Enterprise Risk Management ist die Bezeichnung für ein ganzheitliches, unternehmensweites Risikomanagement. Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen des Risikomanagements betrachtet das ERM die einzelnen Risiken nicht isoliert. Modernes ERM berücksichtig das gesamte Unternehmen, die Risiken, denen es ausgesetzt ist sowie gegenseitigen Wechselwirkungen.
Enterprise Risk Management bringt Balance in komplexe Unternehmensrisiken – moderne Frameworks und Softwarelösungen helfen CISOs und Geschäftsführern, strategische Entscheidungen risikobewusst zu treffen.
(Bild: [CherriesJD] via Getty Images.)
Die Abkürzung ERM steht für Enterprise Risk Management. Dabei handelt es handelt sich um einen konzeptionellen Ansatz eines ganzheitlichen, unternehmensweiten Risikomanagements. ERM hat sich aus dem traditionellen Risikomanagement im Unternehmen entwickelt und bietet eine verbesserte Herangehensweise. Im Gegensatz zum klassischen Risikomanagement erfolgt die Betrachtung der Risiken in Bezug auf die Geschäftsprozesse, Unternehmensbereiche und Risikoarten nicht isoliert, sondern auf der Ebene des Gesamtunternehmens. Auch Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zwischen den Einzelrisiken werden beachtet.
Im Zentrum des Enterprise Risk Managements steht das Ziel, eventuelle Schäden für Unternehmen zu minimieren. Neben Risiken hat es auch die Chancen im Blick und das Ziel, die Geschäftsziele bestmöglich zu erreichen. Sicherheitsprozesse, die zur Erreichung der Geschäftsziele benötigt werden, sind ebenfalls Bestandteil dieses Strategiekonzepts. Ein bekanntes und weltweit etabliertes Rahmenwerk veröffentlichte das Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) im Jahr 2004. Es wurde seither mehrfach überarbeitet und aktualisiert.
Zahlreiche Risiken gefährden die Erreichung der Geschäftsziele eines Unternehmens, Wirtschaftskrisen, Naturkatastrophen, Datenschutzverletzungen aber auch zunehmend Cyberangriffe. Solche Risiken können Schäden für das Unternehmen selbst, für seine Mitarbeiter, Kunden, Partner, Geldgeber und für die Gesellschaft allgemein verursachen. Deshalb ist es das Ziel des Risikomanagements, Schäden zu minimieren. Allerdings erfolgte die Betrachtung der Risiken in der Vergangenheit im klassischen Risikomanagement isoliert. Geschäftsprozesse, Unternehmensbereiche und die verschiedenen Risikoarten wurden einzeln analysiert. Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen den Risiken fanden kaum Beachtung. Dieses Manko soll das Enterprise Risk Management beseitigen, indem es einen ganzheitlichen, unternehmensweiten Ansatz für das Management der Risiken bereitstellt. So können Risiken beurteilt werden, die das gesamte Unternehmen betreffen. Dazu sollen die Risiken strategisch so verwaltet werden, dass die Unternehmensziele erreicht werden. Dabei sind die Funktionen des Risikomanagements in die Geschäftsorganisation und die Unternehmensprozesse integriert.
Konzept und Merkmale des Enterprise Risk Managements
Im Mittelpunkt des Enterprise Risk Managements stehen die Identifizierung, die Beurteilung, die Verwaltung und die Steuerung der wesentlichen Risiken eines Unternehmens. Die Beurteilung der Risiken erfolgt immer in Bezug auf die Erreichung der Unternehmensziele. Die Eigenschaften des ERMs umfassen die Konsolidierung des Risikomanagements sowie die strukturierte Durchführung der Risikosteuerung und -verwaltung. Es werden fortlaufende Abläufe geschaffen, die von sämtlichen Angestellten und Führungskräften unterstützt werden. Das Risikomanagement erfolgt bereichsübergreifend auf allen Ebenen der Organisation.
Enterprise Risk Management Framework
Ein Enterprise Risk Management Framework liefert den strukturellen Rahmen, um Risiken ganzheitlich und systematisch zu identifizieren, zu bewerten, zu überwachen und zu steuern. Es hilft Unternehmen dabei, Risiken nicht isoliert zu betrachten, sondern als Bestandteil der strategischen Entscheidungsfindung – mit Blick auf den Unternehmenswert und die Zielerreichung. Ein solches Framework schafft Transparenz über Risiken, sorgt für Konsistenz im Risikomanagementprozess und ermöglicht eine bessere Integration in Governance-Strukturen.
Das derzeit wohl am weitesten verbreitete ERM-Framework stammt von der Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission. Dieses ERM-Framework wurde zuletzt 2020 aktualisiert und versteht das Risikomanagement als Treiber für Strategie und Performance. Es umfasst fünf Komponenten:
Governance und Kultur
Strategie und Zielsetzung
Leistung
Risikoüberprüfung
Informations-, Kommunikations- und Berichtsprozesse
Dabei legt das COSO-Framework besonderen Wert auf die Integration von Risikomanagement in das unternehmerische Denken. Neben dem COSO-Framework existieren weitere anerkannte Rahmenwerke wie ISO 31000 – ein internationaler Standard, der allgemeine Leitlinien für das Risikomanagement bietet. Auch branchenspezifische Ansätze wie das NIST Risk Management Framework (RMF) für Informationssicherheit in US-Behörden oder Basel III für Banken gehören zu den etablierten ERM-Systematiken.
In modernen Enterprise-Risk-Management-Strategien spielen Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) zunehmend eine tragende Rolle. Sie werden eingesetzt, um Risikodaten in Echtzeit zu analysieren, Muster in großen Datenmengen zu erkennen und Frühwarnindikatoren für potenzielle Risiken zu identifizieren. Insbesondere in dynamischen, IT-getriebenen Unternehmensumgebungen mit hohem Automatisierungsgrad können KI-gestützte Systeme dazu beitragen, Risiken nicht nur schneller, sondern auch präziser zu bewerten.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
ERM-Frameworks wie das von COSO betonen zunehmend die Bedeutung datengetriebener Entscheidungsfindung und adaptiver Steuerungsmechanismen. Während traditionelle Methoden stark auf Erfahrungswerte und manuelle Analysen setzen, ermöglichen ML-Algorithmen eine kontinuierliche Verbesserung des Risikoerkennungsprozesses, etwa durch selbstlernende Modelle zur Erkennung von Anomalien, Cyberangriffsmustern oder finanziellen Unregelmäßigkeiten.
Dedizierte ERM-Software unterstützt Unternehmen dabei, Risiken effizienter zu erfassen, zu analysieren und zu überwachen – insbesondere in komplexen IT- und Geschäftsprozessen. Eine ERM-Lösung digitalisiert und automatisiert viele Arbeitsschritte des Risikomanagementprozesses, etwa die Risikoidentifikation, Bewertung nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe, Maßnahmenverfolgung und das Reporting gegenüber Management oder Aufsichtsbehörden. Sie ermöglicht eine zentrale Datenhaltung, rollenbasierte Zugriffskontrollen sowie die Erstellung von Berichten und Dashboards in Echtzeit.
Am Markt etabliert sind Anbieter wie Logicmanager, Riskwatch, Metricstream, RSA Archer oder SAP GRC. Diese Lösungen bieten unter anderem Risikoregister, Frühwarnsysteme, Compliance-Module sowie Integrationen mit ITSM-, ERP- oder Audit-Systemen. Die Auswahl der passenden Lösung hängt stark von Unternehmensgröße, Branche und IT-Infrastruktur ab.
Die Vorteile einer ERM-Software liegen vor allem in der verbesserten Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen, der Effizienzsteigerung durch automatisierte Prozesse sowie in der erhöhten Transparenz gegenüber internen und externen Stakeholdern. Darüber hinaus kann die Software dabei helfen, Silostrukturen aufzubrechen und Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu korrelieren – ein entscheidender Faktor für resiliente Organisationen.