Der unverzichtbare Standard Deshalb sind TLS-Zertifikate für Domains unverzichtbar

Ein Gastbeitrag von Christian Dallmayer 4 min Lesedauer

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Die Vertrauenswürdigkeit von Webseiten hängt maßgeblich von der richtigen Absicherung ab – hier spielen TLS-Zertifikate eine entscheidende Rolle. Früher als SSL-Zertifikate bekannt, wird heute unter dem Namen TLS (Transport Layer Security) der aktuelle Sicherheitsstandard genutzt. Doch warum ist TLS wichtig und welche Vorteile bietet eine korrekte Zertifikatsverwaltung für Domains?

Ob einfache Website oder komplexe Plattform mit vielen Subdomains: TLS ist heute der unverzichtbare Standard für eine zukunftssichere Domain-Sicherheit und ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung der NIS-2-Anforderungen.(Bild: ©  Song_about_summer - stock.adobe.com)
Ob einfache Website oder komplexe Plattform mit vielen Subdomains: TLS ist heute der unverzichtbare Standard für eine zukunftssichere Domain-Sicherheit und ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung der NIS-2-Anforderungen.
(Bild: © Song_about_summer - stock.adobe.com)

SSL (Secure Sockets Layer) diente lange als Standard für verschlüsselte Internetverbindungen, wurde jedoch aufgrund bekannter Sicherheitslücken abgelöst. TLS (Transport Layer Security) ist die Weiterentwicklung von SSL und bietet seit 2018 eine verbesserte Verschlüsselung, höhere Sicherheit und Performance. Alle modernen Browser und Server unterstützen mittlerweile nur noch TLS 1.2 und TLS 1.3, während SSL 3.0 und frühere Versionen als unsicher gelten. Domains, die noch mit dem alten Standard verschlüsselt sind, laufen dann häufig ins Leere. Dennoch wird im allgemeinen Sprachgebrauch oft noch von „SSL-Zertifikaten“ gesprochen, obwohl technisch korrekt „TLS-Zertifikate“ gemeint sind.

Warum TLS-Zertifikate für Domains essenziell sind

TLS-Zertifikate erfüllen mehrere wichtige Funktionen für Domains:

  • Sichere Datenübertragung: Sie verschlüsseln die Kommunikation zwischen Server und Nutzer (Client) und schützen sensible Daten vor Abhörversuchen.
  • SEO-Vorteile: Google bevorzugt HTTPS-Seiten und belohnt sie mit besseren Platzierungen in den Suchergebnissen.
  • Schutz vor Phishing und Identitätsdiebstahl: EV- (Extended Validation) und OV-Zertifikate (Organization Validation) bestätigen die Identität des Webseitenbetreibers.
  • Erhöhung der Vertrauenswürdigkeit: Moderne Browser kennzeichnen unsichere Seiten ohne TLS-Zertifikat als potenziell gefährlich.
  • Absicherung der E-Mail-Kommunikation: TLS-Zertifikate sichern auch den Mailverkehr über die eigene Domain ab – sowohl bei der Verbindung zwischen Mail-Client und Mail-Server als auch bei der Übertragung zwischen Mailservern. So lassen sich vertrauliche Inhalte wirksam vor dem Zugriff Dritter schützen.

Managed TLS-Zertifikate: Automatisierung für höhere Sicherheit

Für Unternehmen mit mehreren Domains oder Subdomains kann die Verwaltung von TLS-Zertifikaten schnell zu einer komplexen Herausforderung werden. Hier kommen Managed TLS-Zertifikate ins Spiel, die eine automatisierte und zentralisierte Lösung für die Zertifikatsverwaltung bieten. Sie sorgen dafür, dass Erneuerungen rechtzeitig erfolgen, sodass abgelaufene Zertifikate und daraus resultierende Sicherheitsrisiken vermieden werden. Da die Verwaltung von Managed TLS-Zertifikaten zentral erfolgt, behalten Unternehmen stets den Überblick über alle aktiven Zertifikate und können ihre Sicherheitsstrategie einheitlich umsetzen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Minimierung menschlicher Fehler: Manuelle Prozesse bergen immer das Risiko von Verzögerungen oder Konfigurationsfehlern, die zu Sicherheitslücken führen können (etwa durch das Vergessen einer Zertifikatsverlängerung). Durch den Einsatz eines Managed-TLS-Systems werden diese Risiken signifikant reduziert, was sich besonders für Unternehmen mit einer komplexen IT-Landschaft als essentiell erweist.

Erweiterung der TLS-Zertifikate: Lösungen für komplexe Anforderungen

Nicht alle Webseiten benötigen das gleiche Sicherheitsniveau, weshalb es verschiedene Zertifikatstypen gibt. Domain Validated (DV) Zertifikate bieten eine grundlegende Verschlüsselung und eignen sich für einfache Webseiten, die lediglich eine sichere Verbindung benötigen. Organization Validated (OV) Zertifikate gehen darüber hinaus, indem sie nicht nur die Domain, sondern auch die dahinterstehende Organisation verifizieren, was für Nutzer und Geschäftspartner ein höheres Maß an Vertrauenswürdigkeit schafft. Extended Validation (EV) Zertifikate setzen noch strengere Prüfverfahren voraus und zeigen den Unternehmensnamen direkt in der Browser-Adressleiste an. Das (manchmal grüne) Schloss-Symbol) ist ein starkes Signal für Seriosität und Transparenz. Wildcard-Zertifikate sind ideal für Unternehmen, die nicht nur eine Haupt-Domain, sondern auch alle zugehörigen Subdomains schützen möchten, während Multi-Domain-Zertifikate (SAN-Zertifikate) eine flexible Lösung für die Absicherung mehrerer unabhängiger Domains unter einem einzigen Zertifikat bieten.

Best Practices für den Einsatz bei Domains

Damit TLS-Zertifikate ihre Schutzfunktion optimal erfüllen, kommt es nicht nur auf die richtige Auswahl, sondern auch auf eine sorgfältige Implementierung und Verwaltung an. Wer Sicherheitslücken vermeiden und die Nutzererfahrung verbessern möchte, sollte einige grundlegende Maßnahmen beachten.

  • 1. Automatisierte Erneuerung sicherstellen: Zertifikate laufen oft nach 90 Tagen oder spätestens zwei Jahren ab. Eine automatisierte Verlängerung verhindert Ablaufprobleme.
  • 2. HTTPS-Erzwingung aktivieren: Über eine 301-Weiterleitung oder HSTS (HTTP Strict Transport Security) wird sichergestellt, dass alle Verbindungen verschlüsselt erfolgen.
  • 3. Zertifikate von einer vertrauenswürdigen CA beziehen: Bekannte Zertifizierungsstellen wie Let's Encrypt, DigiCert, Thawte oder GlobalSign garantieren hohe Sicherheitsstandards.
  • 4. Gemischte Inhalte vermeiden: Alle eingebetteten Ressourcen (Bilder, Skripte, Stylesheets (CSS), Fonts, iFrames, Videos) sollten über HTTPS geladen werden, um Sicherheitswarnungen zu verhindern.

Fazit: TLS-Zertifikate als Standard für sichere und vertrauenswürdige Domains

Domains sind die digitale Visitenkarte jedes Unternehmens – und ohne eine gesicherte Verbindung drohen nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern auch Vertrauensverluste und Ranking-Nachteile. Managed TLS-Zertifikate erleichtern die Verwaltung, während Wildcard- und Multi-Domain-Lösungen flexible Sicherheitsoptionen bieten.

Darüber hinaus sind TLS-Zertifikate ein Baustein zur Einhaltung der kommenden NIS-2-Richtlinie, die verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für digitale Infrastrukturen in der EU fordert. Unternehmen, die in den Geltungsbereich von NIS-2 fallen, sind verpflichtet, robuste Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren, um Cyberbedrohungen effektiv zu begegnen. Die Verwendung von TLS-Zertifikaten trägt zur Erfüllung dieser Anforderungen bei, indem sie eine verschlüsselte Kommunikation sicherstellen, den Schutz sensibler Daten gewährleisten und eine vertrauenswürdige digitale Umgebung schaffen. Besonders in regulierten Sektoren wie Finanzwesen, Gesundheitswesen und kritischer Infrastruktur ist die richtige Implementierung von TLS-Zertifikaten nicht nur eine Empfehlung, sondern eine notwendige Maßnahme zur Risikominimierung und Compliance-Sicherung. Ob einfache Website oder komplexe Plattform mit vielen Subdomains: TLS ist heute der unverzichtbare Standard für eine zukunftssichere Domain-Sicherheit und ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung der NIS-2-Anforderungen.

Über den Autor: Christian Dallmayer bringt über 15 Jahre Erfahrung in Web-, Technologie- und E-Commerce-Unternehmen mit, darunter gutefrage.net, equinux AG und 1-2-3.tv. Seit 2022 ist er bei united-domains und verantwortet als General Manager die Bereiche B2B und B2C.

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