Nach seiner zweiten Konsultation wertet das BMDS die Rückmeldungen aus Wirtschaft und Forschung aus, um den Deutschland-Stack umzusetzen. Teletrust zufolge geht das Konzept in die richtige Richtung, doch es fehle eine klare Architektur und Sicherheitsstandards, für die Umsetzung bis 2028.
Der Deutschland-Stack ist eine nationale, souveräne Technologie-Plattform, die als Grundlage für die digitale Modernisierung von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland dient und bis 2028 ein sicheres, interoperables Ökosystem für digitale Anwendungen schaffen soll.
Was den Deutschland-Stack angeht, macht das Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) scheinbar schon vieles richtig. So begrüßt zum Beispiel der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (Teletrust) das Vorgehensmodell des Stacks ausdrücklich. Allerdings gleiche der Deutschland-Stack in seiner aktuellen Ausprägung noch zu stark einer technischen Bausteinliste. Kurz nach Ende der zweiten Konsultation zum Deutschland-Stack hat der Teletrust-Verband eine Analyse der Technologie-Plattform vorgenommen und eine Stellungnahme veröffentlicht.
Was ist der Deutschland-Stack?
Der Deutschland-Stack ist eine nationale, souveräne Technologie-Plattform, die als Grundlage für die digitale Modernisierung von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland dient. Ziel des Deutschland-Stacks ist es, bis 2028 eine sichere, interoperable und europäisch anschlussfähige Plattform zu schaffen, die ein offenes Ökosystem für digitale Anwendungen ermöglicht. Angestoßen wurde das Projekt vom Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, um die Effizienz und Handlungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung zu steigern.
Die erste Konsultation zum Deutschland-Stack fand zwischen dem 1. Oktober und 30. November 2025 statt. Diese ersten Gespräche ermöglichten es verschiedenen Akteuren, dem BMDS ihre Meinungen und Vorschläge zu einem initialen Konzept mitzuteilen. Die zweite Konsultation fand vom 16. Januar bis 15. Februar 2026 statt, um weitere Rückmeldungen zu technischen Standards und Governance zu sammeln. An beiden Konsultationen nahmen eine Vielzahl von Stakeholdern teil, darunter Vertreter aus der IT- und Digitalwirtschaft, wissenschaftlichen Institutionen, Start-ups, sowie Fachdienstleistern der öffentlichen Verwaltung. Der Zweck dieser Konsultationen liegt darin, ein breites Spektrum an Expertise einzuholen, um die technologischen Prioritäten und Umsetzungsmöglichkeiten des Deutschland-Stacks zu schärfen und sicherzustellen, dass die Plattform den Anforderungen der digitalen Transformation gerecht wird.
Während nun nach Abschluss der zweiten Konsultationsrunde auf eine Auswertung der eingegangenen Rückmeldungen gewartet wird, hat der Teletrust-Verband bereits eine eigene Analyse des Deutschlands-Stacks veröffentlicht. Darin bestätigt der Verband, dass der Deutschland-Stack eine „strategisch richtige und notwendige Initiative“ sei, um die digitale Handlungsfähigkeit des Staates langfristig zu sichern. Dennoch sei er noch ausbaufähig, denn für eine belastbare Wirkung im öffentlichen Sektor sei ein klar geführtes Gesamtbetriebsmodell aus Architektur, Governance, Sicherheit und Verantwortung erforderlich. Der Stack müsse mehr sein als eine reine Ansammlung technischer Standards, Module und Services. Als Lücken in der aktuellen Konzeption sieht Teletrust folgende:
Zu starke Technologiekatalog-Logik Es fehle ein verbindliches Target Operating Model aus Architektur, Governance, Betrieb und Verantwortung.
Sicherheitsrahmen nicht durchgängig genug Einzelstandards würden nicht reichen. Nötig sei ein lifecycle-basiertes Sicherheitsmanagement mit Risiko-, Audit- und Verbesserungszyklus.
Teilweise unklare/inkonsistente Standardreferenzen Insbesondere bei Kryptografie weist Teletrust auf bessere Anbindung an aktuelle BSI-Vorgaben wie TR-02102 hin.
Komplexitätsrisiko Ohne ganzheitliche Infrastruktur drohe ein „Flickenteppich“, der Sicherheit, Betrieb und Skalierung verschlechtere.
Cloud/Managed Services missverstanden TeleTrusT betont zudem, das der Deutschland-Stack Betriebsmodelle umfasse, aber keine Sicherheitsgarantie gebe. Sicherheit entstehe durch Architektur und technische Kontrollpunkte.
Die priorisierten Technologiefelder seien bereits in Teilen mit relevanten Technologien und Standards unterlegt, vor allem Infrastruktur, Betriebsmodelle, Sicherheitsprinzipien, aber noch nicht vollständig. Es würden noch zentrale Security- und Betriebsbausteine fehlen, eine konsolidierte Standardreferenz, insbesondere Kryptografie nach BSI, und eine durchgängige, verbindliche Methodik statt punktueller Nennungen. Teletrust empfiehlt eine Klärung der Umsetzungsverbindlichkeit der Vorgaben des Deutschland-Stack für die verschiedenen Stakeholder, insbesondere Bund, Länder und Kommunen. Dabei sei die Verbindlichkeit der Vorgaben des Deutschland-Stack zur Informations- und Cyber-Sicherheit von besonderer Relevanz und Bedeutung.
Nach der zweiten Konsultation zum Deutschland-Stack wird das Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung die eingegangenen Rückmeldungen und Vorschläge auswerten. Diese Auswertung soll dazu dienen, die technische und organisatorische Grundlage für die digitale Modernisierung der Verwaltung zu stärken und die in der föderalen Modernisierungsagenda in Kapitel vier, Nummer 205 festgelegten Anforderungen für Standards und Governance bis zum 31. März 2026 zu erfüllen.
Die föderale Modernisierungsagenda zielt darauf ab, die öffentliche Verwaltung effizienter und digitaler zu gestalten. Indem die gesammelten Erkenntnisse in die Weiterentwicklung des Deutschland-Stacks einfließen, soll sichergestellt werden, dass die Plattform nicht nur den gesetzlichen Vorgaben entspricht, sondern auch den aktuellen Bedürfnissen und Herausforderungen gerecht wird.
Stand: 08.12.2025
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Im weiteren Verlauf dieser Entwicklung hat das BMDS angekündigt, weiterhin mit verschiedenen Stakeholdern zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass der Deutschland-Stack die Bedürfnisse der Öffentlichkeit und der Verwaltung erfüllt. Ziel ist es, bis zum Jahr 2028 eine voll funktionsfähige Plattform bereitzustellen, die ein sicheres, interoperables und europäisch kompatibles Ökosystem für digitale Anwendungen bietet. Die nächsten Schritte beinhalten zudem die enge Zusammenarbeit mit der Industrie und wissenschaftlichen Instituten, um technologische Fortschritte zu integrieren und die Plattform auf die aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung auszurichten.