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Neue Risiken, aber auch neue Chancen
Damit ist es aber keineswegs getan. Der Zugriff über wechselnde Computer und Endgeräte auf die individuelle Arbeitsoberfläche bzw. die Systeme dahinter birgt trotz gewisser Vorkehrungen seitens der Hersteller derzeit kaum überschaubare Risiken. Desktop-Virtualisierung sorge zwar für größtmögliche Mobilität, ist sich Sicherheitsexperte Lindner bewusst: „Dennoch nimmt die Gefahr einer Ausspähung persönlicher Daten immer mehr zu, da zwei Drittel der Top-50-Schädlinge darauf abzielen“.
Die Hersteller, aber auch die Sicherheitsspezialisten, sind deshalb aufgefordert, ihr virtuelles Desktop-Konzept absolut krisenfest zu machen. Symantec etwa setzt mit Partner VeriSign auf eine eindeutige, fälschungssichere und nicht auslesbare Identifizierung rund um die jeweils berechtigte Person. „Dies geschieht zum Beispiel über eine Art Ausweiskontrolle, nach der erst der Zugriff auf die jeweiligen Anwendungen und die persönlichen Daten gewährt werden soll“, erläutert Lindner.
Hinzu kommen weitere Dienste, etwa informiert der Norton Identity Client Anwender über die Seriosität von Webseiten. Ein weiteres Element ist der „einmalige Gebrauch“ von Zugangsdaten wie Kreditkartennummern. Derartige „Einmal-Daten“ reduzierten das Missbrauchsrisiko für den Anwender erheblich.
Bei Sun Microsystems können die Anwender sogar ihre kompletten Desktop-Umgebungen betriebssystem- und applikationsseitig ins Rechenzentrum verlegen und dort betreiben lassen. Dabei kombiniert der Hersteller seine „Ultra Thin Client und Secure Global Desktop“-Technologie mit denen der virtualisierten Desktops. Die entsprechende Software ermögliche den Zugriff auf beliebige Anwendungen unter Solaris, Unix, Linux, Java, Windows, AS/400 und Mainframe – von jedem beliebigen Client aus.
Gerade bei einem Engagement in risikoreichen Regionen der Erde, wie etwa in China der Fall, stelle der virtuelle Desktop für zahlreiche Unternehmen einen praktikablen Weg dar, empfiehlt Sun-Experte Thulin. So arbeitet etwa die lokale Niederlassung der Nachrichtenagentur Reuters in Beijing bereits seit Herbst vergangenen Jahres in einer virtuellen Desktop-Infrastruktur. Damit erzielt Reuters Technology China nicht nur Kostenvorteile, sondern erhöht auch die Flexibilität, denn in den nächsten Jahren soll sich die Mitarbeiterzahl verdreifachen.
Seite 5: Ausgereifte Sicherheitsarchitekturen erforderlich
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