Fokus auf Großunternehmen Ransomware-Druck auf IT-Abteilungen ist enorm

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Trotz besserer Abwehrmaßnahmen und sinkender Löse­geldzahlungen wächst laut Sophos der Druck durch Ransomware auf IT-Abteilungen aufgrund fehlendem Personal und Ressourcen. Effektive Verteidigung erfordere technische, organisatorische und menschliche Maßnahmen.

Ransomware belastet Mitarbeitende in Großunternehmen stark. IT-Sicherheitsverantwortliche stehen unter hohem Druck, was Stress und Angst vor weiteren Angriffen verursacht.(Bild:  StockPhotoPro - stock.adobe.com)
Ransomware belastet Mitarbeitende in Großunternehmen stark. IT-Sicherheitsverantwortliche stehen unter hohem Druck, was Stress und Angst vor weiteren Angriffen verursacht.
(Bild: StockPhotoPro - stock.adobe.com)

Ransomware ist nach wie vor eine der größten Sicherheitsherausforderungen für Unter­neh­men. Das bestätigt auch der „State of Ransomware in Enterprise 2025“-Report von Sophos. Dieser fokussiert sich erstmals gezielt auf die Erfahrungen großer Organisationen zum Thema Cybersicherheit. Dafür seien insgesamt 3.400 IT- und Cybersicherheitsverantwortliche in 17 Ländern befragt worden, darunter 1.733 Großunternehmen, die 2025 Opfer von Ransomware wurden. Die gute Nachricht der Studienautoren: Die Abwehr wird effektiver. Die schlechte: Die Angriffe bleiben hartnäckig und der Druck auf die IT-Teams wächst weiter.

Bessere Frühwarnsysteme, weniger Verschlüsselung

Fast vier von zehn Betroffen haben Sophos zufolge fehlendes Personal oder Know-how als entscheidenden Grund für ihre Verwundbarkeit benannt. Dies sei ein ähnliches Bild wie bei kleineren und mittleren Unternehmen, die allerdings noch deutlich mehr unter Ressour­cen­mangel leiden würden. 42 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen würden darin den Schlüssel für ihre Anfälligkeit sehen. Dennoch würden es immer mehr Unternehmen schaffen es, Angriffe zu stoppen, bevor Daten verschlüsselt werden. Während 2024 noch 66 Prozent der Attacken erfolgreich gewesen seien, habe die Quote 2025 bei unter fünfzig Prozent gelegen. Gleichzeitig habe es fast jedes zweite Unternehmen geschafft, die Angriffe frühzeitig abzuwehren. Dies seien doppelt so viele wie noch zwei Jahre zuvor. Das deutet den Forschern zufolge darauf hin, dass Investitionen in Früherkennung und Notfallpläne langsam Wirkung zeigen.

Kaum verändert habe sich hingegen die Bereitschaft, Lösegeld zu bezahlen. Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) habe sich weiterhin dafür entschieden. Auffällig sei der rückläufige Einsatz von Backups zur Wiederherstellung. Die Nutzung von Backups sei sank auf 53 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gesunken. Viele Organisationen würden offenbar an der Zuverlässigkeit ihrer Sicherungen zweifeln oder sich unter Zeitdruck ge­zwungen sehen, andere Wege zu gehen.

Die Folgen von Ransomware-Attacken

Glücklicherweise hätten sich die finanziellen Folgen von Ransomware-Angriffen im ver­gang­en­en Jahr spürbar verringert. Die durchschnittlichen Lösegeldzahlungen seien um 56 Prozent gefallen, von rund 2,3 Millionen Euro auf weniger als eine Million Euro. Auch die Kosten für die Wiederherstellung seien erheblich gesunken.

Auf der anderen Seite wachse der Druck auf IT-Teams. Vier von zehn IT-Sicherheits­ver­ant­wort­li­chen hätten von höheren Erwartungen ihrer Vorgesetzten berichtet. Fast genauso viele hätten von chronischer Überlastung berichtet. Besonders schwer wiegt laut Report für viele neben der Sorge, künftige Angriffe nicht verhindern zu können auch das Gefühl, bei bereits erfolgten er­folgreichen Attacken versagt zu haben. Und das, obwohl Ransomware oft systematische Schwä­chen ausnutze, die nicht allein in der Verantwortung Einzelner liegen würden.

Daraus schließen die Studienautoren, dass Unternehmen zwar lernen, sich zu verteidigen, doch Ransomware weiterhin eine komplexe Herausforderung bleibt: technisch, organisatorisch und menschlich. Wirksame Ransomware-Abwehr erfordere ein konsequentes Schwachstellen­ma­nage­ment, belastbare und regelmäßig getestete Backups sowie klare Prozesse für den Ernstfall. Ebenso wichtig sei es, IT- und Sicherheitsteams strukturell zu stärken, realistische Erwartungen zu formulieren und sie auch auf organisatorischer Ebene zu unterstützen.

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