BitLocker in Windows 11 entschlüsselt Geschlossen geglaubte Windows-Schwachstelle ausgenutzt

Von Melanie Staudacher 1 min Lesedauer

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Wie einfach es ist, die BitLocker-Verschlüsselung auf einem Windows-11-Gerät zu umgehen, bewies jüngst ein White Hat Hacker. Dafür nutzte er eine Sicherheitslücke aus, die als geschlossen galt.

Die Sicherheitslücke CVE-2023-21563 wurde 2022 entdeckt und von Microsoft 2023 geschlossen. Nun kann sie mithilfe eines Downgrade-Angriffs wieder ausgenutzt werden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die Sicherheitslücke CVE-2023-21563 wurde 2022 entdeckt und von Microsoft 2023 geschlossen. Nun kann sie mithilfe eines Downgrade-Angriffs wieder ausgenutzt werden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Wie erlangen Forensik-Unternehmen und Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf verschlüsselte Geräte, ohne deren Passwort zu kennen? Auf dem Chaos Communication Congress, der vom 27. bis 30. Dezember 2024 in Hamburg stattfand, präsentierte der Hacker Thomas Lambertz die Antwort darauf. Indem er eine Sicherheitslücke ausnutzte, entschlüsselte er Systeme, die auf Windows 11 laufen und mit der Laufwerk­verschlüsselung BitLocker geschützt waren. BitLocker ist eine Sicherheitsfunktion von Windows, die ganze Volumes verschlüsselt.

Was ist der Chaos Communication Congress?

Jedes Jahr organisiert der Chaos Computer Club den Chaos Communication Congress. Dort kommen White Hat Hacker zusammen, um sich auszutauschen und an Vorträgen und Workshops teilzunehmen.

Sicherheitslücke seit über zwei Jahren unzureichend gepatcht

Die Schwachstelle, die Lambertz für sein Live-Hacking ausnutzte, ist CVE-2023-21563, die einen CVSS-Score von 6.8 hat. Um die BitLocker-Verschlüsselung zu umgehen, benötigte Lambertz einmalig physischen Zugriff.Im August 2022 hat ein GitHub-User namens „Rairii“ die Schwachstelle entdeckt, im November folgte der Versuch von Microsoft, sie zu schließen. Am Microsoft Patchday im Januar 2023 gab der Hersteller Informationen über die Sicherheitslücke CVE-2023-21563 öffentlich bekannt. Doch wie Lambertz nun zeigte, können die Schwachstelle nach wie vor ausgenutzt und BitLocker mit sogenannten Downgrade-Angriffen entschlüsselt werden.

Bei vielen neueren Windows-11-Installationen ist BitLocker standardmäßig aktiviert. Dann auch häufig in Kombination mit der UEFI-Sicherheitsfunktion Secure Boot und dem Trusted Platform Module (TPM), das oft als discrete TPM (dTPM) in Form eines Hardware-Chips im Computer verbaut ist. Lambertz zufolge ist diese Konfiguration jedoch schon länger defekt und Hardware-Angriffe auf die dTPM seien nach wie vor bekannt und mithilfe eines Downgrade-Angriffs wies er nun nach, BitLocker entschlüsseln zu können. Bei einem Downgrade-Angriff versuchen Cyberkriminelle, eine ältere, weniger sichere Systemversion zu verwenden, um darin enthaltene Sicherheitslücken auszunutzen.

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