Wenn ein neueres Betriebssystem noch keine Option ist

Sicherheitsrisiken von Windows XP entschärfen

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6. Anwendungen, Dienste und Ports einschränken oder sperren

Auf XP-Systemen, auf denen ältere Anwendungen laufen, muss in den meisten Fällen nicht die gesamte installierte Software aktiviert sein. Das Entfernen ungenutzter Drittanbieter-Software und das Deaktivieren unnötiger Dienste wie Remotezugriff, Remoteregistrierung, Dateifreigabe, Telnet etc. kann die Angriffsfläche verringern.

Wenn man die Nutzung von USB-Ports und CD/DVD-Laufwerken einschränkt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass beliebig ausführbare Codes auf XP-Systeme gelangen. Zusätzlich geschützt wird die XP-Umgebung, wenn man dafür sorgt, dass nur diejenigen Netzwerk-Ports geöffnet sind, die von den Legacy-Anwendungen benötigt werden.

7. Gezielte Vorbereitung auf künftige XP-Exploits

Falls sich doch ein Exploit für eine XP-Schwachstelle verbreitet, sollte man auf die Bewältigung dieses Risikos vorbereitet sein. Dabei sind vordefinierte Pläne und Prozesse von entscheidender Bedeutung. NAC-Lösungen der neuesten Generation können bei der Isolierung anfälliger Systeme helfen. Sie werden so lange unter Quarantäne gestellt, bis andere Schritte zur Problembehebung eingeleitet werden können.

8. Entwicklung einer Migrationsstrategie

Das Risiko der XP-Nutzung lässt sich auf ein akzeptables Niveau reduzieren. Trotzdem sollte die Migration auf neuere OS-Versionen schnellstmöglich erfolgen, damit die Sicherheit der Endgeräteumgebung gewahrt bleibt. Der erste Schritt könnte darin bestehen, XP in einer virtuellen Umgebung zu betreiben.

Das beseitigt zwar nicht die grundlegenden Anfälligkeiten; doch wenn jede virtuelle Maschine auf eine bestimmte Anwendung beschränkt wird, die Netzwerkverbindungen dieser VMs eingeschränkt werden und die VM-Sitzungen bei jedem Zugriff in einen bekannt guten Zustand zurückversetzt werden, wird der potenzielle Schaden durch einen Angriff eingedämmt.

Im Lauf der Zeit werden allerdings auch immer weniger Drittanbieter-Programme und Sicherheitsanwendungen XP unterstützen, und dann bleibt nur noch die Option, Legacy-Anwendungen, die unter XP laufen, aus dem Verkehr zu ziehen beziehungsweise zu ersetzen und auf neuere Betriebssysteme umzusteigen.

Den meisten Schätzungen zufolge ist Windows XP nach Windows 7 immer noch das zweitbeliebteste Betriebssystem weltweit und auf 10% bis 20% aller Endgeräte installiert. Im Gesundheitswesen und in der Versorgungswirtschaft ist XP sogar noch stärker verbreitet. Auch die Mehrzahl der Geldautomaten laufen mit Windows XP.

Die meisten IT-Organisationen, die XP noch im Einsatz haben, sind sich bewusst, dass die Risiken im Lauf der Zeit zunehmen werden und der Umstieg auf neuere Betriebssysteme irgendwann unausweichlich wird. Bis dahin können die Gefahren im Zusammenhang mit der Windows-XP-Umgebung jedoch reduziert werden, indem man mithilfe einer NAC-Lösung die oben beschriebenen Sicherheitsmaßnahmen einhält.

Über den Autor

Markus Auer ist Regional Sales Director DACH bei ForeScout Technologies.

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