Oracle Red Bull Racing ist eines der führenden Teams in der Formel 1. Neben talentierten Fahrern sind Daten und deren Auswertungen – vom Reifendruck bis zur Motorleistung – ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Spitzenteams. So wird bereits während eines einzelnen Rennwochenendes ein Terabyte an Daten von einem einzigen Auto generiert. Diese Performance-Daten müssen geschützt werden. Wie das Rennsportunternehmen dies sicherstellt, verrät Mark Hazelton, CSO bei Oracle Red Bull Racing im Gespräch mit Security-Insider.
Im Rennsport wird alles getrackt, aufgezeichnet und analysiert. Wie das Rennsportunternehmen Oracle Red Bull Racing die Sicherheit dieser Daten sicherstellt verrät der CSO Mark Hazelton im Gespräch mit Security-Insider.
(Bild: 2023 Getty Images)
Mark Hazelton ist CSO bei Oracle Red Bull Racing.
(Bild: Oracle Red Bull Racing)
Geschwindigkeit ist beim Rennsport eines der entscheidenden Faktoren – und das nicht nur auf der Rennstrecke! Oracle Red Bull Racing, das sein Formel 1-Debüt im Jahr 2005 feierte, setzt auf umfassende Security-Operations-Maßnahmen, die schnell und rund um die Uhr erfolgen. Denn auch das Rennunternehmen befindet sich im Fadenkreuz von unterschiedlichen Bedrohungsakteuren. Genau wie auf der Rennstrecke ist auch bei der Reaktion auf Cybervorfälle Tempo die Devise. Mit einer Kombination aus menschlichem Know-how, technischen Neuerungen und einer umfassenden Security-Plattform schützt sich das Team, um Cyberrisiken zu minimieren, Angriffe zu verhindern und im Ernstfall blitzschnell reagieren zu können.
Security-Insider: Was sind die größten Herausforderungen des CSO eines der führenden Formel 1-Teams?
Mark Hazelton: Im Rennsport wird alles getrackt, aufgezeichnet und analysiert und daher eine gigantische Menge an Daten generiert: Reifendruck -und verschleiß, Beschleunigung, Temperatur und Motorleistung. Hunderte von Sensoren sammeln und übermitteln Millionen von Messwerte, die die Rennwagen erzeugen, egal ob auf der realen Strecke oder während Rennsimulationen. Alle diese Daten werden aggregiert, verarbeitet und zur Strategiefindung für das nächste Rennen und die Entscheidungsfindung währenddessen genutzt. Hierbei kann eine Millisekunde darüber entscheiden, wer als erster über die Ziellinie fährt. Es ist nicht mehr nur das Geschick des Fahrers, sondern zunehmend auch die eingesetzte fortschrittliche Technologie, die den Erfolg eines Teams ausmacht.
Unser Team ist damit beschäftigt, die riesigen Datenmengen zu sichern, die in zahlreichen Rennen in 20 Ländern auf fünf Kontinenten erzeugt werden. Hinzu kommt eine Fülle an unternehmenseigenen Daten, die in der Zentrale und Fabrik in Milton Keynes im Vereinigten Königreich entstehen. Das Maß an Schutzmaßnahmen, das zur Sicherung einer solchen Datenfülle notwendig ist, ist enorm.
Security-Insider: Wie stellen Sie den Cyberschutz Ihrer Systeme bei der gegenwärtig äußerst angespannten Bedrohungslage sicher?
Mark Hazelton: Wir fahren eine Sicherheitsstrategie, in deren Zentrum Managed Detection and Response steht. Unsere MDR-Maßnahmen beinhalten das Monitoring der Netzwerke, Endpunkte, Identitäten und Cloud-Umgebungen – und das rund um die Uhr. So spüren wir Risiken auf, verhindern Cybervorfälle und begegnen versuchten Kompromittierungen.
Security-Insider: Welches sind die größten Cyberrisiken für große Sportorganisationen wie Oracle Red Bull Racing?
Mark Hazelton: Mit anhaltendem Erfolg und steigendem weltweiten Renommee nehmen auch die Angriffsfläche und das Risiko von Cyberangriffen zu. Jede Organisation mit hohem Bekanntheitsgrad ist zwangsläufig Ziel von Bedrohungsakteuren mit böswilliger Absicht. Letzteres war schon immer ein Problem für Spitzensportler und Rennsportunternehmen und wird es auch in Zukunft sein. Vor allem, da wir alle immer digitaler und datengesteuerter werden.
Offensichtlich gibt es heute zahlreiche Cyber-Angriffsvektoren. Aber ich möchte insbesondere Ransomware als eine der größten Bedrohungen für die Cybersicherheit aller Organisationen hervorheben, einschließlich Sportteams.
Security-Insider: War das Thema Sicherheit schon immer ein Hauptbestandteil der IT-Strategie von Oracle Red Bull Racing?
Mark Hazelton: Wir bezeichnen uns selbst zwar als ein Technologieunternehmen mit einem Formel 1-Team, stehen aber dennoch vor Herausforderungen bei der Einführung einer Sicherheitskultur in unserer gesamten Organisation. Anforderungen unseres Rennkalenders und unsere rasanten Abläufe erschweren die einheitliche Durchführung.
Und trotzdem besteht eine der größten Veränderungen, die wir seit Beginn unserer Geschichte in unserer Kultur vorgenommen haben, darin, dass wir unsere Mitarbeitenden in die Lage versetzen, eine aktive und effektive Verteidigungslinie gegen unerwünschte Aktivitäten zu bilden. Dabei ist absolut entscheidend, dass sie verdächtige Vorfälle schnell erkennen können. Seit wir ein effizientes und konsistentes Security-Awareness-Modell mit ansprechenden Inhalten eingeführt haben, konnten wir eine Sicherheitskultur etablieren, bei der alle Beteiligten ein Bewusstsein für bestehende Cyberrisiken haben und wissen, was bei Unregelmäßigkeiten und verdächtigen Vorkommnissen zu tun ist.
Stand: 08.12.2025
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Security-Insider: Wie gehen Sie mit dem Thema KI um? Wird diese Technologie in der nächsten Zeit ein wichtiger Faktor für Ihre Technologie- und Sicherheitsstrategie?
Mark Hazelton: Als Unternehmen, das täglich große Mengen an Daten verarbeitet, bieten diese Technologien für uns die Chance, Mensch und Maschine in einen perfekten Einklang zu bringen. Ein Großteil der Datenverarbeitung für Sicherheits- und andere technologische Anforderungen ist bereit für den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Durch die Anwendung dieser hochmodernen Technologie können bei Sicherheits- und IT-Teams Burnouts und Ermüdungserscheinungen vorgebeugt werden.
Beispiel Sicherheitsalerts: Innerhalb von nur zehn Tagen meldet das System über eine Milliarde Events. Nach Entfernen des „Hintergrundrauschens“ bleiben etwa eine Million Meldungen, die dann automatisch analysiert werden. Einige Hundert Ereignisse werden hiervon im SOC und/oder vom Concierge-Security-Service-Team näher untersucht, und letztendlich werden nur einige Dutzend als Warnmeldungen an uns weitergeleitet. Eine enorme Erleichterung für unser operatives Personal.
Security-Insider: Wie sieht ihre aktuelle Strategie aus?
Mark Hazelton: Wir setzen auf umfassende Security Operations. Denn diese sind nachweislich der effektivste Weg, um Cybervorfälle zu verhindern und zu begegnen. Seit einiger Zeit arbeiten unsere IT- und Sicherheitsteams hier mit dem Security-Operations-Services-Anbieter Arctic Wolf zusammen. Dieser bietet uns eine Kombination aus einer Plattform zur Orchestrierung der Sicherheitsaktivitäten sowie ein hochqualifiziertes Concierge-Security-Team, das unsere internen Teams ideal erweitert und ein 24/7 Monitoring, Managed Detection and Response sowie kontinuierliches Managed Risk bereitstellt. Das ermöglicht die benötigte End-to-End Sicherheit, wobei auch hier auf KI-gestützte Detection- & Threat-Modelle gesetzt wird. So sind wir bestmöglich gegen Ransomware-Angriffe, anderweitige Attacken und Datenexfiltration geschützt.
Auch bei der Verbesserung der Sicherheitskultur in unserer Organisation arbeiten wir mit unserem Sicherheitspartner zusammen. Innerhalb des Arctic Wolf Managed Security Awareness-Programms stellen wir unseren Mitarbeitenden gut aufbereitete Trainings bereit, die relevante Inhalte mittels Videolektionen, Quizfragen und automatisierten Phishing-Simulationen vermitteln. Letztere basieren auf realen Angriffen, was den Usern dabei hilft, ein Bewusstsein für Cybergefahren in ihrem Alltag zu entwickeln.
All diese Maßnahmen und Prozesse zahlen zusammen auf die Optimierung der Sicherheitslage von Oracle Red Bull Racing ein.