HackGPT Wie KI Cyberangriffe verändert

Ein Gastbeitrag von Gregory Guglielmetti 4 min Lesedauer

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Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) hat die Landschaft der Cybersicherheit dramatisch verändert. Tools wie ChatGPT eröffnen nicht nur neue Effizienzpotenziale für Unternehmen, sondern auch unerwartete Angriffsflächen für Cyberkriminalität.

Dieser Beitrag beleuchtet, wie KI-Modelle sowohl zur Bedrohung als auch zum Bollwerk gegen Cyberangriffe werden können, und stellt innovative Abwehrstrategien vor.(Bild:  Aghavni - stock.adobe.com)
Dieser Beitrag beleuchtet, wie KI-Modelle sowohl zur Bedrohung als auch zum Bollwerk gegen Cyberangriffe werden können, und stellt innovative Abwehrstrategien vor.
(Bild: Aghavni - stock.adobe.com)

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Cybersicherheit hat die Abwehrkapazitäten gegenüber Bedrohungen wie Phishing und Malware signifikant verbessert. Gleichzeitig hat diese Entwicklung neue Türen für Cyberkriminelle geöffnet. KI-Tools, insbesondere Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, können nicht nur effizienten Code schreiben, sondern auch Phishing-E-Mails erstellen, die von echten kaum zu unterscheiden sind.

Generative KI und Cyberbedrohungen: Eine neue Bedrohungsebene

Die Technologie der Generativen KI (GenAI) umfasst das Erstellen und Generieren von Inhalten wie Bildern, Texten, Audiodateien oder Videos. Diese Fähigkeit bietet nicht nur zahlreiche positive Anwendungsszenarien, sondern birgt auch erhebliches Missbrauchspotenzial. GenAI-Modelle, die mit wenigen Trainingsdaten überraschend echt wirkende Fake-Inhalte erzeugen können, öffnen Cyberkriminellen neue Wege für gezielte Desinformationskampagnen und die Schaffung von Deepfake-Inhalten. Zudem bringen GenAI-Technologien eine Reihe von Sicherheitsrisiken mit sich:

  • Datenschutz: Der Missbrauch generativer KI kann tiefgreifende Effekte auf den Datenschutz haben.
  • Forschung und Informationsbeschaffung: LLMs erleichtern Angreifern das Sammeln von Informationen über Ziele für effektivere Cyberattacken.
  • Spear-Phishing/Phishing: Verbesserte Qualität von Phishing-Kampagnen durch KI, die Sprachbarrieren überwindet und Vertrauen durch personalisierte Inhalte schafft.
  • Codegenerierung/-verbesserung: KI hilft bei der Entwicklung von Schadsoftware und dem Auffinden neuer Methoden, diese zu verstecken oder anzupassen.
  • Synthetische Identitäten: KI erleichtert die Erstellung gefälschter Identitäten aus gestohlenen Daten, was Betrugsmaschen verstärkt.

KI-gestützte Angriffe: Veränderte Landschaft der Cyberkriminalität

Die Automatisierung von Cyberattacken durch KI-gestützte Technologien hat die Bedrohungslage verändert. Dies zeigt sich insbesondere in der Qualität und Effektivität von Phishing-Kampagnen, die durch den Einsatz von LLMs deutlich gestiegen ist. Cyberkriminelle nutzen LLMs, um Phishing-Mails automatisiert und in großer Anzahl zu generieren, was zu einer höheren Anzahl erfolgreicher Angriffe führt. Die Geschichte der nordkoreanischen Cybergang "Emerald Sleet" illustriert, wie staatlich unterstützte Hackergruppen KI nutzen, um ihre Angriffe zu automatisieren und die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Abwehrmechanismen gegen KI-gestützte Bedrohungen

Trotz der fortschreitenden Bedrohung durch KI-gestützte Angriffe existieren wirksame Gegenmaßnahmen. Ein solides Konzept für Sicherheitshygiene mit Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und passwortlosen Logins kann laut einem Bericht von Microsoft bis zu 99 Prozent der Angriffe abwehren. Zudem spielen adaptive Authentifizierungsmethoden und Transaktionsbestätigungen eine wichtige Rolle beim Schutz vor betrügerischem Zugriff.

Zukunftsperspektiven und Herausforderungen

Die Zukunft der KI-gestützten Cyberabwehr sieht vielversprechend aus, birgt jedoch auch bedeutende Herausforderungen. Einerseits erweitern Machine Learning und moderne LLMs die Möglichkeiten der Cyberabwehrteams, indem sie bei der Analyse riesiger Datenmengen unterstützen und schnelle, natürlichsprachliche Abfragen ermöglichen. Andererseits steht die KI-gestützte Cyberabwehr vor der Herausforderung, mit der rasanten Entwicklung von Angriffstechniken Schritt zu halten und gleichzeitig Datenschutz und ethische Richtlinien zu wahren.

Die Integration von KI in die Cyberabwehr wirft auch Fragen des Datenschutzes und der Ethik auf. Die Verwendung persönlicher Daten zur Abwehr von Cyberangriffen muss im Einklang mit Datenschutzgesetzen wie der DSGVO stehen. Zudem müssen KI-Modelle so trainiert und eingesetzt werden, dass sie keine Vorurteile oder Diskriminierung fördern. Dies erfordert eine fortlaufende Überprüfung und Anpassung der Trainingsdaten und Algorithmen.

KI und Cybersicherheit – Ein dynamisches Duo

KI-Technologien haben die Cybersecurity-Landschaft sowohl bereichert als auch komplizierter gemacht. Einerseits haben billige und leicht zugängliche KI-Tools wie ChatGPT das Arsenal von Cyberkriminellen erweitert, indem sie ihnen ermöglichen, ohne tiefgehende Programmierkenntnisse täuschend echt wirkende Phishing-Mails zu erstellen oder sogar Deepfake-Inhalte für Desinformationskampagnen zu generieren. Dies senkt nicht nur technische Hürden für Angreifer, sondern erhöht auch das Potenzial für gezielte und breit gestreute Cyberangriffe, wodurch die Sicherheitslandschaft erheblich komplexer wird.

Gleichzeitig stellt die Integration von KI in die Abwehrstrategien eine bedeutende Verstärkung im Kampf gegen Cyberbedrohungen dar. Machine Learning und moderne LLMs unterstützen bei der schnellen Analyse von Daten und erkennen proaktiv Bedrohungen, wie es menschliche Sicherheitsteams allein nicht könnten. Insbesondere die Fähigkeit von KI, Phishing und Malware zu identifizieren, automatisierte Angriffe zu entdecken und bei der Optimierung von Sicherheitseinstellungen zu helfen, hat sich als unerlässlich erwiesen.

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Die Rolle von CIAM in der modernen Cyberabwehr

Eine ausgeklügelte Customer Identity and Access Management (CIAM)-Strategie ist entscheidend für den Schutz vor KI-gestützten Cyberangriffen. KI-basierte CIAM-Lösungen ermöglichen einen effektiven Schutz durch adaptive Authentifizierung und Transaktionsbestätigungen, die das Risiko betrügerischer Zugriffe minimieren. Durch die Integration in bestehende Bedrohungsintelligenz- und FRIP-Systeme ermöglichen sie eine effektive Abwehr gegen zunehmend raffinierte Angriffe.

Die Notwendigkeit, die Sicherheitsstrategien kontinuierlich an die neuen KI-gestützten Angriffs- und Verteidigungsmethoden anzupassen, steht im Mittelpunkt der Zukunft der Cybersecurity. Dies beinhaltet die fortlaufende Schulung von Sicherheitsteams und Mitarbeitern, um sie über die neuesten KI-gestützten Bedrohungen und Abwehrstrategien aufzuklären. Unternehmen und Sicherheitsexperten müssen sich der dualen Natur der KI bewusst sein – als Werkzeug für Angreifer und als Schlüsselelement der Cyberabwehr – und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um sich gegen die wachsenden Bedrohungen zu schützen.

Über den Autor: Gregory Guglielmetti ist Chief Product Officer bei Nevis.

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