Security-Prozesse automatisieren Sieben Tipps für mehr IT-Sicherheit durch Prozessorchestrierung

Ein Gastbeitrag von Daniel Meyer 4 min Lesedauer

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Die wachsende Zahl raffinierter Cyberangriffe überlastet Sicherheitsteams und verlängert Reaktionszeiten. Prozessorchestrierung automatisiert Inci­dent Response, Threat Intelligence, Patch-Management und Com­pli­ance-Prozesse, reduziert Fehlalarme und entlastet Teams – so lassen sich Bedrohungen präziser abwehren und Risiken schneller minimieren.

Wir geben sieben Tipps, wie Verantwortliche durch Prozessorchestrierung und Automatisierung Sicherheits­maßnahmen effizienter gestalten und Cyberangriffe abwehren.(Bild: ©  Irina Shi - stock.adobe.com)
Wir geben sieben Tipps, wie Verantwortliche durch Prozessorchestrierung und Automatisierung Sicherheits­maßnahmen effizienter gestalten und Cyberangriffe abwehren.
(Bild: © Irina Shi - stock.adobe.com)

Die Anzahl der Cyberangriffe nimmt stetig zu, und die Herausforderungen an Sicherheitsteams werden nicht kleiner, wie Bitkom erst kürzlich erneut betonte. Hier kann Prozessorchestrierung und Automatisierung einen entscheidenden Vorteil bieten. Die Technologie ermöglicht Unternehmen, Bedrohungen schneller, präziser und gezielter zu identifizieren und entsprechend zu reagieren.

Doch warum ist Prozessorchestrierung so entscheidend? Diese sieben zentralen Anwendungsbereiche zeigen, von welchen Vorteilen Sicherheitsteams durch Prozessorchestrierung profitieren – von der schnellen Reaktion auf Sicherheitsvorfälle über die Einhaltung von Compliance-Vorgaben bis hin zur Integration künstlicher Intelligenz (KI) in Sicherheitsprozesse.

1. Automatisierung verringert die Reaktionszeit auf Sicherheitsvorfälle

Zeit ist der entscheidende Faktor, wenn Unternehmen auf Cyberangriffe reagieren müssen. Jede Verzögerung kann zu einem erhöhten Schaden führen. Mithilfe von Prozessorchestrierung lassen sich Reaktionszeiten minimieren, da zentrale Aufgaben wie die Analyse von Warnmeldungen, die Beweissicherung und die Eindämmung von Bedrohungen automatisiert erfolgen.

Ein praktisches Beispiel hierfür ist die Bearbeitung von Phishing-Webseiten: Anstatt Wochen benötigen gut orchestrierte Prozesse nur noch Stunden, um betrügerische Webseiten zu identifizieren, zu melden und abzuschalten. Die Automatisierung sorgt nicht nur für deutlich höhere Geschwindigkeit, sondern reduziert auch die Anzahl menschlicher Fehler, die bei manuellen Abläufen häufiger auftreten. Indem alle Abläufe genau nachvollziehbar und transparent sind, können regulatorische Vorgaben deutlich leichter eingehalten werden.

Zu guter Letzt gewinnen Sicherheitsteams durch automatisierte, sich wiederholende Aufgaben wertvolle Zeit und können sich so auf strategische Maßnahmen konzentrieren und die IT-Sicherheit insgesamt stärken.

2. Bedrohungen richtig einschätzen

Um Cyberangriffe effektiv zu verhindern und zu bekämpfen, braucht es ein tiefes Verständnis der potenziellen Bedrohungen. Die aktuellen Bedrohungsinformationen lassen sich mit Prozessorchestrierung aus vielfältigen Quellen intelligent verknüpfen, wodurch ein ganzheitliches Bild der Risiken für Unternehmen entsteht.

Weiterhin können Unternehmen mit Hilfe von Prozessorchestrierung und Automatisierung ihre Sicherheitsinformations- und Ereignismanagement- Systeme (SIEM) sowie Threat Intelligence-Plattformen miteinander verbinden. Diese Kombination lässt Sicherheitsteams präzisere Analysen durchführen und Alarme basierend auf Kontext und Relevanz priorisieren.

Zudem profitieren Sicherheitsverantwortliche von einer erheblichen Reduzierung von Fehlalarmen. Das entlastet die Teams und schafft Kapazitäten, sich gezielt auf kritische Vorfälle zu konzentrieren, die eine unmittelbare Reaktion erfordern.

3. Effizientes Patch-Management gegen Schwachstellen

Ungepatchte Software zählt zu den gravierendsten Schwachstellen in der Cybersicherheit. Angreifer kompromittieren durch diese Einfallstore häufig Netzwerke. Das manuelle Patchen in größeren IT-Infrastrukturen ist jedoch nicht nur zeitaufwändig, sondern birgt auch ein hohes Risiko für Fehler.

Prozessorchestrierung und Automatisierung bieten hier eine effiziente Lösung: Automatisierte Workflows erkennen Schwachstellen, planen Patches gezielt außerhalb von Stoßzeiten und überwachen deren erfolgreiche Implementierung. Für den Fall, dass ein Patch Kompatibilitätsprobleme verursacht, ist auch ein automatisierter Rollback auf eine frühere Softwareversion möglich. Dadurch wird nicht nur der Zeitaufwand erheblich reduziert, sondern auch die Zuverlässigkeit des Patch-Managements deutlich erhöht.

4. Stärkung von Sicherheit Automatisierung

Sicherheitsorchestrierungs-, Automatisierungs- und Reaktionslösungen (SOAR) sind ein wesentlicher Bestandteil moderner Sicherheitsstrategien. Die Leistungsfähigkeit dieser Lösungen wird durch Prozessorchestrierung weiter gesteigert, da sie die nahtlose Integration unterschiedlicher Tools ermöglicht und Arbeitsabläufe automatisiert.

Mit der Visualisierung komplexer Prozesse können Sicherheitsteams auf neu auftretende Bedrohungen dynamisch reagieren und ihre Strategien anpassen. Unterstützt durch KI-Integrationen zur Entscheidungsfindung können Warnungen schneller analysiert und notwendige Maßnahmen zügig eingeleitet werden.

5. Bessere Zusammenarbeit zwischen Teams und Abteilungen

Cybersicherheit ist keine reine Aufgabe der IT-Abteilung, sondern erfordert die koordinierte und strategische Zusammenarbeit aller Unternehmensbereiche. Prozessorchestrierung schafft durch die Standard-Modellierungssprache BPMN eine zentrale Plattform, die den Austausch zwischen Teams erleichtert und Prozesse transparent macht.

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Durch standardisierte Modellierung und Echtzeit-Benachrichtigungen werden alle relevanten Stakeholder eingebunden. Das fördert ein ganzheitliches Verständnis von Sicherheitsmaßnahmen und erleichtert deren Umsetzung sowie die anlassbezogene interne Kommunikation im gesamten Unternehmen.

6. Künstliche Intelligenz in der Cybersicherheit

Die Operationalisierung von künstlicher Intelligenz in IT-Vorhaben eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Prozessorchestrierung und Automatisierung ermöglicht es Unternehmen, KI-gestützte Sicherheitslösungen wie prädiktive Analysen und automatische Bedrohungserkennung zu integrieren.

Ein Beispiel ist der Einsatz von maschinellem Lernen, um historische Daten zu analysieren und auf Basis dessen potenzielle Angriffe vorherzusagen. Solche selbstlernenden Systeme automatisieren nicht nur Abläufe, sondern verbessern diese kontinuierlich durch fortlaufende Optimierung und Anpassung an neue Bedrohungsszenarien.

7. Einhaltung von Vorschriften durch standardisierte Prozesse

Weiterhin kann auch Prozessorchestrierung und Automatisierung für die Erfüllung von Anforderungen durch Regulierungen wie die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) oder das Bundesdatenschutzgesetz sinnvoll sein. Regulierungen setzen hohe Standards beispielsweise beim Thema Datenschutz voraus. Verstöße gegen diese Maßgaben können nicht nur hohe Geldstrafen nach sich ziehen, sondern auch das Vertrauen von Kunden gefährden.

Prozessorchestrierung automatisiert Compliance-Prozesse, sodass Vorschriften konsistent eingehalten werden können. Ebenso wird die Bearbeitung von DSGVO-konformen Auskunftsersuchen vereinfacht. Mithilfe von Prozessorchestrierung können persönliche Daten aus verschiedenen Systemen automatisch aggregiert und in einem Bericht übersichtlich bereitgestellt werden. Dies erleichtert die Effizienz und Genauigkeit des Ablaufs deutlich.

Prozessorchestrierung als Schlüssel zu moderner Cybersicherheit

Prozessorchestrierung und Automatisierung ist ein wertvolles Instrument in der Cybersicherheit. Sie bietet eine praktikable Antwort auf die zunehmenden Herausforderungen durch gut organisierte Angreifer und die fortschreitende Professionalisierung der Cyberkriminalität. Durch die Integration verschiedener Sicherheitstools, die Automatisierung zentraler Prozesse und die Unterstützung bei der Einhaltung von Compliance-Vorgaben trägt sie zu schnelleren Reaktionen, effizientem Schwachstellenmanagement und einer verbesserten internen Zusammenarbeit bei.

Über den Autor: Daniel Meyer ist Chief Technology Officer bei Camunda. Camunda ermöglicht es Unternehmen, Prozesse über Menschen, Systeme und Geräte hinweg zu orchestrieren, sodass Komplexität beseitigt und die Effizienz erhöht wird. Daniel kam 2010 als studentischer Berater zu Camunda, während er seinen Master in Informatik absolvierte. Er hat seine gesamte Karriere bei Camunda verbracht und ist die treibende Kraft hinter einigen der größten technologischen Entwicklungen des Unternehmens. Heute ist er für die End-to-End-Entwicklung und Wartung von Camundas branchenführenden Produkten verantwortlich.

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