Definition Counter-Mode/CBC-MAC Protocol (CCMP)

Was ist CCMP?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Peter Schmitz

Das Counter-Mode/CBC-MAC Protocol (CCMP) ist ein WLAN-Sicherheitsprotokoll, das im WPA2-Standard zum Einsatz kommt.
Das Counter-Mode/CBC-MAC Protocol (CCMP) ist ein WLAN-Sicherheitsprotokoll, das im WPA2-Standard zum Einsatz kommt. (Bild: Pixabay / CC0)

Das Counter Mode with Cipher Block Chaining Message Authentication Code Protocol, kurz CCMP, ist ein Sicherheitsstandard für WLANs, der beim Verschlüsselungs­standard WPA2 (Wi-Fi Protected Access 2) zum Einsatz kommt. Mit CCMP gesicherte WLANs gelten trotz theoretischer Angriffsmöglichkeiten aktuell als sehr sicher.

Die Abkürzung CCMP steht für Counter-Mode/CBC-MAC Protocol (vollständig: Counter Mode with Cipher Block Chaining Message Authentication Code Protocol). Es ist ein Sicherheitsstandard, der in der IEEE-Norm 802.11i beschrieben ist und zur Sicherung von WLANs mit WPA2 zum Einsatz kommt. Das Counter-Mode/CBC-MAC Protocol verwendet verschiedene kryptographische Algorithmen und ist wesentlich sicherer als WEP oder WPA mit TKIP. CCMP stellt Mechanismen zur Integritätssicherung, Verschlüsselung und Authentifizierung im WLAN zur Verfügung. Das Verfahren nutzt starke, 128 Bit lange Schlüssel in Kombination mit 48 Bit langen Initialisierungsvektoren und basiert auf dem Advanced Encryption Standard (AES). WPA2 mit CCMP und AES gilt derzeit als sehr sicher und ist die für WLAN-Netze empfohlene Verschlüsselungsmethode.

Funktionsweise und wesentliche Bestandteile von CCMP

Das Counter-Mode/CBC-MAC Protocol und AES bieten aufgrund der 128 Bit langen Schlüssel und dem 48 Bit langen Initialisierungsvektor ein hohes Sicherheitsniveau. Die wesentlichen Bestandteile von CCMP sind:

  • die Counter Mode Komponente (CM) zur Verschlüsselung der übertragenen Daten
  • der Cipher Block Chaining Message Authentication Code (CBC-MAC) für die Integritätsprüfung und Authentifizierung der Daten

Ein CCMP-Datenpaket besteht aus fünf verschiedenen Teilen. Es beginnt mit der Absender- und Zieladresse der Daten. Anschließend folgt der CCMP-Header. Bestandteile des Headers sind die Paketnummer, der externe Initialisierungsvektor und die Key ID. Die Paketnummer wird bei jedem Paket hochgezählt. Das Counter-Mode/CBC-MAC Protocol nutzt diese Werte, um die Daten und den Message Integrity Code (MIC) (Teil drei und Teil vier des Pakets) zu verschlüsseln. Am Ende des Datenpakets ist eine Frame Check Sequence angefügt, die zur Fehlererkennung und Fehlerkorrektur dient. Im Datenpaket sind nur der eigentliche Datenanteil und der MIC verschlüsselt.

Bei der Schlüsselverhandlung mit WPA2 und CCMP führen die Stationen jeweils bestimmte Rollen aus. Der Client ist der sogenannte Supplicant und der Accesspoint der Authenticator. Es ist genau festgelegt, welche Nachrichten und Pakete die Stationen zu versenden haben und wie darauf zu reagieren ist. Eine Wiederholung des ausgehandelten und vom Initialisierungsvektor und WPA-Schlüssel abhängigen Schlüssels erfolgt theoretisch erst nach 16 Millionen Paketen. Um Wiederholungen in stark ausgelasteten WLANs bereits nach wenigen Stunden zu verhindern, ist eine automatische Neuverhandlung des Schlüssels in regelmäßigen Intervallen vorgesehen.

So knacken Sie WLAN-Verschlüsselungen

WEP, WPA2 und WPS hacken

So knacken Sie WLAN-Verschlüsselungen

18.04.17 - WLAN-Verschlüsselungen aufzubrechen ist grundsätzlich machbar – wenn man die richtigen Werkzeuge hat. Die größte Hürde ist eine passende Passwortliste, die eigentlichen Tools sind kostenlos erhältlich und leicht zu bedienen. lesen

Die Schwachstellen des Counter-Mode/CBC-MAC Protocols

Praktisch relevante Schwachstellen von WPA2 mit CCMP und AES sind keine bekannt, weshalb per Counter-Mode/CBC-MAC Protocol gesicherte WLANs aktuell als sehr sicher gelten. Es existieren einige theoretische Angriffsmethoden. 2017 wurde die KRACK-Methode (Key Reinstallation Attack) öffentlich bekannt. Sie nutzt eine Schwachstelle im Handshake-Verfahren beim Verbindungsaufbau zur Aushandlung von Schlüsseln. Mit KRACK lassen sich Datenpakete entschlüsseln und Angriffe wie TCP-Hijacking oder HTTP-Injection ausführen. Im Extremfall ist es möglich, den verwendeten Schlüssel zu ersetzen und die Verschlüsselung vollständig auszuhebeln. Allerdings sind überwiegend Android- und GNU/Linux-Implementationen von der KRACK-Schwachstelle betroffen. Die Sicherheitslücke lässt sich mit einem Softwareupdate schließen. So wurden die teilweise anfälligen Windows-Systeme bereits vor dem Bekanntwerden der Angriffsmethode seitens Microsoft gepatcht.

Potentieller Angriff auf WPA2 entdeckt

KRACK attackiert WLAN-Verschlüsselung

Potentieller Angriff auf WPA2 entdeckt

16.10.17 - Eine Schwachstelle in WPA2 gefährdet den Verschlüsselungsstandard für WLANs. Sicherheitsforscher haben eine Möglichkeit gefunden, wie sich WLAN-Clients und Access Points attackieren und deren Schlüssel knacken lassen. Updates schaffen Abhilfe – müssen aber von den Herstellern kommen. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Wurmkur für Windows XP bis Server 2008

BSI und Infoblox warnen vor neuem WannaCry

Wurmkur für Windows XP bis Server 2008

Aus Sorge vor einer erneuten Wurmepidemie hat Microsoft die eigentlich nicht mehr gepflegten Windows-Versionen XP und Server 2003 mit einem Patch versorgt – und damit womöglich eine Neuauflage des WannaCry-Angriffes verhindert. lesen

Wichtige Windows-Updates sogar für Windows XP

Microsoft Patchday Mai 2019

Wichtige Windows-Updates sogar für Windows XP

Microsoft hat am Patchday im Mai 2019 für alle unterstützten Windows-Systeme Updates zur Verfügung gestellt. Dieses Mal wurde auch ein Update für Windows XP, Vista und Windows Server 2003 bereitgestellt. Die neue Seitenkanal-Malware ZombieLoad steht im Mai im Fokus der Updates. Wir geben einen Überblick. lesen

Spyware per WhatsApp-Lücke installiert

Anwalt angegriffen, Technik der NSO Group unter Verdacht

Spyware per WhatsApp-Lücke installiert

Eine Schwachstelle in Facebooks mobilem Messenger WhatsApp wurde für gezielte Angriffe benutzt. Dabei kam offenbar eine Spyware der israelischen NSO Group zum Einsatz. Die bestreitet zwar eine Massenüberwachung, Nutzer sollten die Lösung dennoch dringend updaten. lesen

Dragonblood zeigt Schwächen von WLANs

Forscher liefern Tools und Paper, um WPA3 zu kompromittieren

Dragonblood zeigt Schwächen von WLANs

Wie angreifbar selbst aktuelle WLANs sind, haben jetzt die Forscher Mathy Vanhoef und Eyal Ronen mit einer Analyse des „Dragonfly handshake“ gezeigt. Im Fokus standen dabei auch das Protokoll EAP-pw sowie das Smartphone Samsung Galaxy S10. lesen

Ist SD-WAN genauso sicher wie MPLS?

Software-Defined WAN vs. Multi-Protocol Label Switching

Ist SD-WAN genauso sicher wie MPLS?

Keith Langridge, Vice President Networking bei BT, untersucht, welche Schritte notwendig sind, um die Netzwerk-Sicherheit bei der Einführung von SD-WAN aufrechtzuerhalten. lesen

IoT-Geräte werden zum Mittel für DDoS-Angriffe

A10 Networks DDoS Threat Intelligence Report

IoT-Geräte werden zum Mittel für DDoS-Angriffe

IT-Security-Anbieter A10 Networks hat den neuen „DDoS Threat Intelligence Report“ vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, welche Tools Hacker für DDoS-Angriffe nutzen und welche Ziele sie dabei angreifen. Bei der Studie kam heraus, dass verstärkt IoT-Geräte ausgenutzt werden, um Ziele weltweit mit synchronisierten Attacken anzugreifen. lesen

Was ist Netzwerkverschlüsselung?

Definition Layer 2- und Layer 3-Verschlüsselung

Was ist Netzwerkverschlüsselung?

Die Netzwerkverschlüsselung arbeitet auf dem Layer 2 oder 3 des OSI-Schichtenmodells. Sie stellt die Vertraulichkeit und Integrität der übertragenen Daten sowie die Authentizität der Kommunikationspartner sicher und ist für Protokolle oder Anwendungen höherer Schichten transparent. lesen

Wichtige Updates für Windows 10 und Windows 7/8.1

Update: Microsoft Patchday April 2019

Wichtige Updates für Windows 10 und Windows 7/8.1

Microsoft hat am Patchday April 2019 wieder einige wichtige Updates zur Verfügung gestellt. Neben Aktuslisierungen für die bereits veröffentlichten Windows-Versionen gibt es auch Updates für die nächste Windows 10 Version 1903, auch „Mai 2019 Update“ genannt. lesen

Sicherheit und Datenschutz am digitalen Arbeitsplatz

Nutzen und Datenschutz im Einklang

Sicherheit und Datenschutz am digitalen Arbeitsplatz

Cloud-basierte Kollaborationsplattformen begeistern nicht nur technikaffine Mitarbeiter, sondern treffen auch den Nerv einer breiten Nutzergemeinde. Unternehmen sollten aber darauf achten, dass ihre Lösung weit mehr Sicherheitsstandards bieten muss als etwa WhatsApp. Verschlüsselung allein reicht nicht. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45448831 / Definitionen)