Deutsche Unternehmen betrachten KI-gestützte Angriffe als die größte Cyberbedrohung für dieses Jahr. Die Software-Bewertungsplattform Capterra hat untersucht, wie Unternehmen KI-gestützte Systeme bereits einsetzen, um sich vor Angriffen zu schützen, und auf welche Vorteile und Herausforderungen sie dabei stoßen.
Obwohl die künstliche Intelligenz Unternehmen dabei helfen kann, bessere strategische Entscheidungen in der Cybersecurity zu treffen, ist der menschliche Faktor weiterhin unerlässlich, um das Potenzial von KI voll auszuschöpfen.
(Bild: connieguanzi.ph - stock.adobe.com)
In einer von Capterra, der unabhängigen Such- und Vergleichsplattform für Unternehmenssoftware, durchgeführten Umfrage wurden 670 Teilnehmer befragt, die an den Cybersicherheitsmaßnahmen ihrer Unternehmen beteiligt sind und einen Teil des IT-Budgets für KI-gestützte Cybersecurity planen.
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Interne Bedrohungen durch Mitarbeiter: Eine unterschätzte Gefahr
Phishing- und Social-Engineering-Angriffe (41 Prozent) werden als Hauptgrund für Investitionen in die KI-Sicherheit genannt, gefolgt von internen Bedrohungen durch unbeabsichtigte oder böswillige Handlungen von Mitarbeitern (32 Prozent) sowie Ransomware-Angriffe (29 Prozent).
Um Risiken durch Phishing oder unbeabsichtigtes Handeln von Mitarbeitern zu mindern, priorisieren Unternehmen KI-Investitionen vor allem in den folgenden Bereichen:
Cloud-Sicherheit (56 Prozent)
E-Mail-Sicherheit (55 Prozent)
Netzwerksicherheit (47 Prozent)
48 Prozent der Teilnehmer gaben an, eine Cyberversicherung zu nutzen. Diese Versicherung deckt Straftaten wie Cyber-Erpressung oder Social-Engineering-Angriffe ab.
Vorteile von KI-gestützter Cybersicherheit im Vergleich zur herkömmlichen Methode
Während herkömmliche Tools auf statischem Schutz basieren und nur auf bekannte Bedrohungen reagieren, arbeiten KI-Tools mit einem dynamischen Ansatz zur Erkennung. Dadurch können sie Muster oder anomale Aktivitäten identifizieren, die auf Bedrohungen hindeuten.
Die wichtigsten Vorteile für die Studienteilnehmer sind:
Verhaltensanalyse: Identifizierung von Anomalien und Mustern, die auf Bedrohungen hinweisen (49 Prozent)
Echtzeit-Monitoring: Erkennung von Bedrohungen, sobald sie auftreten (48 Prozent)
Automatisierung: von routinemäßigen Sicherheitsaufgaben wie Warnungspriorisierung, Vorfallsreaktion und Patch-Management (40 Prozent)
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Die größten Herausforderungen bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz für die Cybersicherheit
Die Studie zeigt, dass KI echtes Potenzial für eine verbesserte Unternehmenssicherheit bietet, trotzdem gibt es auch einige Einschränkungen. Eine der größten Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz in der Cybersicherheit ist die begrenzte Genauigkeit ihrer Analysen in Relation mit großen Mengen an generierten Informationen (43 Prozent). Obwohl KI-Algorithmen große Datenmengen verarbeiten und Muster erkennen können, hängt ihre Analysefähigkeit von den Daten ab, mit denen sie trainiert wurden.
Eine weitere Herausforderung ist, dass das System nicht autonom ist und daher überwacht werden muss (40 Prozent). KI-basierte Systeme erfordern qualifizierte Fachkräfte, die effektiv mit ihnen arbeiten können. Zudem ist eine manuelle Überprüfung notwendig, um genaue Schlussfolgerungen zu ziehen.
Die dritt- und viertgrößten Herausforderungen sind „falsch negative“ (32 Prozent) und „falsch positive“ (28 Prozent) Ergebnisse. Künstliche Intelligenz kann harmlose Aktivitäten in einem Unternehmen als verdächtig melden (False Positives) oder echte Bedrohungen übersehen (False Negatives).
Obwohl die KI Firmen helfen kann, bessere strategische Entscheidungen in der Cybersecurity zu treffen, wird deutlich, wie wichtig der menschliche Faktor ist, um das Potenzial voll auszuschöpfen: Die Studienteilnehmer betonen die Bedeutung menschlichen Fachwissens, insbesondere bei Schulungen. Auch eine menschliche Aufsicht über KI-Entscheidungen sowie ein kontextbezogenes Verständnis der Ergebnisse sind sehr wichtig.
“Menschliche Aufsicht ist wichtig, um sicherzustellen, dass KI-Systeme ethisch und verantwortungsbewusst eingesetzt werden, um den Kontext zu interpretieren und sicherzustellen, dass die KI angemessen reagiert. Auch kann die Anwesenheit menschlicher Aufsicht das Vertrauen in KI-Systeme stärken und deren Akzeptanz erhöhen”, kommentiert Ines Bahr, Senior Content Analystin bei Capterra.
Methodik: Um die Daten für diesen Bericht zu erheben, führte Capterra im Zeitraum vom 10. bis 26. November 2023 eine Umfrage unter 670 Mitarbeitenden aus Unternehmen jeder Größe in Deutschland durch. Die Teilnehmenden wurden anhand der folgenden Kriterien ausgewählt: Zwischen 18 und 65 Jahren, sind in Vollzeit angestellt, die Unternehmen der Befragten setzen Sicherheitstools ein.
Stand: 08.12.2025
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Über die Autorin: Ines Bahr ist Senior Content Analystin bei Capterra, der unabhängigen Such- und Vergleichsplattform für Unternehmenssoftware. Das Unternehmen bietet verifizierte Nutzerbewertungen und unabhängige Testberichte in über 800 Softwarekategorien und hilft jeden Monat mehr als fünf Millionen Nutzern, die passende Software zu finden.