Wachsende Gefahr durch Ransomware 5 Best Practices zur Steigerung Ihrer Cyber-Resilienz

Ein Gastbeitrag von Mark Nutt 4 min Lesedauer

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Die Medienberichte über Ransomware-Angriffe, den Verlust geschäftsrelevanter Daten und die damit verbundenen Reputationsschäden reißen nicht ab. Sie reichen von großen Vorfällen wie dem Datenleck bei Motel One, bei dem Hacker mittels eines Schadprogramms an Daten gelangten und versuchten, Geld zu erpressen, bis hin zu Angriffen im öffentlichen Sektor, die mehrere Behörden in Nordrhein-Westfalen (NRW) lahmlegten.

Während menschliches Versagen immer ein Risikofaktor für Datenverluste sein wird, ist Ransomware mittlerweile ein Faktor, der ein Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit treffen wird.(Bild:  Andrey Popov - stock.adobe.com)
Während menschliches Versagen immer ein Risikofaktor für Datenverluste sein wird, ist Ransomware mittlerweile ein Faktor, der ein Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit treffen wird.
(Bild: Andrey Popov - stock.adobe.com)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kommt in seinem kürzlich veröffentlichten Lagebericht zur IT-Sicherheit 2023 zu dem Schluss, dass die Bedrohungslage im Cyberraum so hoch ist wie nie zuvor. Nicht mehr nur große, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen sowie staatliche Institutionen und Kommunen geraten zunehmend ins Visier der Hacker. Das macht das Datenmanagement zu einem besonders wichtigen Thema. Denn die Sicherheit von Daten spielt die entscheidende Rolle, wenn es um die Vermeidung von Reputationsrisiken geht. Regierungsbehörden, Gesundheitsdienstleister und andere Unternehmen, die personenbezogene Daten speichern, stehen in dem Kontext besonders in der Verantwortung.

Unternehmensresilienz als wichtiger Faktor gegen Ransomware-Angriffe

In Bezug auf Ransomware sollten Verantwortliche jedoch nicht nur die Reputationsrisiken betrachten, da es bei der Unternehmensresilienz um noch viel mehr geht.

Dieser Begriff bezieht sich auf die Fähigkeit, Unterbrechungen von Geschäftsprozessen zu vermeiden und nach einem Angriffsversuch schnell zum Tagesgeschäft zurückzukehren. Eine hohe Resilienz ist für die Stabilität und Verlässlichkeit jedes Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Sie stellt sicher, dass Kunden auch im Falle größerer Störungen weiterhin Dienste nutzen können.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Kombinationen aus lokal gehosteten und hybriden Cloud-Umgebungen für geschäftskritische Betriebsdaten steigt jedoch das Risiko von Ausfällen. Nur ein relativ kleiner Teil der geschäftskritischen Workloads, die heute in der öffentlichen Cloud ausgeführt werden, ist ausfallsicher konzipiert. Viele Workloads stammen von veralteten Anwendungen, die in die Cloud verlagert wurden. Deshalb verfügen nur wenige über Mechanismen gegen größere Ausfälle. Dazu gehört zum Beispiel, Dienste in mehreren Availability Zones (AZ) anzubieten, also über isolierte Rechenzentren in einer Reihe von Regionen.

Resilienz weiter steigern

Auf dem Weg hin zu mehr Resilienz sollten Unternehmen über zwei Fragen nachdenken: Wie schützen wir unsere Daten? Und wie erkennen wir Ransomware-Angriffe noch besser?

Während menschliches Versagen immer ein Risikofaktor für Datenverluste sein wird, ist Ransomware mittlerweile ein Faktor, der ein Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit treffen wird. Mit der zunehmenden Verbreitung von Cloud-Technologien steigt dieses Risiko. Moderne Unternehmen benötigen daher eine skalierbare und für mehrere IT-Umgebungen optimierte Plattform, um ihre Daten effizient und transparent zu verwalten und zu schützen.

Darüber hinaus müssen Unternehmen Ransomware-Angriffe frühzeitig erkennen, um sich zusätzlich abzusichern. Die Verantwortlichen sollten einen umfassenden Notfallplan erstellen, den sie regelmäßig testen und immer mit allen Verantwortlichen teilen.

Oft halten die Pläne möglichen Stresstests nicht stand, da zu viele Unternehmen eine Kombination von Tools und Lösungen einsetzen, die nicht aufeinander abgestimmt und vorab getestet wurden. So werden Notfallpläne im Falle eines Ransomware-Angriffs unbrauchbar. Daher liegt es an Unternehmen, die eigenen Lösungen und die Recovery Pläne immer wieder zu testen und anschließend zu optimieren – stets unter der Berücksichtigung neuer Cyberbedrohungen.

5 Best Practices

Für Veritas gibt es fünf Best Practices, die maßgeblich die Widerstandsfähigkeit gegen Ransomware-Angriffen erhöhen:

  • 1. Unternehmen sollten ein effektives Risikomanagement implementieren, um potenzielle Angriffe schnell zu identifizieren und zu bewerten. So gelingt es, tatsächliche Angriffe zu verhindern oder zumindest abzuschwächen.
  • 2. Darüber hinaus gilt es, alle Sicherheitslösungen und den Notfallplan regelmäßig zu testen und zu optimieren. Nur so schaffen es Unternehmen, auch bei Angriffen weiterhin Dienste anzubieten.
  • 3. Ein weiterer entscheidender Punkt sind Investitionen in redundante und sichere IT-Systeme. Diese besseren Systeme reduzieren die Wahrscheinlichkeit von Störungen und Ausfällen und helfen bei der Recovery.
  • 4. Regelmäßiges Training von Mitarbeitern und Dienstleistern zum Verhalten im Ernstfall gehört auch zu einer guten Vorbereitung. Allzu oft vergessen Unternehmen, Dienstleister in diese Schulungen einzubeziehen, wenn es um kritische Kommunikationsprozesse geht. Jeder Beteiligte innerhalb und außerhalb der Organisation muss den Notfallplan und daher seine Rolle und Aufgaben während eines Angriffs kennen.
  • 5. Eine enge Zusammenarbeit mit Behörden und Branchenorganisationen ist unerlässlich, um über bewährte Verteidigungsmaßnahmen und neue Bedrohungen auf dem Laufenden zu bleiben.

Schuldzuweisungen bringen nichts

In Unternehmen, die ein Ransomware-Angriff hart trifft, suchen die Menschen oft nach einem Verantwortlichen, der die Schuld trägt. Dann schieben sie die Verantwortung dem CIO oder dem CTO zu, vielleicht sogar dem CEO. Doch häufig ist die eigentliche Ursache für den Erfolg der Hacker ein Kommunikationsfehler, wie etwa zwischen Unternehmensbereichen oder einzelnen internen Gruppen. Wenn Absprachen fehlen, hängt das auch damit zusammen, dass Unternehmen ihre geplanten Prozesse für den Ernstfall nicht ausreichend mit allen Beteiligten testen und kontinuierlich aktualisieren.

Da Geschäftsprozesse immer mehr auf Public Clouds setzen, müssen Führungskräfte klären, welche Sicherheitsfunktionen diese bieten und wofür sie selbst die Verantwortung tragen.

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Bedrohungslage im Jahr 2024

Mit Blick auf das gerade begonnene, neue Jahr nehmen die Bedrohungen wohl weiter zu. Der Grund: Neue Technologien kommen verstärkt ins Spiel. Künstliche Intelligenz (KI) hilft Cyberkriminellen bei Angriffen, optimiert auf der anderen Seite aber auch die Anomalieerkennung und Malware-Scans. KI kann bestimmte Sicherheitsaufgaben übernehmen und autonom ausführen, was manchmal auch Lücken in überlasteten IT-Abteilungen schließt. Aber KI ist keine Lösung für alle Probleme: Je mehr Unternehmen sie einsetzen, desto mehr greifen auch Kriminelle auf sie zurück.

Über den Autor: Mark Nutt ist Senior Vice President, International Sales bei Veritas Technologies.

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