Die Bundesverwaltung will ihre Cybersicherheit ressortübergreifend koordinieren und stärken. Deshalb hat sie das Programm „CyberGovSecure“ ins Leben gerufen, das von CISO Bund und BMDS koordiniert wird. Heute wurde es im Bundeskabinett beschlossen.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner bei der Kick-Off-Veranstaltung zu CyberGovSecure in Berlin im Mai 2026.
(Bild: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)
Bereits Anfang Mai 2026 hat die Bundesverwaltung ihr Programm zur Stärkung der Cybersicherheit angekündigt. Mit „CyberGovSecure“ soll die Informationssicherheit der Bundesbehörden schnell, wirksam und messbar verbessern und die Handlungsfähigkeit des Staates „in einem zunehmend komplexen Bedrohungsumfeld“ nachhaltig sichern. Das Programm ist ein zentraler Baustein zur Umsetzung der EU-NIS-2-Richtlinie. „Mit CyberGovSecure schaffen wir in der Bundesregierung erstmals einen strukturierten, ressortübergreifenden Rahmen, um Cybersicherheitsmaßnahmen koordiniert, praxisnah und ohne Umwege umzusetzen“, sagte BSI-Präsidentin Claudia Plattner bei der Kick-Off-Veranstaltung in Berlin am 4. Mai.
Cybersicherheit bleibt nicht mehr jedem Amt allein überlassen
Am 22. Juli hat die Bundesregierung nun das Handlungskonzept konkretisiert. Es legt der Deutschen Presse-Agentur zufolge fest, dass der Schutz der staatlichen Rechner nicht mehr jedem Amt allein überlassen bleibt, sondern nach gemeinsamen Regeln gesteuert wird. Eine neue Leitungsgruppe aus Vertretern aller Ministerien unter dem Vorsitz des Digitalministeriums wird künftig den übergeordneten Kurs vorgeben. Sie arbeitet eng mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zusammen, das den einzelnen Ämtern künftig direkt dabei helfen soll, Sicherheitslücken zu finden und zu schließen.
„Die Cybersicherheitslage ist so angespannt wie nie zuvor. Unsere demokratischen Institutionen und digitalen Infrastrukturen stehen im Fadenkreuz staatlicher und krimineller Angreifer. Unsere Antwort darauf ist klar und entschlossen: Wir werden die Cybersicherheit im Bund deutlich stringenter organisieren“, sagte Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger. „Das bisherige Nebeneinander im digitalen Schutz unseres Staates können wir uns nicht mehr leisten. Mit ‚CyberGovSecure‘ brechen wir Silodenken auf und etablieren eine klare, durchsetzungsstarke Führung.“
CyberGovSecure bündelt eine Reihe konkreter Maßnahmen, die den Schutz im Arbeitsalltag rasch verbessern sollen. Dazu gehört vor allem, dass Büro-Computer, zentrale Großrechner sowie Dienst-Handys und tragbare Geräte nach strengen, einheitlichen Sicherheitsregeln eingestellt und abgesichert werden.
Zudem werden alle Programme und Geräte regelmäßig auf Fehler untersucht, damit Angreifer keine offenen Türen vorfinden. Auffällige Vorgänge in den Datenleitungen sollen frühzeitig erkannt sowie gemeldet werden, und die Standorte der zentralen Rechner werden stärker gegen Ausfälle und Beschädigungen geschützt. Auch bei der alltäglichen Anmeldung wird nachgeschärft: Künftig reicht nicht mehr nur ein einfaches Passwort, sondern eine zusätzliche Bestätigung wird Pflicht.
Damit das Vorhaben nicht an fehlendem Geld scheitert, wurden zusätzliche Stellen und Geldmittel für den Bundeshaushalt ab dem Jahr 2027 angemeldet. Ein jährlicher Bericht an die Bundesregierung soll künftig offenlegen, wie weit die Ämter mit den Schutzmaßnahmen vorangekommen sind und wo noch nachgebessert werden muss.
Mit dem Gesetz zur Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie wurde das BSI in dieser Funktion als zentrale Stelle für die Cybersicherheit der Bundesverwaltung benannt. Mit dem Programm CyberGovSecure soll diese Bündelung nun operativ umgesetzt werden, indem es Standards, Maßnahmen und Finanzierung ressortübergreifend zusammenführt. Die Koordination der operativen Umsetzung liegt bei Claudia Plattner als Chief Information Security Officer (CISO) des Bundes gemeinsam mit den Informationssicherheitsbeauftragten der Ressorts. Ein zentrale Berichtswesen soll für Transparenz über Umsetzungsstände, Fortschritte und Handlungsbedarfe in der gesamten Bundesverwaltung sorgen.
Stand: 08.12.2025
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Die etablierten Schutz- und Analysefunktionen sollen mit dem parallel in der Konzeption befindlichen Programm „Cyberdome“ ineinander greifen. Während CyberGovSecure die Verwaltung von innen heraus resilient macht, zielt der Cyberdome auf den Aufbau einer gesamtstaatlichen Schutz-Infrastruktur zur Früherkennung und Abwehr von Cyberangriffen auf Staat, Wirtschaft und Verwaltung ab. Beide Programme zusammen bilden die neue Doppelspitze für Deutschlands Cyberfähigkeiten.