Die Vertrauenswürdigkeit von Webseiten hängt maßgeblich von der richtigen Absicherung ab – hier spielen TLS-Zertifikate eine entscheidende Rolle. Früher als SSL-Zertifikate bekannt, wird heute unter dem Namen TLS (Transport Layer Security) der aktuelle Sicherheitsstandard genutzt. Doch warum ist TLS wichtig und welche Vorteile bietet eine korrekte Zertifikatsverwaltung für Domains?
Ob einfache Website oder komplexe Plattform mit vielen Subdomains: TLS ist heute der unverzichtbare Standard für eine zukunftssichere Domain-Sicherheit und ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung der NIS-2-Anforderungen.
SSL (Secure Sockets Layer) diente lange als Standard für verschlüsselte Internetverbindungen, wurde jedoch aufgrund bekannter Sicherheitslücken abgelöst. TLS (Transport Layer Security) ist die Weiterentwicklung von SSL und bietet seit 2018 eine verbesserte Verschlüsselung, höhere Sicherheit und Performance. Alle modernen Browser und Server unterstützen mittlerweile nur noch TLS 1.2 und TLS 1.3, während SSL 3.0 und frühere Versionen als unsicher gelten. Domains, die noch mit dem alten Standard verschlüsselt sind, laufen dann häufig ins Leere. Dennoch wird im allgemeinen Sprachgebrauch oft noch von „SSL-Zertifikaten“ gesprochen, obwohl technisch korrekt „TLS-Zertifikate“ gemeint sind.
Warum TLS-Zertifikate für Domains essenziell sind
TLS-Zertifikate erfüllen mehrere wichtige Funktionen für Domains:
Sichere Datenübertragung: Sie verschlüsseln die Kommunikation zwischen Server und Nutzer (Client) und schützen sensible Daten vor Abhörversuchen.
SEO-Vorteile: Google bevorzugt HTTPS-Seiten und belohnt sie mit besseren Platzierungen in den Suchergebnissen.
Schutz vor Phishing und Identitätsdiebstahl: EV- (Extended Validation) und OV-Zertifikate (Organization Validation) bestätigen die Identität des Webseitenbetreibers.
Erhöhung der Vertrauenswürdigkeit: Moderne Browser kennzeichnen unsichere Seiten ohne TLS-Zertifikat als potenziell gefährlich.
Absicherung der E-Mail-Kommunikation: TLS-Zertifikate sichern auch den Mailverkehr über die eigene Domain ab – sowohl bei der Verbindung zwischen Mail-Client und Mail-Server als auch bei der Übertragung zwischen Mailservern. So lassen sich vertrauliche Inhalte wirksam vor dem Zugriff Dritter schützen.
Managed TLS-Zertifikate: Automatisierung für höhere Sicherheit
Für Unternehmen mit mehreren Domains oder Subdomains kann die Verwaltung von TLS-Zertifikaten schnell zu einer komplexen Herausforderung werden. Hier kommen Managed TLS-Zertifikate ins Spiel, die eine automatisierte und zentralisierte Lösung für die Zertifikatsverwaltung bieten. Sie sorgen dafür, dass Erneuerungen rechtzeitig erfolgen, sodass abgelaufene Zertifikate und daraus resultierende Sicherheitsrisiken vermieden werden. Da die Verwaltung von Managed TLS-Zertifikaten zentral erfolgt, behalten Unternehmen stets den Überblick über alle aktiven Zertifikate und können ihre Sicherheitsstrategie einheitlich umsetzen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Minimierung menschlicher Fehler: Manuelle Prozesse bergen immer das Risiko von Verzögerungen oder Konfigurationsfehlern, die zu Sicherheitslücken führen können (etwa durch das Vergessen einer Zertifikatsverlängerung). Durch den Einsatz eines Managed-TLS-Systems werden diese Risiken signifikant reduziert, was sich besonders für Unternehmen mit einer komplexen IT-Landschaft als essentiell erweist.
Erweiterung der TLS-Zertifikate: Lösungen für komplexe Anforderungen
Nicht alle Webseiten benötigen das gleiche Sicherheitsniveau, weshalb es verschiedene Zertifikatstypen gibt. Domain Validated (DV) Zertifikate bieten eine grundlegende Verschlüsselung und eignen sich für einfache Webseiten, die lediglich eine sichere Verbindung benötigen. Organization Validated (OV) Zertifikate gehen darüber hinaus, indem sie nicht nur die Domain, sondern auch die dahinterstehende Organisation verifizieren, was für Nutzer und Geschäftspartner ein höheres Maß an Vertrauenswürdigkeit schafft. Extended Validation (EV) Zertifikate setzen noch strengere Prüfverfahren voraus und zeigen den Unternehmensnamen direkt in der Browser-Adressleiste an. Das (manchmal grüne) Schloss-Symbol) ist ein starkes Signal für Seriosität und Transparenz. Wildcard-Zertifikate sind ideal für Unternehmen, die nicht nur eine Haupt-Domain, sondern auch alle zugehörigen Subdomains schützen möchten, während Multi-Domain-Zertifikate (SAN-Zertifikate) eine flexible Lösung für die Absicherung mehrerer unabhängiger Domains unter einem einzigen Zertifikat bieten.
Best Practices für den Einsatz bei Domains
Damit TLS-Zertifikate ihre Schutzfunktion optimal erfüllen, kommt es nicht nur auf die richtige Auswahl, sondern auch auf eine sorgfältige Implementierung und Verwaltung an. Wer Sicherheitslücken vermeiden und die Nutzererfahrung verbessern möchte, sollte einige grundlegende Maßnahmen beachten.
1. Automatisierte Erneuerung sicherstellen: Zertifikate laufen oft nach 90 Tagen oder spätestens zwei Jahren ab. Eine automatisierte Verlängerung verhindert Ablaufprobleme.
2. HTTPS-Erzwingung aktivieren: Über eine 301-Weiterleitung oder HSTS (HTTP Strict Transport Security) wird sichergestellt, dass alle Verbindungen verschlüsselt erfolgen.
3. Zertifikate von einer vertrauenswürdigen CA beziehen: Bekannte Zertifizierungsstellen wie Let's Encrypt, DigiCert, Thawte oder GlobalSign garantieren hohe Sicherheitsstandards.
4. Gemischte Inhalte vermeiden: Alle eingebetteten Ressourcen (Bilder, Skripte, Stylesheets (CSS), Fonts, iFrames, Videos) sollten über HTTPS geladen werden, um Sicherheitswarnungen zu verhindern.
Fazit: TLS-Zertifikate als Standard für sichere und vertrauenswürdige Domains
Domains sind die digitale Visitenkarte jedes Unternehmens – und ohne eine gesicherte Verbindung drohen nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern auch Vertrauensverluste und Ranking-Nachteile. Managed TLS-Zertifikate erleichtern die Verwaltung, während Wildcard- und Multi-Domain-Lösungen flexible Sicherheitsoptionen bieten.
Darüber hinaus sind TLS-Zertifikate ein Baustein zur Einhaltung der kommenden NIS-2-Richtlinie, die verstärkte Sicherheitsmaßnahmen für digitale Infrastrukturen in der EU fordert. Unternehmen, die in den Geltungsbereich von NIS-2 fallen, sind verpflichtet, robuste Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren, um Cyberbedrohungen effektiv zu begegnen. Die Verwendung von TLS-Zertifikaten trägt zur Erfüllung dieser Anforderungen bei, indem sie eine verschlüsselte Kommunikation sicherstellen, den Schutz sensibler Daten gewährleisten und eine vertrauenswürdige digitale Umgebung schaffen. Besonders in regulierten Sektoren wie Finanzwesen, Gesundheitswesen und kritischer Infrastruktur ist die richtige Implementierung von TLS-Zertifikaten nicht nur eine Empfehlung, sondern eine notwendige Maßnahme zur Risikominimierung und Compliance-Sicherung. Ob einfache Website oder komplexe Plattform mit vielen Subdomains: TLS ist heute der unverzichtbare Standard für eine zukunftssichere Domain-Sicherheit und ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung der NIS-2-Anforderungen.
Über den Autor: Christian Dallmayer bringt über 15 Jahre Erfahrung in Web-, Technologie- und E-Commerce-Unternehmen mit, darunter gutefrage.net, equinux AG und 1-2-3.tv. Seit 2022 ist er bei united-domains und verantwortet als General Manager die Bereiche B2B und B2C.
(ID:50487323)
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.