48 Prozent der Cloud-Anwenderunternehmen nutzen Security-Lösungen aus der Cloud, so der „Cloud Report 2024“ von Bitkom. Wie abhängig Unternehmen wirklich von Importen sind und wie souverän sie sind, zeigen die Stimmen aus Verbänden und Expertengruppen.
Wie souverän die Cloud tatsächlich ist, wird anhand von Expertenstimmen aus der IT-Welt deutlich.
(Bild: Lamina - stock.adobe.com)
81 Prozent der Unternehmen in Deutschland sehen sich abhängig vom Import digitaler Technologien und Leistungen aus den USA, 40 Prozent „eher abhängig“ und 41 Prozent „stark abhängig“. Insgesamt 87 Prozent importieren digitale Geräte und Services aus den Vereinigten Staaten, wie eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab. Ähnlich sieht es mit China aus: 79 Prozent sehen sich abhängig vom Import digitaler Technologien und Leistungen aus China, 35 Prozent „eher abhängig“ und 44 Prozent „stark abhängig“.
Keine digitale Unabhängigkeitserklärung
Fokussiert man sich auf einen kritischen Bereich wie Security, sind es 72 Prozent der befragten Unternehmen, die in diesem Bereich aus dem Ausland Lösungen und Dienste beziehen. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte: „Digital souverän ist ein Land, das eigene substanzielle Fähigkeiten in digitalen Schlüsseltechnologien besitzt und selbstbestimmt darüber entscheiden kann, aus welchen Ländern es digitale Technologien bezieht.“
Deutsche Unternehmen sind sehr abhängig von dem Import digitaler Lösungen und Services aus anderen Ländern, so eine Bitkom-Umfrage. Doch wie sieht dies für Cloud-Security aus?
(Bild: Bitkom)
Wichtig sei vor allem, dass Deutschland seine Fähigkeiten in digitalen Schlüsseltechnologien gezielt weiterentwickelt und in einigen kritischen Bereichen wie der Mikroelektronik, der IT- und Cyber-Sicherheit, der KI, dem Industrial Metaverse und dem Quantum Computing eine weltweite Technologieführerschaft erlangt. „Es geht nicht um technologische Autarkie, sondern um die Möglichkeit zu selbstbestimmten Entscheidungen in der digitalen Welt“, so Wintergerst.
Laut der Bitkom-Umfrage sagen 55 Prozent der befragten Unternehmen, dass Deutschland im Bereich IT-Sicherheitstechnologien von Importen abhängig sei, für den Cloud-Bereich sagen dies 54 Prozent der Befragten. Cloud-Sicherheit, sei es Sicherheit aus der Cloud oder für die Cloud, würde also demnach auch mehrheitlich von Importen aus dem Ausland abhängig sein.
Wenn man sich zum Beispiel ein Positionspapier zur Cloud-Sicherheit eines anderen Verbandes, dem Bundesverband IT-Sicherheit TeleTrust ansieht, dann findet man dort die Aussage zu Cloud Security Services:
„Diese Dienste haben beim Kunden naturgemäß eine hohe Vertrauensstellung und verfügen entsprechend regelmäßig über erweiterte Rechte. Angriffe, die über solche Services ausgeführt werden oder Schadcode, der darüber ausgeliefert wird, haben daher schnell breite Auswirkungen auf Kundensysteme. Wie bei anderen Cloud-Diensten ist der Nutzer bei der Verfügbarkeit vom Betreiber abhängig, d.h. Risiken des Betreibers (z.B. Ausfall der Systeme, Insolvenzrisiko, etc.) schlagen auf den Nutzer durch.“
Bezüglich der Cloud-Sicherheit, findet man in dem Positionspapier von TeleTrust ebenfalls Bemerkungen, die aufhorchen lassen sollten. Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass die entsprechenden Sicherheitsfunktionen der „oft im Betriebssystem verankerten Produkte höhere Berechtigungen haben und somit unter Umständen auch zu Bedrohungen in Form von Zugriffen Externer oder Datenveränderung oder gar Verlust führen könnten.“
Cloud-Sicherheit bedarf einer souveränen Lieferkette
Bereits 2021 wurde einmal eine Einschätzung von ZVEI veröffentlicht, wie digital souverän bestimmte Bereiche der Security sind. Damals sah man Handlungsbedarf zum Beispiel bei Cloud-Verschlüsselung, ebenso bei sicheren Cloud-Plattformen.
Solche Einschätzungen und Studien sind regelmäßig erforderlich, wenn man aktuell bewerten möchte, wie souverän die Cloud-Sicherheit gewährleistet werden kann. Dabei sollte man insbesondere auch die Möglichkeiten von Confidential Computing für sichere Clouds und Cloud-Sicherheit berücksichtigen. „Mit Confidential Computing können Unternehmen und Organisationen Daten selbst in unkontrollierten Cloud-Umgebungen schützen und so höchste Anforderungen an Sicherheit und Compliance erfüllen,“ erklärte Professor Dr. Pohlmann, Eco-Vorstand für IT-Sicherheit. „Diese Technologie gibt Organisationen die Möglichkeit, Daten sicher zu verarbeiten, ohne die Kontrolle über diese aus der Hand zu geben – und bietet damit eine entscheidende Grundlage für vertrauenswürdige und zukunftssichere digitale Dienste.“
Stand: 08.12.2025
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Da Cloud Computing und Cloud-Sicherheit immer aus einer Vielzahl von Komponenten aufgebaut ist und eine ganze Lieferkette in sich trägt, muss man Forderungen nach Souveränität und Unabhängigkeit immer für die ganze Cloud Supply Chain aufstellen und nicht nur für einen Baustein (wie zum Beispiel einer Applikation), der von der Sicherheit der restlichen Lieferkette abhängt.
Aus gutem Grund besteht die Forderung nach einer „Software Bills of Materials“ (SBOM), also Software-Stücklisten. SBOM „bieten hier eine Lösung, indem sie eine detaillierte Auflistung der in einem Gerät, einer Software oder einem Dienst verwendeten Software-Komponenten liefern und so die Transparenz der Supply Chain erhöhen. Dies ermöglicht es Unternehmen, potenzielle Sicherheitslücken selbst und möglichst automatisiert zu bewerten und gezielte Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, so TeleTrust.
Eine solche Stückliste müsste dann zum Beispiel auch die „Souveränität“ der einzelnen Komponenten aufführen, damit man die Unabhängigkeit einer Lösung für Cloud-Sicherheit bewerten kann. Nur in Summe kann dann Cloud-Sicherheit auch souverän sein.