LuLu, Paragon Firewall und Little Snitch Ausgehenden Netzwerkverkehr in macOS im Griff behalten

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Wer gerne die Kontrolle darüber hat, welche Anwendungen sich auf dem Mac mit dem Netzwerk und Internet verbinden, kann auf externe Tools setzen. In diesem Beitrag zeigen wir einige bekannte Firewall-Tools für macOS.

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Die in macOS integrierte Firewall blockiert zwar eingehende Verbindungen, bietet aber keine Kontrolle über den ausgehenden Verkehr.
Die in macOS integrierte Firewall blockiert zwar eingehende Verbindungen, bietet aber keine Kontrolle über den ausgehenden Verkehr.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Um den Überblick darüber zu behalten, welche Programme wann eine Internetverbindung aufbauen, ist ein externes Tool notwendig. Zwar blockiert die in macOS integrierte Firewall eingehende Verbindungen, bietet aber keine Kontrolle über den ausgehenden Verkehr. Mit kleinen Zusatztools können Anwender verhindern, dass unerlaubt Daten vom Mac ins Internet geschickt werden.

Bekannte Beispiele dafür sind die Open Source-Firewall LuLu , die kostenpflichtige Anwendung Little Snitch oder die Paragon Firewall.

Wie man in macOS Kontrolle über den ausgehenden Netzwerkverkehr erlangt, zeigen wir hier in der Bildergalerie.

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Open Source-Firewall LuLu nutzen

Wer auf eine externe Firewall setzt, um ausgehenden Datenverkehr zu überprüfen, kann LuLu nutzen. Vor der Installation sollte aber darauf geachtet werden, ob die jeweilige Version kompatibel mit der installierten macOS-Version ist. Die macOS-Version zeigt der Mac nach einem Klick auf das Apfel-Icon und der Auswahl von „Über diesen Mac“ an.

Versionen bis hin zu 2.2.0 von LuLu unterstützten derzeit nur macOS 10.15 (Catalina). Wer auf macOS 11.x (Big Sur) setzt sollte auf eine aktuellere Version setzen, die offiziell für Big Sur freigegeben ist. Experimentierfreudige Anwender können aber auch die Version 2.2.0 von LuLu auf macOS 11.x installieren. Bei unseren Tests hat der Betrieb ganz gut funktioniert. Bei Problemen kann die Firewall auch recht einfach wieder deinstalliert werden.

LuLu konfigurieren

Nach der Installation von LuLu wird zunächst das Verwaltungsprogramm gestartet. Hier kann zum Beispiel festgelegt werden, dass Apple-Programme automatisch zugelassen werden und auf Anforderung auch die bereits installierten Programme. Werden diese Optionen deaktiviert, muss damit gerechnet werden, dass vor allem zu Beginn der Verwendung von LuLu sehr viele Programme gemeldet werden. Je mehr Regeln erstellt wurden, desto weniger Meldungen zeigt LuLu ein. Diese Einstellungen können auch nach der Installation von LuLu über den Menüpunkt „Preferences“ erreicht werden. Diese können über das Icon von LuLu in der Menüleiste aufgerufen werden.

Im Rahmen der ersten Einrichtung muss in den Systemeinstellungen auch die Integration von LuLu gestattet werden. Wenn das Produkt wieder deinstalliert wird, löscht macOS auch die Rechte von LuLu aus dem System.

Danach beginnt LuLu bereits mit dem Filtern. Für jedes Programm, das versucht eine Internetverbindung aufzubauen, erscheint ein Fenster mit ausführlichen Informationen. Hier kann der Verkehr mit „Allow“ erlaubt oder mit „Block“ blockiert werden. Soll der Zugriff nur zeitweise erlaubt werden, steht die Option „temporarily“ zur Verfügung.

Über das LuLu-Icon können mit dem Menüpunkt „Rules“ die Regeln von LuLu aufgerufen werden. Hier können Zugriffe jederzeit wieder angepasst oder Regeln gelöscht werden. Versucht die Anwendung erneut auf das Internet zuzugreifen, blendet LuLu erneut ein Fenster ein und der Anwender kann entscheiden, ob er den Zugriff auf das Internet zulässt.

Nach dem Start von LuLu können die Einstellungen über das LuLu-Icon in der Menüleiste aufgerufen werden. Über das Icon lässt sich LuLu auch deinstallieren. Wenn noch andere Benutzer mit dem Mac arbeiten, kann das LuLu-Icon auch ausgeblendet werden. Die Option dazu befindet sich bei „Preferences\mode“ und der Auswahl von „No Icon Mode“.

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Netzwerkmonitor in LuLu nutzen

Über das Icon in der Menüleiste kann auch der Netzwerkmonitor von LuLu aufgerufen werden. Dazu steht der Menüpunkt „Network Monitor“ zur Verfügung. Hier sind die Netzwerkverbindungen in Echtzeit, mitsamt ihrer IP-Adresse zu sehen.

Wem die Meldungen von LuLu zu viel werden, kann über die Menüleiste und das Icon von LuLu „Preferences“ aufrufen. Bei „mode“ steht hier „Passive Mode“ zur Verfügung. Nach Aktivierung blendet LuLu keine Meldungen mehr ein und erlaubt alle neuen Verbindungen. Die erstellten Regeln werden aber weiterhin angewendet. .Mit „Block Mode“ blockiert LuLu alle Verbindungen.

Paragon Firewall als Alternative einsetzen

Eine bekannte Alternative zu LuLu ist die Paragon Firewall. Diese steht über den Mac App-Store zur Verfügung. Die Firewall kostet 11 Euro im App-Store und funktioniert ähnlich wie LuLu. Durch die Installation über den App-Store können Anfänger leichter die Installation durchführen. Die Oberfläche ist etwas verständlicher, als die von LuLu. Wer sich aber etwas mit LuLu auseinandersetzt, kommt auch damit schnell zurecht.

Little Snitch - Firewall für macOS 11.x

Die bekannte Firewall Little Snitch steht auch für macOS 11.x (Big Sur) zur Verfügung. Wer Little Snitch 4 einsetzt, darf kostenlos zur Version 5 aktualisieren, sofern seine Lizenz nicht älter als von November 2020 ist. Neukunden bezahlen einmalig 45 Euro für eine Lizenz. Auf der Downloadseite stehen aktuelle Versionen für macOS 10.x (Catalina) und 11.x (Big Sur) zum Downoad zur Verfügung.

Die Anbieter stellen auch eine kostenlose Demo zur Verfügung, die eine Zeitlang getestet werden kann. Wer sich entschließt Little Snitch zu lizenzieren, gibt den Lizenzschlüssel im Programm ein, und kann die installierte Demo-Version damit weiter nutzen, ohne das Produkt neu installieren zu müssen.

Neben einer Anwendungs-Firewall bietet Little Snitch auch einen Netzwerkmonitor an. Über den Netzwerkmonitor wird auch angezeigt, wohin Pakete geschickt werden. Nach der Installation stehen Icons für die Verwaltung in der Menüleiste zur Verfügung. Hier kann der Netzwerkfilter deaktiviert oder die Regeln aufgerufen werden. Auch die Einstellungen von Little Snitch stehen hier zur Verfügung.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist