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Weiterentwicklung von Mailvelope BSI entwickelt sichere Mail-Verschlüsselung weiter

| Redakteur: Peter Schmitz

Mit der quelloffenen Browser-Erweiterung Mailvelope können Anwender unter Verwendung des Verschlüsselungsstandards OpenPGP auch ohne spezielles E-Mail-Programm verschlüsselte E-Mails austauschen. Ein BSI-Projekt hat Mailvelope jetzt weiterentwickelt.

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Mit der Open Source Browser-Erweiterung Mailvelope können Anwender einfach und weitgehend automatisiert E-Mails und Online-Formulare verschlüsseln.
Mit der Open Source Browser-Erweiterung Mailvelope können Anwender einfach und weitgehend automatisiert E-Mails und Online-Formulare verschlüsseln.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Open Source Browser-Erweiterung „Mailvelope“ erlaubt den Austausch verschlüsselter E-Mails mit Hilfe von Webmailern unter Verwendung des Verschlüsselungsstandards OpenPGP. Ein BSI-Projekt hat Mailvelope dahingehend erweitert, dass Web-Formularinhalte jetzt unabhängig vom Betreiber der Webseite bis zum Empfänger der Formulardaten Ende-Zu-Ende verschlüsselt übertragen werden können. Es wurde außerdem die verwendete Kryptographie-Bibliothek OpenPGP.js erweitert, um Kompatibilität mit dem OpenPGP-Standard herzustellen. Außerdem ist es jetzt möglich eine lokale GnuPG-Installation einzubinden, sodass Nutzer auf Wunsch native Anwendungen (zum Beispiel zur Schlüsselverwaltung) verwenden können und schließlich wurde mit der Verteilung des öffentlichen Schlüssels durch Web Key Directory (WKD) über eine HTTPS-Abfrage ein für den Nutzer möglichst transparentes Schlüsselaustauschverfahren etabliert.

Im Rahmen des seit Januar 2018 laufenden Projekts hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Mailvelope mit dem Ziel weiterentwickelt, die Installation, Konfiguration und Anwendung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung deutlich nutzerfreundlicher zu gestalten und damit eine größere Verbreitung von Verschlüsselung beim E-Mail- und Formular-Austausch zu erreichen. Zukünftig kann die Software auch genutzt werden, um vertrauliche Anfragen, zum Beispiel an Ärzte oder Banken, über Web-Formulare zu stellen.

Dazu Arne Schönbohm, Präsident des BSI: „Mehr Verschlüsselung bedeutet mehr Privatsphäre in der Kommunikation. Dies sollte kein nice-to-have, sondern ein absolutes must-have sein. Unser Ziel als Cyber-Sicherheitsbehörde ist es deshalb, Verbraucherinnen und Verbrauchern einfach anwendbare Lösungen an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Privatsphäre besser schützen können. Deshalb haben unsere Expertinnen und Experten Mailvelope erweitert. Jeder kann sich dieses Tool als Add-on für den Browser herunterladen und damit E-Mails und Online-Formulare weitgehend automatisiert verschlüsseln.“

Ein konkretes Beispiel: Ärztinnen und Ärzte bieten Online-Formulare als Alternative zu Anrufen an. In der Regel ist es dabei notwendig, auch persönliche und vertrauliche Informationen anzugeben und diese somit über das Internet zu versenden. Mit einem verschlüsselten Kontaktformular können die Patientendaten besser geschützt werden. Der für die Verschlüsselung notwendige Austausch von öffentlichen Schlüsseln läuft dabei automatisiert ohne Nutzerinteraktion ab. Dazu müssen Anbieter von Kontaktformularen, in diesem Fall also die Arztpraxis, das auf GitHub verfügbare Formular entsprechend konfigurieren. Anwenderinnen und Anwender müssen lediglich einmalig die Mailvelope-Anwendung installieren und konfigurieren. So wird Kommunikation im digitalen Alltag sicherer.

Um das Vertrauen in die Entwicklungen zu stärken, hat das BSI darüber hinaus ein Audit der Sicherheitseigenschaften des Produkts Mailvelope in Auftrag gegeben. Neben der Umsetzung der kryptographischen Verfahren wurden dabei auch die Existenz von Routinen zur Nutzerüberwachung oder Kompromittierung privater Daten überprüft. Hierdurch konnte nicht nur ein hohes Maß an Qualität gewährleistet werden, sondern Probleme wurden direkt im Anschluss an die Entwicklung erkannt und vor der Freigabe im Rahmen des Koordinierten Schwachstellenmanagements mit den Entwicklern erfolgreich gelöst. Das vollständige Ergebnis des Audits ist in einem umfangreichen, englischsprachigen Bericht beim BSI verfügbar.

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