Expertenkommentar zur Sicherheit des Apple iPad

Apple iPad ein Sicherheitsrisiko für Unternehmen?

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Jailbreak als Sicherheitsrisiko für das iPad

Ob das iPad allerdings alle Sicherheitsrichtlinien für den Datenschutz eines Unternehmens erfüllt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und richtet sich nach den spezifischen Anwendungsbereichen des iPads. So müssen Admins festgelegen, welche Daten auf dem Tablet gespeichert werden dürfen und ob möglicherweise Zugriffsbeschränkungen für die mobilen Geräte eingerichtet sein müssen, so dass hoch sensible Informationen die Unternehmensgrenzen nicht verlassen können.

Besonderes Risiko besteht derzeit laut BSI durch zwei kritische Lücken im iOS Betriebssystem. Über das Aufrufen präparierter Websites oder einer infizierten PDF-Datei lädt der Nutzer von Apples mobilen Endgeräten unwissentlich Schadcode herunter, der sowohl die Fremdsteuerung als auch die Datenspionage erlaubt. Dieses Problem steht allerdings in Zusammenhang damit, dass die betroffenen Nutzer ihr Gerät von Apples Beschränkungen befreit haben, um nicht lizenzierte Anwendungen zu installieren. Insbesondere im Unternehmensumfeld ist die Umgehung dieser wichtigen Sicherheitsschranken aber keinesfalls zu empfehlen.

Im Gegensatz zu der feinmaschigen Anwendungskontrolle bei BlackBerry-Geräten müssen Apples Sicherheitsmechanismen für iPad und iPhone unbedingt weiter aufgerüstet werden. Für einige Unternehmen sind die bekannten Sicherheitslücken nämlich noch immer ein K.O.-Kriterium, wenn es darum geht, sich für ein mobiles Endgerät zu entscheiden.

Solange es die Möglichkeit gibt Apples Schutzwälle mit einem sogenannten „Jailbreak“ zu knacken, sind selbst die besten Sicherheitseinstellungen wirkungslos. Zwar ist diese manuelle System-Entsicherung für das iPad derzeit gesetzlich verboten, doch wird sie beispielsweise beim iPod auf legalem Wege für die Erweiterung der Usability häufig durchgeführt. Die Option steht damit im Raum und stellt für Unternehmen ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko dar.

Anleitungen für den Jailbreak finden sich schließlich überall kostenfrei im Internet. Dieses Risiko kann allerdings dadurch gemindert werden, indem das iPad, wie jedes andere Endgerät im Unternehmen auch, in vorhandene Sicherheitsrichtlinien und Notfallpläne einbezogen wird. Regelmäßige Updates für Apples Software und Drittanwendungen ist nach wie vor der beste Schutz gegen gefährliche Sicherheitslücken.

Über den Autor

Maik Bockelmann ist Vice President EMEA bei Lumension Security.

Inhalt

  • Seite 1: Apple macht Fortschritte bei den Sicherheitsoptionen
  • Seite 2: Jailbreak als Sicherheitsrisiko für das iPad

(ID:2047445)