Security Orchestration, Automation and Response (SOAR) 5 Wege, wie SOAR die Cybersicherheit revolutioniert

Von Dipl. Betriebswirt Otto Geißler 4 min Lesedauer

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SOAR sammelt Daten und Warnungen aus mehreren Quellen, kann Risiken automatisch identifizieren und priorisieren, um darauf schnellstens und adäquat zu reagieren. Von welchen Vorteilen können Anwender profitieren?

Moderne SOAR-Lösungen sollten in SIEM-Plattformen integriert werden, um maximalen Nutzen zu stiften.(Bild:  Egor - stock.adobe.com)
Moderne SOAR-Lösungen sollten in SIEM-Plattformen integriert werden, um maximalen Nutzen zu stiften.
(Bild: Egor - stock.adobe.com)

Cyber-Bedrohungen entwickeln sich ständig weiter und werden zunehmend komplexer. Aus diesem Grunde müssen Unternehmen Wege finden, den Hackern bei begrenzten Ressourcen möglichst sogar einen Schritt voraus zu sein. Dafür bietet sich die Technologieplattform Security Orchestration, Automation and Response (SOAR) an, die Unternehmen dabei helfen soll, Cyber-Bedrohungen schnell zu erkennen und sie umgehend zu beheben. SOAR besteht im Wesentlichen aus den drei Komponenten Automatisierung, Orchestrierung und Reaktion.

Automatisierung steigert Produktivität

Die Technologieplattform bietet automatisierte Untersuchungs- und Reaktionstools, um die Zeit zu verkürzen, die IT-Security-Teams sowohl für die Identifizierung und Bewältigung von Sicherheitsvorfällen benötigen, als auch dafür, um ihre Arbeitsbelastung zu reduzieren. Auf diese Weise lassen sich einzelne Bearbeitungsschritte wie beispielsweise Statusprüfung, Entscheidungsabläufe, Audits und Durchsetzungsmaßnahmen standardisieren und automatisieren. Wobei sich die Automatisierung in reaktive und proaktive Sicherheitsmaßnahmen aufteilt:

  • Reaktive Maßnahmen: Dazu gehören Reaktionen auf Vorfälle, Kennzahlen- und Fallmanagement.
  • Proaktive Maßnahmen: Automatisierung von Sicherheitsaufgaben, um Analysten eines Security Operations Center (SOC) dabei zu unterstützen, Schwachstellen und Bedrohungen der IT-Security zu erkennen und Vorfälle zu verhindern.

Automatisierung ist ein Muss in der IT-Security. Denn durch die Automatisierung von Prozessen als auch der Orchestrierung erhalten IT-Security-Teams Einblick in ihre Umgebung und minimieren den manuellen Aufwand für Aufgaben, die normalerweise anfällig für menschliche Fehler sind. In der IT-Security sind Automatisierung und Orchestrierung entscheidende Konzepte, die zusammenwirken, um die Sicherheitslage einer Organisation zu verbessern.

Orchestrierung von Tools verbessert Effektivität

SOAR integriert Technologien und verbindet Sicherheitstools, um die Reaktionsfähigkeit bei Vorfällen zu verbessern. Eine SOAR-Security ist so konzipiert, dass sie problemlos in bestehende Sicherheitssysteme und -plattformen wie Security Information and Event Management (SIEM), Firewalls, Endpoint-Schutzlösungen, Threat-Intelligence-Plattformen etc. integriert werden kann.

Damit ist es möglich, in Echtzeit Einblicke in Bedrohungen zu erhalten, die auch auf mehreren Systemen erkennbar sind. Durch die Integration kann die SOAR-Security außerdem auf vorhandene Datenquellen zurückgreifen und so sicherstellen, dass bei der Reaktion auf Hacker-Attacken alle relevanten Daten berücksichtigt werden. Daraus ergeben sich folgende Konsequenzen:

  • Optimierte Kooperationen: Durch die Orchestrierung können die einzelnen Abteilungen besser zusammenarbeiten, indem Daten über eine zentrale Plattform ausgetauscht werden.
  • Verstärkung der Teams: Organisationen erhalten eine einheitliche Perspektive, um effektivere Entscheidungen über den Einsatz der Ressourcen oder die Priorisierung von Abhilfemaßnahmen zu treffen, indem sie Daten aus mehreren Quellen integrieren.
  • Schnellere Reaktionszeiten: Optimierte Prozesse ermöglichen es den Teams, Bedrohungen schneller zu erkennen und darauf zu reagieren, bevor die Schäden bedrohliche Ausmaße annehmen.

Schnellere Reaktion durch Automatisierung

SOAR unterstützt IT-Security dabei, ihre Reaktionszeiten bei Hacker-Angriffen zu verkürzen. Durch die Automatisierung manueller Prozesse und die Orchestrierung von Reaktionen auf komplexe Sicherheitsbedrohungen, lassen sich potenzielle Schäden wesentlich minimieren.

Ferner bieten SOAR-Lösungen beispielsweise Dashboards sowie generierte Reports, die den Teams Einblicke in frühere Vorfälle gewähren, damit sie neue Bedrohungen besser einschätzen können.

SOAR in Verbindung mit SIEM

SIEM stellt wertvolle Lösungen zur Datenerfassung und –analyse zur Verfügung. Einige SIEM-Lösungen neigen jedoch dazu, eher zu viele Warnungen zu erzeugen und damit die Arbeitsbelastung für das SOC-Personal zu erhöhen. Viele Unternehmen nutzen daher SOAR, um die Performance von SIEM zu erweitern.

So sammelt und speichert SIEM Daten auf sinnvolle Weise, die SOAR nutzen kann, um Vorfälle automatisch zu untersuchen und darauf zu reagieren und den Bedarf an manuellen Vorgängen zu reduzieren. SIEM der neueren Generation verwendet zudem Technologien wie Deep Learning. Das heißt, die aktuelle Cloud-basierte Exabeam Security Operations Plattform umfasst User and Entity Behavior Analytics (UEBA) und SOAR.

Durch die Integration von UEBA- und SOAR-Funktionen können sie proaktiv warnen und auf komplexe Sicherheitsereignisse reagieren sowie automatisierte Verhaltensprofile erstellen und gleichzeitig automatisch mit IT- und Sicherheitssystemen interagieren, um Bedrohungen zu entschärfen.

SOAR-Security im Einsatz

SOAR stellt Unternehmen die erforderlichen Tools zur Verfügung, um potenzielle Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen und darauf zu reagieren. In der Folge eine kleine Auswahl der häufigsten Arten:

  • Malware: Viren, Würmer, Trojaner, Rootkits, Spyware, Adware und Ransomware sind Malware mit unterschiedlichen Eigenschaften und Angriffsmethoden. SOAR leitet gegen Malware einen automatisierten Triage-Prozess ein, der auf den von Erkennungs- und Reaktionstools generierten Warnungen basiert.
  • Phishing: Durch die Zusammenfassung von Warnungen und anderen Details aus einem vorhandenen IT-Security-Stack kann SOAR einen vordefinierten Workflow starten, wenn ein Phishing-Betrug erkannt wird, um eine Lösung zeitnah herbeizuführen.
  • Distributed Denial of Service (DDoS): SOAR bietet automatisierte Arbeitsabläufe zur Identifizierung und Triage von DDoS-Angriffen, sodass der Anwender schnell auf die Bedrohung reagieren kann.
  • Brute-Force-Angriffe: Sobald ein Brute-Force-Angriff erkannt wird, erhält der Anwender von der SOAR-Lösung eine Nachricht. Er ist dann umgehend in der Lage, ungewöhnliche Anmeldeversuche zu überwachen und schadhafte Aktionen zu stoppen. Dies verbessert deutlich die Reaktionszeit auf Angriffe und kann diese sogar verhindern.

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