Phishing, Ransomware und KI: Anlässlich des Cybersecurity Awareness Month haben wir CISOs und IT-Sicherheitsexperten befragt, welche Themen sie derzeit auf der Agenda haben.
Um ein vollständiges Bild der Bedrohungslandschaft zu zeichnen, haben wir IT-Sicherheitsexperten gefragt, welche Gefahren sie derzeit besonders auf der Agenda haben und welche Trends sie für die Zukunft sehen.
Phishing gehört zu den beliebtesten Angriffsmethoden. Die Untersuchung von Check Point ergab, dass Cyberangreifer Phishing-Seiten sehr schnell erstellen und wieder löschen, 90 Prozent der Seiten sind nur einen Tag lang aktiv.
Dabei zielen die Akteure oft auf nationale Feiertage oder große Produktveröffentlichungen als Köder ab, um ihre Erfolgschancen in einem kurzen Zeitfenster zu maximieren. Diese kurzlebige Strategie macht traditionelle Sicherheitsmaßnahmen weniger effektiv, da viele Erkennungssysteme auf historischen Daten und etablierten Mustern basieren. Die kurze Lebensdauer dieser Websites bedeutet, dass sie oft Blocklistensystemen und anderen Verteidigungsmaßnahmen entgehen, bevor Organisationen überhaupt von ihrer Existenz erfahren. Sicherheitsfachleute müssen daher agil und proaktiv vorgehen, um diese flüchtigen Bedrohungen zu identifizieren und zu bekämpfen.
70 Prozent der bösartigen Dateien werden per E-Mail zugestellt
Trotz neuer Kommunikationsmethoden bleibt die E-Mail ein beständiger Vektor für Cyberangriffe. Ihre weitverbreitete Nutzung und das Vertrauen, das Nutzer in ihre Posteingänge setzen, machen E-Mails zu einem beliebten Angriffsziel für Cyberkriminelle. Die Anpassungsfähigkeit von E-Mails ermöglicht es Angreifern, ihre Nachrichten individuell auf einzelne Ziele zuzuschneiden, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Empfänger mit den Anhängen interagieren. So setzen sie beispielsweise häufig auf Social-Engineering-Taktiken, um ein Gefühl der Dringlichkeit oder Vertrautheit zu erzeugen und Benutzer zu impulsiven Handlungen zu verleiten. Diese Vorgehensweise nutzt nicht nur das menschliche Verhalten aus, sondern auch die Tatsache, dass viele Organisationen E-Mails weiterhin als wichtiges Mittel zum Austausch von Dateien und Informationen verwenden.
1.620 Cyberangriffe pro Woche pro Unternehmen
Wie Check Point herausfand, verzeichnet jede Organisation pro Woche über 1.620 Cyberangriffe. Dies ist ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber 2023. Dieser Anstieg der Cyberangriffe verdeutliche die zunehmende Raffinesse von Cyberbedrohungen, da Angreifer fortschrittliche Methoden und Automatisierung einsetzen, um Schwachstellen auszunutzen. Mehrere Faktoren tragen dem Hersteller zufolge zu diesem signifikanten Anstieg bei, darunter die weit verbreitete Einführung von Remote-Arbeit und die zunehmende Nutzung von Partnern, was die potenzielle Angriffsfläche für Organisationen vergrößert.
Ransomware-Attacken für Anfänger
Auch Ransomware erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Im Jahr 2024 haben die Analysten von Check Point bisher Datensätze von über 3.500 erfolgreichen Ransomware-Angriffen auf Unternehmen im Netz gefunden. Nach wie vor nutzen Cyberkriminelle gestohlene Daten als Erpressungsmittel. Hinzu kommt der Trend von Ransomware-as-a-Service, der es weniger erfahrenen Akteuren einfach macht, Angriffe zu starten.
Laut Check Point sind Bildungseinrichtungen, Regierungsbehörden und Gesundheitssektoren die am häufigsten angegriffenen Sektoren. Grund dafür ist die große Menge an sensiblen Daten und der Gesundheitssektor steht zudem aufgrund der Dringlichkeit medizinischer Versorgung unter enormen Druck.
Das beschäftigt Security-Experten
Um ein vollständiges Bild der Bedrohungslandschaft zu zeichnen, haben wir IT-Sicherheitsexperten gefragt, welche Gefahren sie derzeit besonders auf der Agenda haben und welche Trends sie für die Zukunft sehen.
Stand: 08.12.2025
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