Passkey ist eine auf FIDO2 basierende Authentifizierungstechnologie. Sie ermöglicht eine sichere, passwortlose Anmeldung und verwendet das Public-Key-Verfahren mit privaten und öffentlichen Schlüsseln. Webdienste wie Amazon, Google und Paypal unterstützen Passkey bereits.
Ein Passkey ist ein auf dem Public-Key-Verfahren basierendes, sicheres Anmeldeverfahren ohne Passwort.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)
Passkey ist eine Alternative zum herkömmlichen Anmelden mit Nutzername und Passwort. Entwickelt haben das Passkey-Verfahren die FIDO Alliance und das World Wide Web Consortium. Es basiert im Kern auf dem FIDO2-Standard, der eine sichere, passwortlose Anmeldung ermöglicht. Dabei ersetzt er Passwörter durch kryptographische Schlüsselpaare, bestehend aus öffentlichen und privaten Schlüsseln. Zusätzlich nutzt das Verfahren zur Bestätigung der Benutzeridentität Sicherheitsmerkmale wie biometrische Merkmale (Fingerabdruck, Gesichtserkennung), PINs oder Wischmuster. Passkey ist ein offenes, herstellerunabhängiges Verfahren und schützt vor Cyberbedrohungen wie Phishing. Es wird bereits von zahlreichen Betriebssystemen und Webbrowsern wie iOS, Android, Windows, macOS, Chrome, Edge und Safari unterstützt. Auch viele Webseiten wie Amazon, Apple PayPal, eBay und Google erlauben inzwischen die Anmeldung per Passkey.
Passkey basiert auf der asymmetrischen Verschlüsselung. Bei der ersten Anmeldung wird ein Schlüsselpaar bestehend aus einem privaten Schlüssel und einem öffentlichen Schlüssel erzeugt. Während der private Schlüssel auf dem Endgerät des Nutzer verbleibt, wird der öffentliche Schlüssel von der Gegenseite zum Beispiel einem Webservice oder einer App gespeichert. Passkey erweitert FIDO2 und macht die Authentifizierung nutzerfreundlicher, indem die privaten Schlüssel nicht mehr fest an ein bestimmtes Gerät gebunden sind und sich auf mehreren Geräten speichern oder über die Cloud synchronisieren lassen. Ein Schlüsselpaar ist immer nur für einen Service oder ein Konto gültig.
Bei der Authentifizierung mit Passkey meldet sich der Nutzer mit einem auf dem Gerät gespeicherten privaten Schlüsel und einem biometischen Merkmal an. Bei der Überprüfung der Identität erlangt der Server niemals Kenntnis über den privaten Schlüssel, sondern nutzt dafür nur den öffentlichen Schlüssel.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)
Bei der Anmeldung per Passkey an einem Server sendet der Server zunächst eine Challenge an das Gerät des Users. Die Challenge wird gelöst, indem sie mit dem auf dem Gerät gespeicherten privaten Schlüssel digital signiert wird. Lokal auf dem Gerät authentifiziert sich der Benutzer per biometrischem Merkmal, PIN oder Wischgeste. Der Server überprüft die ihm übermittelte Lösung der Challenge und kann mithilfe des ihm bekannten öffentlichen Schlüssels zweifelsfrei feststellen, dass die Lösung vom Besitzer des zugehörigen privaten Schlüssels stammt. Der Server benötigt niemals Kenntnis über den privaten Schlüssel und es müssen auch keine sensiblen Daten über das Netzwerk übertragen werden. Eine geräteübergreifende Authentifizierung wird ebenfalls unterstützt. Zum Beispiel kann ein QR-Code von einem Gerät mit gültigem Passkey gescannt werden, um die Anmeldung abzuschließen, oder Passkeys werden per Cloud über mehrere Geräte hinweg synchronisiert.
Was sind die Vorteile und Nachteile von Passkey?
Eine Anmeldung mit Passkeys anstatt Username und Passwort bietet viele Vorteile. Zu diesen Vorteilen zählen:
Der User muss sich keine Passwörter mehr ausdenken und merken.
Die Anmeldung ist nutzerfreundlicher, da kein Passwort eingegeben werden muss und biometrische Merkmale genutzt werden können.
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung über biometrische Merkmale macht die Anmeldung sicherer.
Für jeden Service, jede Seite oder jede App werden eigene Passkeys verwendet. Sie funktionieren nicht bei anderen Services, Seiten oder Apps.
Die Passkeys sind immer komplex und einzigartig.
Das Verfahren schützt vor Angriffsmethoden wie Phishing.
Es werden bei der Anmeldung keine geheimen Informationen übertragen und es können keine Passwörter abgefangen werden.
Server, an denen man sich anmelden möchte, müssen keine Passwörter speichern und benötigen keine Kenntnis über private Schlüssel. Wird ein Server kompromittiert, gelangen keine Passwörter oder private Schlüssel in die Hände des Angreifers.
Allerdings sollten Anwender bedenken, dass Passkeys oft an bestimmte Geräte gekoppelt sind. Geht das Gerät zur Authentifizierung verloren, kann es schwierig sein, den Zugriff auf Konten wiederherzustellen. Deshalb sollten Nutzer zusätzliche Backups wie eine Cloud-Synchronisierung oder andere Wiederherstellungsmethoden einrichten. Daneben sind Passkeys weniger benutzerfreundlich, wenn sich mehrere Personen Geräte teilen, da sie in der Regel an einen einzigen für die biometrische Authentifzierung gebunden sind. Während sich Passkeys unter Privatpersonen an hoher Akzeptanz erfreuen und immer häufiger eingesetzt werden, kommt die Umstellung für Unternehmen mit hohem Ressourcenaufwand einher.
Während FIDO2 die Basis für Passkey darstellt, haben Unternehmen wie Google, Paypal und Amazon ihre Passkey-Implementierungen etwas angepasst, um die Nutzung nahtlos zu ermöglichen. Bei Google sind Passkeys eng mit dem Android-Betriebssystem und dem Google-Account des Nutzers verknüpft. Die Wiederherstellung des Passkeys erfolgt über die Google-Kontosicherheitseinstellungen. Bei Paypal liegt der Fokus auf der Zahlungssicherheit und bietet eine breite Plattformunterstützung. Hier ist die Nutzung eher an den Paypal-Account gebunden als an ein bestimmtes Gerät. Auch Amazon bietet Passkey als Authentifizierungsmethode. Im eigenen Ökosystem funktionieren Passkeys reibungslos für Kindle, Fire TV und Echo-Geräte. Externe Plattformen werden ebenfalls unterstütz, funktionieren jedoch weniger nahtlos.
Stand: 08.12.2025
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Wie der Passkey eingerichtet werden kann, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Grundsätzlich sollten Sie jedoch vorab sicherstellen, dass Ihr Gerät und Ihr Browser die Passkey-Technologie WebAuthn unterstützt. Zudem müssen die Geräte für die biometrische Identifizierung geeignet sein.
1. Öffnen Sie die Website oder die App, bei der sie einen Passkey einrichten möchten.
2. Melden Sie sich mit Ihren bestehenden Zugangsdaten, als Nutzername und Passwort an, oder registrieren Sie sich erstmalig.
3. Bei den meisten Diensten finden Sie die Passkey-Option im Menüpunkt für Sicherheit nund Kontoeinstellungen.
4. Dort suchen Sie nach der Option „Passkey hinzufügen“ oder „Passkey erstellen“.
5. Für die Authentifizierung müssen Sie sich für eine Methode entscheiden. In der Regel werden Biometrie, PIN oder Passwort oder ein externer Schlüssel zur Auswahl geboten.
6. Haben Sie eine Option gewählt generiert der Dienst ein kryptografisches Schlüsselpaar. Der private Schlüssel wird auf Ihrem Gerät beziehungsweise in einer gesicherten Cloud gespeichert und der öffentliche Schlüssel wird auf dem Server des Dienstes gespeichert.