Nato-Cyberabwehrübung „Locked Shields“ Hybride Attacken nehmen weiter zu

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Bundeswehr-Vizeadmiral Thomas Daum warnt vor zunehmenden hybriden Attacken. Hauptbestandteil davon sind Desinformation und Spionage, Haupt­akteure sind Russland, China, Iran und Nordkorea. Bei einer Nato-Übung bereiten sich Experten auf die Abwehr solcher Attacken vor.

An der Nato-Übung „Locked Shields“ nehmen jährlich rund 40 anderen Nationen teil, auch die Cybertruppe der Bundeswehr.(Bild: ©  Onetrick - stock.adobe.com)
An der Nato-Übung „Locked Shields“ nehmen jährlich rund 40 anderen Nationen teil, auch die Cybertruppe der Bundeswehr.
(Bild: © Onetrick - stock.adobe.com)

Hybride Attacken auf kritische Infrastruktur in Deutschland und Bundeswehr-Truppen im Aus­land nehmen weiter zu. Spätestens seit 2022 sei ein spürbarer Zuwachs zu verzeichnen, sagte der Bundeswehr-Inspekteur Cyber- und Informationsraum, Vizeadmiral Thomas Daum, bei einem Pressetermin bei der Nato-Cyberabwehrübung „Locked Shields“ im nieder­rhei­nischen Kalkar.

Cyberangriffe gegen die Bundeswehr richteten sich gegen Rechenzentren in Deutschland oder gegen Truppen im Ausland, etwa in Litauen, wo Stationierte den Eindruck haben, dass sie am Telefon abgehört werden. In Litauen seien auch Desinformationskampagnen gestartet worden zum Beispiel mit der falschen Behauptung, dass der Kontingentführer am Wochenende in Mos­kau gewesen wäre, um sich mit Freunden zu treffen.

Größte Übung zur Cybersicherheit

Datenschützer registrieren seit Jahren Drohnen-Sichtungen und Ausspähversuche, Ein­dring­versuche in Kasernen, die Beschädigung von Datenkabeln und Versorgungsleitungen in der Ostsee sowie Störungen des GPS-Systems. Die mutmaßlichen Hauptverursacher säßen in Russland, China, Iran und Nordkorea, sagte ein Bundeswehrsprecher in Kalkar.

Die Cybertruppe der Bundeswehr beteiligt sich mit rund 40 anderen Nationen an Locked Shields. Die Unternehmung wird aktuell als weltweit größte und komplexeste multinationale Übung der Nato zur Cybersicherheit bezeichnet. Es werden Echtzeitangriffe eines „Red Teams“ simuliert, die von einem „Blue Team“" abgewehrt werden müssen.

Energieversorger, Banken - und das Einwohnermeldeamt?

Zur kritischen Infrastruktur zählen in Deutschland große Energieversorger, Banken und IT-Dienstleister. Nach Schätzungen mehr als 29.000 Unternehmen. In den Fokus könnten aber auch Behörden geraten, sagte ein Bundeswehrsprecher. Russland habe beispielsweise kurz vor dem Angriff auf die Ukraine die dortigen Einwohnermeldeämter attackiert, um deren Daten zu löschen und so eine Mobilisierung der Bevölkerung zu erschweren. Die Ukraine habe die Daten aber rechtzeitig gesichert.

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