Cyberangriff auf Atlassian 15 Millionen Datensätze von Trello gestohlen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Beim Trello-Betreiber Atlassian hat es einen Cyberangriff gegeben, bei dem Hacker mehr als 15 Millionen Datensätze gestohlen haben. Auf der Seite haveibeenpwned.com können Nutzer testen, ob ihre E-Mail-Adresse darunter ist. Trello-Benutzer sollten auf jeden Fall ihr Passwort ändern und ihr Konto absichern.

Über 15 Missionen Nutzerdatensätze des Onlinedienstes Atlassian Trello wurden gestohlen! Der Datensatz wird mittlerweile im Darknet verkauft. Das sollten Nutzer jetzt wissen!(Bild:  mpix-foto - stock.adobe.com)
Über 15 Missionen Nutzerdatensätze des Onlinedienstes Atlassian Trello wurden gestohlen! Der Datensatz wird mittlerweile im Darknet verkauft. Das sollten Nutzer jetzt wissen!
(Bild: mpix-foto - stock.adobe.com)

Die Plattform Have i been pwned (HIBP) hat einen Datensatz erhalten, mit dem Nutzer der Seite überprüfen können, ob ihre E-Mail-Adresse zu den gestohlenen Scraping-Daten von Trello gehört. Sollte dies der Fall sein, sollte das Passwort schnellstmöglich geändert und die Multifaktor-Authentifizierung aktiviert werden. Die Daten sind erstmals seit dem 18. Januar öffentlich zugänglich.

Der X/Twitter-Nutzer „HackManac“ hat auf X/Twitter ein entsprechendes Verkaufsangebot für 15.115.516 Nutzersätze veröffentlicht. Auf HIBP ist von 15.111.945 Datensätzen die Rede.

Angreifer nutzt öffentlich zugängliche REST-API bei Trello

Laut HIBP-Betreiber Troy Hunt fand der Angriff am 16.01.2024 statt. Dabei haben die Angreifer offenbar eine öffentlich zugängliche Trello-API missbraucht, um die Daten zu extrahieren. Diese REST-API hilft Entwicklern dabei, eigene Anwendungen in Trello zu integrieren und umgekehrt. Die API gibt Entwicklern Zugriff auf öffentlich zugängliche Informationen von Trello-Nutzern. Das funktioniert auch mit der E-Mail-Adresse, so dass relativ einfach eine große Menge an Informationen auf einmal ausgelesen werden kann. Da die API öffentlich zugänglich ist, braucht man anscheinend nicht einmal eine Anmeldung bei Trello oder einen Authentifizierungs­schlüssel. Trello schränkt den Zugriff zwar ein, aber der Angreifer scheint Proxy-Server verwendet zu haben, um den Schutz zu umgehen. Die API ist übrigens nach wie vor funktionsfähig, erfordert nun aber eine Anmeldung. Sie kann aber weiterhin von jedem mit einem kostenlosen Trello-Account genutzt werden.

Der Datensatz wird mittlerweile im Darknet verkauft, so dass damit zu rechnen ist, dass die eigenen Daten in Zukunft vermehrt für Angriffe auf andere Kunden genutzt werden. Die gestohlenen Datensätze enthalten neben dem Benutzernamen weitere Daten wie die E-Mail-Adresse und den Namen des Kontoinhabers. Das Passwort ist nicht enthalten, da es sich bei dem Angriff um Scraping handelte. Dabei werden Daten extrahiert, aber in der Regel keine Passwörter gestohlen. Trotzdem ist es sicherlich sinnvoll, hier auf Nummer sicher zu gehen und auch das Passwort zu ändern.

Gestohlene Daten werden für Phishing und Identitätsdiebstahl verwendet

Solche gestohlenen Daten werden meist für Identitätsdiebstahl, Kreditkartenbetrug und Phishing verwendet. Scraping-Daten werden auch häufig von Angreifern verwendet, um Benutzerdaten auf anderen Plattformen zu extrahieren. Mit Credential Stuffing versuchen Cyberkriminelle, die erbeuteten Daten weiter zu verwenden, um an noch mehr Informationen von anderen Plattformen zu gelangen. Deshalb sollte man möglichst immer unterschiedliche Passwörter für verschiedene Dienste verwenden.

Trello sagt dazu aktuell: „Alles deutet darauf hin, dass ein Angreifer eine bestehende Liste von E-Mail-Adressen mit öffentlich zugänglichen Trello-Benutzerprofilen abgeglichen hat. Wir führen eine gründliche Untersuchung durch und haben keine Beweise für einen unbefugten Zugriff auf Trello oder Benutzerprofile gefunden.“

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