort eingegeben wird. Die Idee dahinter ist, dass ein Passwort rechtlich gesehen einen höheren Schutz hat als ein Fingerabdruck (und sich hoffentlich schwerer erraten lässt).

Datenschutzvereinigungen wie die EFF loben diese neuen Funktionen. Die Funktionen seien zwar nicht primär gegen Polizei und andere Behörden gerichtet, allerdings helfe eine solche unverdächtige Funktion auch bei einer Demonstration oder ähnlichem. Die EFF wäre nach eigenen Angeben froh, wenn mehr Hersteller diesem Beispiel folgen würden.

Problem für Forensiker

Die Änderungen in der Vertrauensfunktion wird eine große Hürde für jeden, darstellen, der eine forensische Untersuchung eines iOS 11 Gerätes durchführen will. Normalerweise gehört dazu, dass der Speicher auf die Arbeitsumgebung des Experten kopiert wird. Laut der Firma Elcomsoft – bekannt für solche Werkzeuge – ist dies nun deutlich komplizierter. Um ein Gerät mit iOS 11 mit einem PC zu verbinden, muss man nicht nur wie bisher das Gerät entsperren und bestätigen, dass man dem zu verbindenden Computer vertraut, sondern muss zudem in einem weiteren Schritt den Sperrcode des Geräts eingeben.

Selbst wenn sich das Entsperren des Geräts mittels Touch ID oder Face ID erzwingen lässt, ist eine forensische Datensicherung des Geräts ohne Kenntnis des Sperrcodes so nicht mehr ohne weiteres durchführbar. Zwar lassen sich die Informationen manuell auf dem Telefon ansehen, der Zugriff auf die SQLite-Datenbanken, die etwa gelöschte Nachrichten enthalten können, ist nun deutlich schwerer.

Fazit

Beim Thema Sicherheit ist iOS mit Secure Boot, weitreichender Verschlüsselung, einer Secure Enclave im Chip und vielen anderen iOS-Security-Funktionen(pdf, iOS 10 Security-Guide) schon sehr weit. Auf den ersten Blick hat sich hier in iOS 11 wenig Neues getan. Die neuen Funktionen haben es aber durchaus in sich. Bislang ließ sich Touch ID nur umständlich deaktivieren, nun kann man die Funktion etwa bequem kurzfristig abschalten, wenn man eine Landesgrenzen passiert. Das neue Update wird ab dem 19. September 2017 verteilt.

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Über den Autor

 Moritz Jäger

Moritz Jäger

IT Journalist