Die letzte Folge unserer fünfteiligen Serie zu Storage-Security widmet sich ökonomisch-finanziellen Aspekten – und den grundlegenden Fragen einer Backup- und DR-Strategie.
Gespeicherte Daten müssen geschützt werden – vor Angriffen, Naturkatastrophen und technischen Defekten. Teil 5 unserer Artikelserie beleuchtet finanzielle und strategische Überlegungen.
(Bild: zephyr_p - stock.adobe.com)
Was bei der Cloud-Nutzung zu beachten ist
Bei der Nutzung der Public Cloud für Storage- und Backup-/DR-Zwecke ist generell das Prinzip der „Shared Responsibility“ zu beachten: Für die Sicherheit der Infrastruktur ist der Cloud-Anbieter verantwortlich, doch für die Datensicherheit ist meist der Kunde selbst zuständig. (Das sieht das Gesetz auch so vor.) Dieser Unterschied ist beim Thema Backup von entscheidender Bedeutung. Oft übertragen Unternehmen Backup-Daten aus dem lokalen Rechenzentrum in eine Public Cloud. Durch eine Wiederherstellung aus der Cloud sollen die Daten im Notfall im lokalen Rechenzentrum möglichst schnell wieder verfügbar gemacht werden. Geht das wirklich so einfach?
Die Mobilität von Daten in Hybrid- und vor allem Multi-Cloud-Umgebungen war bislang jedoch eingeschränkt. Der Cloud-Data-Management-Ansatz (CDM) sieht hier die Sicherung aller Daten mit einem einheitlichen Tool vor, unabhängig davon, ob die Daten im lokalen Rechenzentrum („On-Premises“), in einer privaten, öffentlichen oder mehreren Clouds verschiedener Betreiber vorgehalten werden. Eine intelligente Appliance dient dabei als Gateway zu sämtlichen Clouds und zur Verwaltung der Metadaten. Die CDM-Plattform agiert dabei unabhängig von der Endspeicherumgebung.
Goldene Regeln für die Wahl einer Backup- und Disaster-Recovery-Strategie
Gartner hat in seinem Report „Magic Quadrant for Enterprise Backup and Recovery Software Solutions“ die wichtigsten Regeln für Investitionen in Backup und Disaster Recovery zusammengefasst, allen voran: „Bevorzugen Sie Lösungen, die ein einziges Fenster für die Verwaltung dieser verteilten Umgebungen bieten.“
Hinzu kommt, dass Nutzer am besten solche Backup-Produkte wählen, die Ransomware schnellstmöglich erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Anwender sollten sich darüber hinaus „gründlich über den Grad der Ausfallsicherheit der primären Sicherungskopie informieren“. Eventuell bestehe auch eine Notwendigkeit für zusätzliche Sicherungskopien, um die Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Backup- und Disaster-Recovery-Produkte müssen zudem sichere und granulare Wiederherstellungstests ermöglichen.
Zudem kommt der Gartner-Report auf das Thema „Ausgaben“ zu sprechen. Wenn Nutzer in einem Unternehmen arbeiten, das Daten lange aufbewahren muss, sollten sie sich die Lizenzen genau ansehen: Unbefristete Lizenzen stehen abonnementbasierten Lizenzmodellen gegenüber. Anwender müssen herausfinden, mit welchem Preismodell sie besser fahren: VM-basiert, Socket-basiert, Node-basiert oder Agent-basiert. Gartners Rat: „Investieren Sie in das richtige Modell, basierend auf der Anwendungs- und Infrastruktur-Roadmap des Unternehmens.“ Dann habe dieses beste Überlebenschancen.
Aufgrund des Fachkräftemangels auch in der Informatik ist es ratsam, alle Storage-Systeme, Prozesse und Workloads zu automatisieren. Modernste Backup-/DR-Lösungen sind in der Cloud als SaaS-Angebote zu finden, aber auch in On-Premises- und Hybrid-Cloud-Betriebsmodellen lassen sich kosteneffiziente Schutztechnologien realisieren.
Immer mehr Unternehmen wenden sich von der Public Cloud ab, weil deren Abo-Gebühren sich erstens als höher erweisen als der In-house-Betrieb (der wiederum mehr Hardware-Investitionen erfordert) und weil zweitens dafür angeblich Spezialisten benötigt werden, die eine Schutzlösung in der Public Cloud konfigurieren müssten. Wenn man jedoch eine SaaS-Lösung für Backup und Disaster Recovery wählt, muss der Dienstleister diese Spezialisten vorhalten.
Niedrigere Betriebskosten (TCO) sollen Kunden mithilfe folgender Leistungsmerkmale erzielen können. Moderne Lösungen bieten erweiterte Multi-Cloud-Speicher- und Orchestrated-Tiering-Funktionen. Diese Clouds sind in erster Linie AWS, Google Cloud (GCP) und MS Azure. Durch diese Integration sollen die Kunden ihre Kosten für Backup-Speicher um bis zu 95 Prozent senken können.
Das ließe sich etwa durch die automatische Verschiebung von Workloads von hochpreisigen Storage-Tiers, die schnelles Flash-Memory nutzen, auf kostengünstigere Tiers wie etwa AWS S3 Glacier realisieren. Bei Amazon heißt diese Funktion „Intelligent Tiering“; der Algorithmus wurde in Berlin entwickelt.
Weil aber das Bewegen von Daten über Cloud-Regionen hinweg Gebühren erzeugt, werden sowohl die optimale Nutzung der Ursprungslokation als auch der damit verbundene CO2-Fußabdruck eine wachsende Rolle bei den Kosten der Cloud-Nutzung fürs Datenmanagement spielen.
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