KI-Agenten, Malware-Mutationen und neue Interfaces Vier Cybertrends prägen 2026 von KI-Agenten bis Hirn-Interfaces

Ein Gastbeitrag von Jochen Werne 2 min Lesedauer

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2026 wird wild! Autonome KI-Agenten, mutationsfähige Malware und Hirn-Computer-Interfaces verschieben die Angriffsflächen: Fehlgeleitete Automatisierung verursacht Datenpannen, verhaltensbasierte Detection ersetzt Signaturen und Thought Phishing zwingt Unternehmen zu neuen BCI-Rahmenwerken.

Hirn-Computer-Interfaces und Wearables eröffnen 2026 neue Chancen – und neue Angriffsflächen, für die Unternehmen frühzeitig Schutz- und Ethikrahmen definieren müssen.(Bild: ©  seanzheng - stock.adobe.com)
Hirn-Computer-Interfaces und Wearables eröffnen 2026 neue Chancen – und neue Angriffsflächen, für die Unternehmen frühzeitig Schutz- und Ethikrahmen definieren müssen.
(Bild: © seanzheng - stock.adobe.com)

Der Blick auf 2025 zeigt alarmierende Zahlen für IT- und Datensicherheit: Allein im vierten Quartal 2025 wurden mehrere Milliarden Datensätze geleakt und der Verizon DBIR führt rund 12.000 Datenpannen aus 139 Ländern auf. 2026 werden sich Unternehmen nach diesen Trends auf vier besondere Aspekte in der Cybersecurity einstellen müssen.

1. Von menschlichen Patzern zu fehlgeleiteter Automatisierung

2026 werden Maschinen für einen großen Teil der Datenpannen mitverantwortlich sein. Autonome KI Agenten, die mehrstufige Workflows selbstständig abarbeiten, geraten ins Visier der Cyberkriminellen oder werden von Angreifern eingeschleust, um Orchestrierungen zu stören, Transaktionen zu manipulieren, Daten abzuziehen oder erpresserische Szenarien auszulösen. Unternehmen sollten jetzt klare Governance, Rollen und Zugriffskontrollen rund um KI Agenten etablieren.

2. Die wandelbare Gefahr

Mutationsfähige Malware, die ihren Code laufend anpasst, macht signaturbasierte Abwehr zunehmend wirkungslos. Entsprechende Kampagnen können sich monatelang unbemerkt in Systemen halten, in Ruhe Zugriffsrechte ausweiten, Daten absaugen und den hauptsächlichen Schadzeitpunkt strategisch wählen. Die Folgen reichen von Eingriffen in kritische Infrastrukturen bis zur Echtzeit Verfälschung digitaler Identitäten. Für 2026 ist mit einer Serie großer Datenlecks zu rechnen, die durch diese Art Malware verursacht werden. Gefragt sind proaktive, verhaltensbasierte Erkennung, kontinuierliche Telemetrie und KI gestützte Abwehrmechanismen, um mutationsfähige Malware früh zu entdecken und zu neutralisieren.

3. Die neue Angriffsfläche: Hirn Computer Schnittstellen

Mit Fortschritten bei Hirn Computer Interfaces (BCI) entstehen völlig neue Missbrauchsoptionen. Cyberkriminelle können Implantate genauso für ihre Zwecke nutzen wie Kappen, Brillen oder Kopfhörer mit BCI. Zu erwarten sind KI gestützte Manipulationen, die Entscheidungsimpulse erfassen und subtil beeinflussen („Thought Phishing“). Für Gaming, E Commerce und soziale Interaktionen ist dies weitgehend unreguliertes Neuland. Organisationen sollten frühzeitig Sicherheits- und Risiko-Rahmenwerke, Datenschutzvorgaben und ethische Leitplanken für BCI Anwendungen definieren, um sich und ihre Belegschaft zu schützen.

4. Frauen gewinnen an Einfluss im Cybercrime

Der Gender Gap in der Hacking Szene dürfte 2026 spürbar schrumpfen; der Anteil weiblicher Akteure könnte sich gegenüber heute verdoppeln. Spezielle Programme, die Mädchen für MINT-Fächer begeistern sollen, und Bug Bounty Plattformen erleichtern ihnen den Einstieg ins Coding, und manch eine nimmt „die falsche Ausfahrt“ auf dem Karriereweg. Frauen stellen bereits rund 25 Prozent der weltweiten Security Workforce; bis 2031 werden etwa 35 Prozent erwartet. Allerdings sind mittlerweile auch rund 30 Prozent der Nutzenden einschlägiger Cybercrime Foren weiblich. Für IT-Security-Verantwortliche heißt das: Heterogenere Gegnerprofile und Taktiken – und zugleich die Chance, eigene Teams breiter und inklusiver aufzustellen.

Über den Autor: Jochen Werne ist CEO des Daten- und Technologieunternehmens Experian in DACH.

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