Kundendaten sicher managen Mit CIAM Kundenbindungen stärken und Datenschutz-Risiken minimieren

Ein Gastbeitrag von Gernot Bekk-Huber 3 min Lesedauer

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Customer Identity and Access Management (CIAM) verbindet Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit, senkt Betriebskosten und sichert Datenschutz-Compliance. Doch Integrationsprobleme oder mangelnde Abstimmung gefährden Projekte. Eine Analyse von KuppingerCole zeigt, wie Sie typische Fehler vermeiden und CIAM erfolgreich zum strategischen Vorteil nutzen.

Richtig umgesetzt, kann CIAM als Katalysator für digitale Geschäftsmodelle, Kundenbindung und Datenschutz-Compliance wirken.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Richtig umgesetzt, kann CIAM als Katalysator für digitale Geschäftsmodelle, Kundenbindung und Datenschutz-Compliance wirken.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

In einer digital vernetzten Welt werden Kundenidentitäten zu einer strategischen Ressource. Nutzer fordern komfortable und sichere Zugänge ein, deshalb kommen Unternehmen am Thema CIAM – Customer Identity and Access Management – nicht mehr vorbei. Doch was macht eine gute Lösung aus, wo liegen typische Stolperfallen und wie lässt sich der tatsächliche Nutzen im Unternehmen realisieren? Eine Analyse von KuppingerCole liefert nicht nur Antworten auf diese Fragen, sondern zeigt auch, warum CIAM weit mehr ist als nur ein technisches Authentifizierungstool. Richtig umgesetzt, kann CIAM als Katalysator für digitale Geschäftsmodelle, Kundenbindung und Datenschutz-Compliance wirken.

Unterscheidungsmerkmale zum klassischen IAM

Im Gegensatz zum klassischen Enterprise IAM, das auf interne Nutzer fokussiert ist, richtet sich CIAM gezielt an externe Zielgruppen wie Kunden, Partner oder Bürger. Dabei geht es nicht nur um sichere Authentifizierung und Autorisierung, sondern vor allem auch um ein nahtloses Nutzererlebnis. Moderne CIAM-Plattformen bieten weit mehr als Login-Funktionalitäten – sie integrieren etwa Single Sign-On, Social Login, Self-Service-Profile, adaptive Authentifizierung und Funktionen für das Einwilligungsmanagement.

CIAM entfaltet seinen strategischen Nutzen auf mehreren Ebenen. Einerseits verbessert es die Benutzerfreundlichkeit erheblich und kann dadurch zu einer stärkeren Kundenbindung führen. Wenn Registrierung und Login reibungslos ablaufen, steigt die Zufriedenheit und Loyalität der Nutzer. Gleichzeitig lassen sich durch automatisierte Prozesse – etwa zur Kontowiederherstellung oder für die Multi-Faktor-Authentifizierung – Betriebskosten senken, da der Support entlastet wird. Nicht zuletzt unterstützt CIAM die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Datenschutzkonforme Einwilligungsprozesse und transparente Benutzerkonten stärken das Vertrauen und minimieren rechtliche Risiken.

Stolpersteine in der Umsetzung

Trotz dieser Vorteile scheitern viele CIAM-Projekte an der Komplexität der Integration in bestehende Systemlandschaften oder an mangelnder Abstimmung zwischen IT, Fachbereichen und Datenschutzverantwortlichen. Auch ein fehlendes strategisches Zielbild oder unzureichende Testphasen können die Einführung verzögern oder ineffektiv machen. Hinzu kommt, dass CIAM-Initiativen häufig mit anderen IT-Projekten um Budgets konkurrieren und daher nicht immer die nötige Priorität erhalten.

Anforderungen an moderne Plattformen

Eine zukunftsfähige CIAM-Lösung muss vielfältige Anforderungen erfüllen. Sicherheitsfunktionen wie Multi-Faktor-Authentifizierung und risikobasierte Zugangskontrollen sind heute Standard. Doch darüber hinaus erwarten Unternehmen eine nahtlose Integration in mobile und Web-Anwendungen, umfangreiche Analyse- und Reporting-Funktionen sowie die Unterstützung etablierter Protokolle wie OAuth 2.0 oder OpenID Connect. Wichtig ist auch die Fähigkeit, Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten zu geben – etwa durch Self-Service-Optionen und granulare Datenschutzsteuerung. Aspekte wie Zero Trust, Post-Quanten-Sicherheit oder Schutz vor Account-Takeover gewinnen zudem zunehmend an Bedeutung.

European Identity and Cloud Conference (EIC) 2025

Airlock – Anbieter der Secure Access Hub Plattform – wird auf der diesjährigen European Identity & Cloud Conference (EIC) in Berlin vertreten sein. Vor Ort können sich Entscheider, Architekten und Sicherheitsexperten über aktuelle Entwicklungen rund um CIAM, Zero Trust und digitale Identitäten informieren.

Handlungsempfehlungen

Sicherheitsverantwortliche sollten frühzeitig alle relevanten Stakeholder einbinden und interdisziplinär zusammenarbeiten. Kleine Pilotprojekte können dabei helfen, konkrete Anforderungen zu identifizieren und die spätere Skalierung vorzubereiten. Mit der Einführung moderner Lösungen, setzen Unternehmen auf flexible, modulare Architekturen, die mit zukünftigen Anforderungen mitwachsen können. Die Auswahl und Einführung einer CIAM-Plattform sollte darüber hinaus nicht losgelöst von der übergreifenden Digitalstrategie erfolgen.

Fazit

Ein CIAM verbindet Sicherheitsanforderungen, Nutzerbedürfnisse und regulatorische Vorgaben zu einer unternehmenskritischen Funktion. In Zeiten wachsender Angriffsflächen und steigender Kundenansprüche stellt es einen unverzichtbaren Enabler für Vertrauen und digitale Innovation dar. Wer sich frühzeitig strategisch mit diesem Thema auseinandersetzt, schafft die Basis für sichere und nutzerfreundliche digitale Geschäftsmodelle.

Über den Autor: Gernot Bekk-Huber ist Senior Marketing Director bei Airlock, einer Security Innovation der Ergon Informatik AG.

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