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Biometrische Erkennung im Einsatz

Wie Biometrie die IT-Sicherheit bereichert

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Zwiegespaltenes Sicherheitsverständnis

Wie der neueste Unisys Security Index, eine zweimal jährlich durchgeführte Umfrage zu sicherheitsrelevanten Fragen, gezeigt hat, sehen viele Deutsche Identitäts- und Datenbetrug als großes Sicherheitsproblem. 79 Prozent der Befragten gaben an, ihren Online-Account schließen zu wollen, wenn ein Zugriff von Unbefugten auf ihre persönlichen Daten erfolgen würde. 60 Prozent aller deutschen Umfrageteilnehmer wären in einem solchem Falle außerdem dazu bereit, rechtliche Schritte gegen das betreffende Unternehmen einzuleiten.

Dies zeigt, wie wichtig und mitunter ausschlaggebend Datensicherheit heutzutage für den Unternehmenserfolg sein kann. Angesichts dieser Zahlen stellt sich aber auch die Frage, wieso sich 52 Prozent der gleichen Befragten besorgt über biometrische Technologien und deren Auswirkungen auf die Privatsphäre äußerten. Dies kann damit zusammenhängen, dass über biometrische Methoden gerade in den Medien oftmals kritisch im Zusammenhang mit Gesichtserkennungsprogrammen von Social Media Networks berichtet wird.

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So hat Facebook bereits biometrische Daten zu mehr als 450 Millionen Menschen gespeichert. Beim Hochladen von Fotos laufen diese durch einen biometrischen Scanner und werden bei erfolgreichem Abgleich mit Facebooks riesiger Datenbank namentlich markiert. Diese Neuerung führte Facebook ohne jegliche Vorwarnung ein.

Transparenz schafft Vertrauen

Erst nach erheblichen Protesten ermöglichte es das Unternehmen, die automatische Gesichtserkennung zu deaktivieren. Hier sieht man, wie wichtig Transparenz und der richtige Umgang mit biometrischen Daten für jedes Unternehmen sind. Zurzeit herrscht offenbar noch, nicht zuletzt auf Grund des oben genannten Beispiels, einige Verwirrung in der Öffentlichkeit darüber, wie genau Firmen mit biometrischen Daten arbeiten.

Alle Unternehmen, ob öffentlich oder privat, müssen deshalb strenge und genau definierte Richtlinien haben, wie sie mit biometrischen Daten umgehen und für was diese verwendet werden. Natürlich spielen auch ethische Aspekte eine Rolle. Alle Mitarbeiter, Dienstleister und Besucher müssen informiert werden, wo und wann sie überwacht werden.

Auch eine Zertifizierung von Anbietern biometrischer Technologien durch unabhängige Stellen kann helfen, das Vertrauen der Öffentlichkeit in Biometrie zu verbessern. Diese Stellen können prüfen, ob möglicherweise Persönlichkeitsrechte verletzt oder Daten für unrechtmäßige Zwecke gespeichert werden.

Um einen besseren Einblick in die Welt der Biometrie zu erhalten, bietet Unisys interessierten Unternehmen die Möglichkeit, Fallbeispiele für biometrische Anwendungen im Executive Centre of Innovation in Brüssel mitzuerleben, von 3D-Gesichtsscans, Venen- und Iris-Scans bis hin zur GenKey, biokryptischen Verifizierung.

Übrigens hat auch schon Sherlock Holmes mit biometrischen Daten gearbeitet, allein durch das Suchen nach Fingerabdrücken mit der Lupe. Heutzutage geschieht dies aber natürlich alles elektronisch – und zur Identifizierung tauscht der moderne Sherlock Holmes Lupe gegen Laptop.

Dr. Gerhard Knecht ist Head of Global Security Services und Compliance bei Unisys.

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