Auch virtualisierte Server müssen durch Backup- und Recovery-Prozesse gesichert sein. Aber längst sind noch nicht alle Backup-Werkzeuge auch für virtualisierte Umgebungen ausgelegt.
Moderne Backup-Tools müssen physische und virtualisierte Ressourcen sichern können. Wir stellen Lösungen für virtuelle Maschinen von VMware, Symantec, Veeam, Acronis und Quest Software vor.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Auch wenn man durch Virtualisierung munter Serverhardware einsparen kann, so muss man dennoch daruf achten, dass auch virtualisierte Geräte und Anwendungen durch Backup und Disaster Recovery Prozesse gesichert werden. Während noch längst nicht alle Backup-Werkzeuge zugleich auch für Virtualisierungsumgebungen ausgelegt sind, gibt es mit (Virtual) Appliances und Online-Backup neue Optionen.
Die Ergebnisse einer Umfrage der Aberdeen Group unter CIOs usw. legen nahe, dass Backup- und Recovery-Werkzeuge besonders bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen einfach zu verwalten und zu bedienen sein sollten. Sie müssen sowohl physische als auch virtualisierte Ressourcen sichern können. Allerdings benötigt nicht jedes Unternehmen ausgefeilte Features. Vielmehr, so fanden die Aberdeen-Analysten heraus, haben Mittelständler ganz andere Bedürfnisse als etwa Großunternehmen. Die Hersteller haben reagiert und stellen entsprechend flexible Werkzeuge und Bereitstellungsoptionen zur Verfügung.
Weil für die Datenwiederherstellung die Zeitvorgaben (Recovery Time Objectives, RTOs) möglichst kurz sein sollten, rät VMware, VM-Backups mit VMware Consolidated Backup (VCB) über einen zentralen Backup-Server durchzuführen. "VCB erstellt einen Snapshot der virtuellen Maschine und mountet diesen auf dem dafür vorgesehenen Backup-Proxy-Server." Der Backup-Prozess wird dann auf dem Proxy-Server ausgeführt, sodass die Auswirkungen auf die Ressourcen der VMs nur minimal seien. VCB ist bereits in den vSphere Essentials enthalten und kostet für drei Hosts 579 € brutto. Weitere Preise finden sich auf der Webseite des Hersteller.
Allerdings wird VCB 1.5 von vSphere nur bis Version 4.1 unterstützt. Unter vSphere 5.0 erstellt VMware Data Recovery 2.0 VM-Backups zur Laufzeit, denn das Tool ist als VM ins vCenter integriert. Durch diese enge Kopplung ist auch möglich, verschobene VMs ohne Aufwand wiederzufinden. "Data Recovery 2.0 verwaltet vorhandene Sicherungen, entfernt Sicherungen, wenn diese älteren Datums sind, und unterstützt die Deduplizierung zum Entfernen redundanter Daten", heißt es in den Release Notes. Die Restore-Funktion erlaubt das Wiederherstellen von VMs, einzelnen Files oder ganzen Images aus den Snapshots.
Neue Ansätze von Symantec
Wo VMware konventionell oder gar kryptisch erscheint, arbeitet Symantec mit Backup Exec 2012 wegweisend. Es gibt vier Editionen. Mit der V-Ray Edition lassen sich physische Umgebungen wie auch komplett virtuelle Umgebungen sichern. Weiterhin bietet Backup Exec 2012 dank Single-File-Recovery, Deduplizierung und dem Management von VMware,- Hyper-V- oder physischen Servern (auch Bare Metal) Einsparmöglichkeiten hinsichtlich Storage und Verwaltung.
Die Wiederherstellung von physischen auf virtuelle Systeme ist in Backup Exec kostenlos integriert. Bei der Wiederherstellung der Daten erzeugt die Lösung, falls nötig, automatisch eine VM. Diese Backup-to-Virtual-Technologie (B2V) hilft so bei der Migration von Daten von physischen auf virtuelle Server. Applikationen lassen sich mit Symantec Backup Exec granular wiederherstellen, z.B. nur bestimmte Mailboxen oder Datenbanken.
Mit der Small Business Edition (SBE) sollen auch kleine Firmen Backups in drei Schritten einfach installieren und konfigurieren können. Die SBE bündelt Technologien für die Daten- und Systemwiederherstellung in einer preisgünstigen Lösung und einer Lizenz für bis zu drei Server. Die Backup Exec 3600 Appliance bietet als All-in-one-Lösung 5,5 Terabyte Festplattenspeicher. Die Backup Exec Appliances sollen im Lauf des Jahres 2012 verfügbar werden. Schließlich können kleine oder mobile Büros ihre Daten neuerdings mit der Backup Exec.cloud in der Cloud sichern.
Agenten-freies Backup mit Veeam
Veeam betrachtet seine Produkte als technische Marktführer und hat laut Analysten Symantec ein wenig Wasser abgegraben. Preise sind online nicht zu finden, werden diese doch von seinen Resellern gestaltet. Mit Veeam Backup 6.0, das im Unterschied zu Symantec und VMware völlig ohne Agenten auskommt, soll die Wiederherstellung einer VM direkt von einer komprimierten und deduplizierten Backup-Datei aus realisierbar sein. Das spart Zeit.
Dass Objekte wie Dateien oder Mailboxen granular wiederherzustellen sind, findet man auch bei Symantec (s.o.). Die Version 6 wartet mit erweiterten Replikationsfunktionen, einer skalierbaren Architektur und der Funktion "One-Click File Restore" auf, die dateiweise Wiederherstellung erlaubt. Neben VMware ESX und ESXi wird neu auch Microsoft Hyper-V unterstützt.
Stand: 08.12.2025
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Kostenlose Replikation mit Failover bei Acronis
Die Leistungsmerkmale von Acronis VMprotect 7 umfassen eine Integration mit der VMware vCenter Managementkonsole, kostenlose (was nicht selbstverständlich ist) VM-Replikation mit Failover auf eine replizierte VM. Die Fähigkeit, eine VM direkt vom Backup aus anzusteuern, beschleunigt den Wiederherstellungsvorgang. Veeam verfügt über dieses Feature aber schon einige Zeit.
VMprotect unterstützt VMwares vStorage-APIs für Datenschutz und Changed Block Tracking, Deduplizierung, Kompression und 256-bit-Verschlüsselung. Wie bei Symantec ist ein Backup in die Acronis-Cloud möglich. Die Software lässt sich als virtuelle Appliance oder auf einem Windows-Rechner betreiben. Der Preis liegt bei rund 475 Euro pro CPU inkl. unbegrenzten physisch-zu-virtuelle (P2V) Migrationen.
Parallele Backup-Streams bei Quest Software
vRanger Backup & Replication von Quest Software ist in der Lage, sowohl virtuelles Backup als auch virtuelle Replikation (zusätzlich zur physischen Funktion) von ESX- und ESXi-VMs sowie Gast-VMs zu unterstützen. Sie ist in die Plattform vSphere 5 integriert und kann wegen deren Skalierbarkeit bis zu 59 virtuelle Laufwerke gleichzeitig sichern. Eine Lizenz von vRanger Backup & Replication kostet 635 Euro, ein Paket namens Total Virtualization Data Protection (TVDP) kostet 817 Euro statt 3000 Euro.
Backups, Recovery wie WAN- und LAN-Replikation können differentiell und im Multi-Streaming erfolgen. Das Streaming von parallelen Tasks beschleunigt die Jobs erheblich. Dass mit Hilfe von VMware Change Block Tracking (CBT) nur veränderte Blocks gesichert werden, ist üblich, sorgt aber für Effizienz. Um Speicherplatz zu sparen, lassen sich mit Active Block Mapping (ABM) inaktive und leere Blocks aus Windows-Gast-Images eliminieren. Kombiniert man CBT und ABM, kann man die zu sichernde Datenmenge laut Quest um bis zu einem Drittel verringern. Die recht ausgefeilte Deduplizierungsfunktion erfordert jedoch NetVault SmartDisk – vRanger Edition. Die vCenter-Integration soll Ende des 2. Quartals 2012 kommen.