Unternehmensdaten in der Cloud

Cloud-Nutzung steigt, Sicherheitsrisiko auch

| Redakteur: Peter Schmitz

Anwendungen aus der Cloud kommen inzwischen bei vielen Unternehmen zum Einsatz und bringen mehr Effizienz und Flexibilität in den Geschäftsbetrieb, bergen aber auch neue Sicherheitsrisiken.
Anwendungen aus der Cloud kommen inzwischen bei vielen Unternehmen zum Einsatz und bringen mehr Effizienz und Flexibilität in den Geschäftsbetrieb, bergen aber auch neue Sicherheitsrisiken. (Bild: Kaspersky Lab)

Obwohl 75 Prozent der Unternehmen künftig weitere Anwendungen in die Cloud verschieben wollen, geben 35 Prozent zu, dass sie nicht sicher sagen können, ob und welche Firmendaten im eigenen Netzwerk oder bei einem Cloud-Anbieter gespeichert sind. Das zeigt eine aktuelle Studie von Kaspersky Lab.

In Sachen Cloud herrscht bei vielen Unternehmen große Ahnungslosigkeit, belegt die neue Studie „Cloud Zoo: Don’t let your business data roam free“ von Kaspersky Lab. So ist die Frage, wer aus IT-Sicherheitsperspektive für die Daten in der Cloud verantwortlich ist, nicht eindeutig geklärt. Viele Unternehmen scheinen für Cloud-Anwendungen keine Sicherheitsrichtlinien oder -standards implementiert zu haben. Laut der Kaspersky-Studie geben 70 Prozent der befragten Unternehmen, die Services von SaaS- (Software-as-a-Service) und Cloud-Anbietern nutzen, zu, keine klaren Vorgaben zu haben, wie Sicherheitsvorfälle gehandhabt werden sollen.

Ein Viertel bestätigt außerdem, die Compliance-Richtlinien ihres Dienstleisters nicht überprüft zu haben; sie verlassen sich darauf, dass sich der Drittanbieter im Falle des Falles kümmert. Dennoch fühlen sich 42 Prozent der befragten Unternehmen nicht angemessen vor Vorfällen, die ihren Cloud-Service-Anbieter betreffen, geschützt. Dieses Gefühl deckt sich auch mit der Realität: Immerhin ein Viertel (24 Prozent) der Unternehmen war in den vergangenen zwölf Monaten von einem Sicherheitsvorfall mit Auswirkungen auf die eigene IT-Infrastruktur betroffen, der auf einen Drittanbieter zurückzuführen war.

Cloud-Sicherheitsvorfälle kosten bis zu 1.2 Millionen US-Dollar

Ein Sicherheitsvorfall, der Cloud-Strukturen betrifft, kostet große Unternehmen durchschnittlich 1,2 Millionen US-Dollar, bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) sind es mit 100.000 US-Dollar deutlich weniger. Betroffen sind dabei meist kritische Daten wie hochsensible Kundeninformationen (49 Prozent bei KMUs und 40 Prozent bei großen Unternehmen), Mitarbeiterinformationen (25 Prozent und 36 Prozent) sowie E-Mails und interne Kommunikation (31 Prozent und 35 Prozent).

„Die rasende Geschwindigkeit, mit der die digitale Transformation voranschreitet, bringt mehr Effizienz und Flexibilität in den Geschäftsbetrieb“, so Alessio Aceti, Head of Enterprise Business bei Kaspersky Lab. „Dabei entstehen aber auch neue Sicherheitsherausforderungen, die das Geschäft in Gefahr bringen. Um diesen Sicherheitsanforderungen der Cloud entgegenzutreten, werden wir unser Angebot weiter ausbauen und den Schutz von Cloud-Infrastrukturen auf ein völlig neues Niveau bringen.“

Cybersicherheit für die Cloud

„Kaspersky Lab verfügt über große Erfahrung im Schutz von Cloud-Infrastrukturen; unser Cybersecurity-Portfolio ist Cloud-fähig und unterstützt unsere bestehenden Kunden bereits beim Übergang von On-Premise-Rechenzentren zu privaten und öffentlichen Clouds sowie hybriden Infrastrukturen mit mehreren Lösungen und Anwendungen, die alle zentral verwaltet werden können. Sie profitieren von agiler Sicherheit für ihre Cloud-Infrastrukturen jeder Größe und Form. Dies umfasst den Schutz von Amazon Web Services sowie Microsoft Azure-basierten Workloads und Microsoft-Office-365-Cloud-Anwendungen, während gleichzeitig die Orchestrierung und Sichtbarkeit der Sicherheit in der gesamten Hybrid-Cloud gewährleistet wird“, sagt Alessio Aceti weiter.

Kaspersky Lab empfiehlt Unternehmen zum Schutz von in der Cloud gespeicherten Daten folgende Maßnahmen:

  • Sichtbarkeit herstellen: Einsicht in die Cloud-Infrastrukturen und deren Cybersicherheitsebenen ermöglicht es zu wissen, wo sich die Daten befinden und ob deren derzeitiger Schutzstatus die eigenen Sicherheitsstandards im Unternehmen erfüllen.
  • Anomalien erkennen: Durch eine Kombination von Techniken, einschließlich maschinellem Lernen und Verhaltensanalyse, werden Unregelmäßigkeiten, die auf eine Kompromittierung hinweisen können, erkannt. Die Fähigkeit, unbekannte Bedrohungen zu erkennen und zu bekämpfen, ist für die Sicherheit einer Cloud-Infrastruktur von grundlegender Bedeutung.
  • Sicherheitsmaßnahmen ergreifen: Für Cloud-Infrastrukturen – egal ob Hybrid-, Public- oder gehostete Cloud – sollten eigene Datenschutzmaßnahmen bestehen und spezielle Sicherheitslösungen eingesetzt werden, ebenso wie für Daten, die sich direkt im Unternehmen befinden.

Über die Studie: Die Studie „Cloud Zoo: Don’t let your business data roam free“ basiert auf der Studie „Corporate IT Security Risks“, die jährlich im Auftrag von Kaspersky Lab in Zusammenarbeit mit B2B International erstellt wird. Für das Jahr 2017 wurden im März und April 5.274 Fach- und Führungskräfte in kleinen, mittleren und Großunternehmen aus 30 Ländern zu IT-Sicherheitsthemen und aufgetretenen Sicherheitsvorfällen befragt.

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