McAfee-Studie zu mobile Security

Smartphone-Diebstahl und -Verlust wiegen schwerer als Malware-Risiko

26.05.2011 | Redakteur: Stephan Augsten

Nur jeder dritte Angestellte kennt die Smartphone-Nutzungsrichtlinien seines Arbeitgebers.
Nur jeder dritte Angestellte kennt die Smartphone-Nutzungsrichtlinien seines Arbeitgebers.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Smartphone- und Tablet-PC-Verbreitung hat McAfee IT-Leiter und deren Angestellten zu den größten Risiken befragt. Beide Gruppen sehen die größte Gefahr darin, dass mobile Geräte gestohlen werden oder verloren gehen. Gleichzeitig sichern Endnutzer ihre Geräte nur rudimentär gegen unerwünschte Zugriffe.

Vier von zehn Unternehmen sind in der Vergangenheit mobile Geräte abhanden gekommen, in der Hälfte dieser Fälle gingen damit auch geschäftskritische Daten verloren. Finanzielle Auswirkungen bekommt jede dritte von Geräte-Diebstahl oder -Verlust betroffene Firma zu spüren.

Dies geht aus einer Umfrage hervor, die McAfee beim Forschungszentrum CyLab der Carnegie-Mellon-Universität in Auftrag gegeben hat. Rund 1.500 IT-Fachleute aus 14 Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien und die USA, wurden im Rahmen der Studie befragt.

Weitaus niedriger wird die Gefahr eingestuft, sich Malware einzufangen, die es gezielt auf mobile Geräte abgesehen hat. Immerhin ist die Anzahl entsprechender Vorfälle nach wie vor recht überschaubar, auch wenn Security-Spezialisten von zunehmenden Schadcode-Attacken ausgehen. Deutlich schwerer wiegt in Unternehmen das Risiko von menschlichem Fehlverhalten.

Der Nutzer als Sicherheitsrisiko

Die meisten Endanwender ergreifen nur wenige Maßnahmen, um ihre tragbaren Geräte abzusichern. So erstellt weniger als die Hälfte der Nutzer ein wöchentliches Backup. Gleichzeitig speichern gut 50 Prozent der User ihre Passwörter, PINs und Kreditkartendaten auf mobilen Devices, jeder Dritte speichert geschäftsrelevante Informationen auf dem Smartphone.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die Nutzer die Sicherheitsrichtlinien ihres Unternehmens nicht kennen oder gar ignorieren. Weniger als ein Drittel der Befragten kennt die vom Arbeitgeber formulierten Security Policies aus dem Effeff. Dabei haben bereits 95 Prozent der untersuchten Firmen Richtlinien zur Nutzung mobiler Geräte formuliert.

Im Gegenzug halten jene, die sich der Einschränkungen bewusst sind, diese für zu rigoros. Grundsätzlich stehen die Unternehmen damit vor dem Problem, angemessene Richtlinien zu formulieren und sie umzusetzen, ohne die Produktivität negativ zu beeinflussen.

Wie groß der Handlungsbedarf ist, wird angesichts der zunehmenden Verbreitung von Smartphones und Tablet-PCs deutlich: Nahezu die Hälfte der untersuchten Unternehmen stützt sich in hohem Maß auf mobile Geräte, in gut zwei Drittel der Firmen hat sich die Verwendung in den vergangenen 12 Monaten intensiviert.

Im Kampf der Smartphone-Plattformen liegt Blackberry in den Unternehmen noch vorn, spielt aber längst nicht mehr in einer anderen Liga: 56 Prozent der Unternehmen weltweit sehen sich mit den Geräten von Research in Motion konfrontiert. In Deutschland ist dieser wert mit zwei Dritteln noch deutlich höher. Windows Mobile kommt in 44 Prozent der Unternehmen vor, Apple iOS (31 Prozent) und Android (27 Prozent) holen stetig auf. 63 Prozent der mobilen Geräte werden von ihren Besitzern auch privat genutzt.

Weitere Erkenntnisse zur Smartphone-Nutzung in Unterhmen finden sich direkt in der McAfee-Studie „Mobilität und Sicherheit: Grenzenlose Möglichkeiten, gewaltige Herausforderungen“ (PDF, 960 KB).

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