Studie zu Web-Security Sicherheitsrisiko Fehlalarm

Autor: Sarah Böttcher

Obwohl die Zahl der Cyber-Angriffe weiter steigt, schalten Unternehmen ihre Security-Tools häufig ab oder lassen sie im Monitoring-Modus laufen, aus Angst vor Fehlalarmen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie im Auftrag des Plattformanbieters Fastly.

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Fehlalarme stellen in Unternehmen ein Sicherheitsrisiko dar.
Fehlalarme stellen in Unternehmen ein Sicherheitsrisiko dar.
(Bild: tetxu – stock.adobe.com)

Mit durchschnittlich elf Tools und zwei Millionen Euro schützen Unternehmen jährlich ihre Webanwendungen und APIs, so die Ergebnisse der Studie „Der Wendepunkt bei Webanwendungen und API-Sicherheit“ der Enterprise Strategie Group (ESG), die im Auftrag des Plattformanbieters Fastly durchgeführt wurde. Trotz dieser Investitionen verursachen diese Tools der Studie zufolge oft mehr Probleme, als sie lösen. Demzufolge seien die von den Sicherheitslösungen generierten False Positives ein ebenso großes Problem wie erfolgreiche Angriffe auf die Sicherheit. Laut den Studienergebnissen werden fast die Hälfte aller Security-Warnungen durch harmlose Geschäftsaktivitäten verursacht. 75 Prozent der Unternehmen wenden für sie mindestens genauso viel Zeit auf wie für tatsächliche Angriffe.

Den Marktforschern von ESG zufolge decken die Studienergebnisse den dringenden Bedarf an einem einheitlichen und vereinfachten Sicherheitskonzept auf. Befragte Unternehmen waren in den letzten zwölf Monaten durchschnittlich 60 erfolgreichen Angriffen ausgesetzt. Trotz dieser Bedrohungen schalteten 91 Prozent davon ihre Tools ab oder ließen diese im Logging- oder Monitoring-Modus laufen, weil sie Angst vor Fehlalarmen hatten. 82 Prozent derjenigen, die Tools deaktivierten, taten dies weniger als einen Monat nach der Implementierung. Wenn Fehlalarme vermieden werden könnten, würden 92 Prozent der Befragten es vorziehen, ihre Security Tools im Blocking-Modus zu betreiben.

Komplexität steigt

Die Hälfte der Unternehmen gibt an, dass die Sicherheit von Webanwendungen und APIs schwieriger ist als noch vor zwei Jahren. Wesentliche Gründe dafür sind die Verlagerung zu öffentlichen Cloud-Diensten und API-zentrierten Anwendungen. 64 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass in den nächsten zwei Jahren die meisten oder alle ihrer Anwendungen APIs nutzen werden und machen sich Sorgen über Schwachstellen, Malware und Datenexfiltration, die auf diese Endpunkte abzielen. Während 93 Prozent der Befragten planen, eine konsolidierte Sicherheitslösung von einem einzigen Anbieter zu nutzen, tut dies derzeit lediglich 1 Prozent.

„Eine der größten Sicherheitsherausforderungen, die wir heute sehen, ist, dass sich die Technologien schnell weiterentwickeln, um die wachsende Nachfrage nach digitalen Angeboten besser bedienen zu können. Die Sicherheitslösungen, die diese Technologien schützen, erleben jedoch nicht den gleichen Wandel und erodieren oft die Vorteile moderner Technologie-Stacks“, sagt Kelly Shortridge, Senior Principal Technologist bei Fastly. „Sicherheitstools sollten Innovationen vorantreiben, verlässlichen Support bieten und Erkenntnisse über Bedrohungen zusammenführen, anstatt Build-Zyklen zu verlangsamen und unzusammenhängende Daten zu produzieren, auf die nicht reagiert werden kann.“

Über die Studie

Um Daten für diesen Bericht zu sammeln, führte ESG eine umfassende Online-Umfrage unter Fachleuten aus den Bereichen Informationssicherheit und IT aus 500 Unternehmen weltweit durch, die mit den Praktiken der Anwendungsentwicklung in ihrem Unternehmen vertraut und beim Einkauf von Sicherheitslösungen beteiligt sind (61 %). Die Umfrage umfasste auch Entwickler, Engineering und DevOps-Führungskräfte, die Anwendungen für ihr Unternehmen entwickeln und bereitstellen (39 %). Die Befragten verteilten sich auf Nordamerika (41 %), Europa (30 %) und Asien-Pazifik und Japan (29 %). Die Teilnehmer arbeiten in Unternehmen mit 10 oder mehr Mitarbeitern. Im Einzelnen sind 10 Prozent der Befragten in kleinen Organisationen (Organisationen mit 10 bis 499 Mitarbeitern), 15 Prozent in mittleren Organisationen (Organisationen mit 500 bis 999 Mitarbeitern) und 75 Prozent in Enterprise- Organisationen (Organisationen mit 1.000 oder mehr Mitarbeitern) angestellt. Die Befragten stammen aus zahlreichen industriellen und staatlichen Bereichen, wobei die größte Beteiligung aus den Bereichen Fertigung (23 %), Finanzdienstleistungen (14 %), Einzelhandel/Großhandel (14 %), Technologie (11 %), Gesundheitswesen (8 %) und Kommunikation (8 %) kommt. Die Umfrage wurde zwischen dem 17. und dem 31. März 2021 durchgeführt.

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Über den Autor

 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin bei IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien