Vermeintliche Attacken aus Russland Bundeswehr-Dienstleister von Cyberangriff getroffen

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Gleich zwei Dienstleister der Bundeswehr sind Medienberichten zufolge jüngst Opfer von Cyberattacken geworden. In beiden Fällen gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei den Vorfälle um gezielte Spionageaktivitäten russischer Hacker handelt.

Ein hessisches Unternehmen, das mit der Bundeswehr im Bereich Satellitenkommunikation zusammenarbeitet, sowie ein Ingenieurbüro, das an vertraulichen Projekten der Bundeswehr arbeitet, sind jüngst Ziele von Cyberattacken geworden.(Bild: ©  Neuropixel - stock.adobe.com)
Ein hessisches Unternehmen, das mit der Bundeswehr im Bereich Satellitenkommunikation zusammenarbeitet, sowie ein Ingenieurbüro, das an vertraulichen Projekten der Bundeswehr arbeitet, sind jüngst Ziele von Cyberattacken geworden.
(Bild: © Neuropixel - stock.adobe.com)

In den vergangenen zwei Wochen sind zwei Dienstleister der Bundeswehr zum Ziel von Cyberattacken geworden. Wie die Tagesschau berichtet, ist Mitte Juni ein hessisches Unternehmen das erste Opfer geworden. Es unterstützt die Bundeswehr im Bereich satellitengestützter Kommunikation. Nur wenig später ist ein Ingenieurbüro aus Niedersachsen angegriffen worden. Dieses hat an Gebäuden für das operative Führungskommando der Bundeswehr gearbeitet.

Russische Ransomware-Attacke

Im Fall des hessischen Unternehmens handelte es sich um eine Ransomware-Attacke. Diese sei von einer russischen Hackergruppe ausgegangen. Bei der Untersuchung des Vorfalls sind die Sicherheitsbehörden schnell davon ausgegangen, dass vertrauliche Informationen abgeflossen sein könnten. Außerdem seien operative Informationen betroffen, was die Sicherheit der Ein­satzkräfte der Bundeswehr gefährden könnte, da die Satellitenkommunikation kompro­mit­tiert worden sein könnte. Laut Tagesschau geht die Bundeswehr jedoch davon aus, dass der Schaden begrenzt ist. „Der operative Datenverkehr der Bundeswehr und die eigenen IT-Netze des Geschäftsbereichs Bundesverteidigungsministerium waren von dem Angriff nach aktuellen Erkenntnissen nicht betroffen“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Gezielte Spionage ist Alltag

Auch der Cyberangriff auf das niedersächsische Ingenieurbüro beschäftigt die Behörden weiterhin. Das Unternehmen hat das als geheim eingestufte Projekt „Operationsplan Deutschland“ umgesetzt. Dabei handelt es sich um ein Papier, welches unter anderem die Einsätze von Bundeswehrtruppen im Kriegsfall regelt. Ob während dieser Cyberattacke geheime Informationen des Projekts gestohlen wurden, ist derzeit nicht bekannt. Die Behörden gehen jedoch auch hier davon aus, dass möglicherweise russische Hacker hinter dem Angriff stecken, die gezielt das Projekt der Bundeswehr ausspionieren wollten. Dieser Gedanke scheint naheliegend, da bereits das BSI vor dem russischen Geheimdienst (GRU) gewarnt hat, da immer wieder kritische Infrastrukturen in Europa Ziel von Cyberkriminellen wurden. Oberst Kubitz, Cybersicherheitschef der Bundeswehr, hatte im Frühjahr 2025 bereits darüber informiert, dass die Bundeswehr regelmäßig Ziel von Cyberangriffen sei. Besonders die Zahl der DDoS-Attacken habe seit dem Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine zugenommen. Auch Kapitän zur See Michael Giss, Chefs des Landeskommandos Baden-Württemberg, hatte berichtet, dass sein Team jeden Tag hybride Attacken aus Russland beobachte. Dabei handle es sich um Cyberangriffe auf die öffentliche Verwaltung, private Unternehmen aber auch kritische Infrastrukturen wie die Deutsche Bahn. Viele dieser Fälle würden sich nach Russland zurückverfolgen lassen.

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