Netscout DDoS Threat Intelligence Report 2HJ22 Cyberwar mit 436 Petabit

Von Peter Schmitz 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In der zweiten Hälfte des Jahres 2022 haben DDoS-Angriffe auf die HTTP/HTTPS-Anwendungsschicht deutlich zugenommen, was vor allem auf die Aktivitäten pro-russischer Hackergruppen wie Killnet zurückzuführen ist. Laut den IT-Security-Spezialisten von Netscout stieg die Zahl der DDoS-Attacken auf die HTTP/HTTPS-Anwendungsschicht von 2019 bis 2022 um 487 Prozent. In Deutschland lag dabei die durchschnittliche Angriffszeit im Herbst und Winter letzten Jahres bei 15 Minuten.

Durch DDoS-Angriffe waren im zweiten Halbjahr 2022 weltweit mehr als eine Milliarde Websites betroffen.(Bild:  Arthur Kattowitz - stock.adobe.com)
Durch DDoS-Angriffe waren im zweiten Halbjahr 2022 weltweit mehr als eine Milliarde Websites betroffen.
(Bild: Arthur Kattowitz - stock.adobe.com)

Netscout geht davon aus, dass sich eine Welle neuartiger Multi-Vektor-Angriffe abzeichnet. Dabei zielen Cyberkriminelle darauf ab, die digitale Kommunikation der Zielorganisationen durch Attacken auf Anwendungsebene und durch Botnets auf direktem Weg zu blockieren. Die Analysten konnten im Jahr 2022 über 1,35 Millionen Bots aus Malware-Familien wie Mirai, Meris und Dvinis identifizieren. Dies führte zu mehr als 350.000 sicherheitsrelevanten Warnungen über Botnet-Attacken an Unternehmen, im gleichen Zeitraum erhielten Service Provider etwa 60.000 Warnungen zu Bots.

Laut des aktuellen DDoS Threat Intelligence Reports führten die vermehrten Angriffe auf die HTTP/HTTPS-Anwendungsschicht weltweit zu mehr als einer Milliarde betroffener Websites. Auch Carpet-Bombing-Attacken, die gleichzeitig auf ganze IP-Adressbereiche abzielen, nahmen von der ersten auf die zweite Jahreshälfte 2022 um 110 Prozent zu, wobei sich die meisten Angriffe gegen ISP-Netzwerke richteten. Angriffsspitzen wurden am Tag der öffentlichen Bekräftigung einer Unterstützung der Ukraine durch den US-Präsidenten Biden und den französischen Präsidenten Macron auf dem G7-Gipfel verzeichnet.

Der Rekordwert für den DDoS-Traffic an einem Tag lag bei 436 Petabit mit mehr als 75 Billionen Datenpaketen. Ein großer Teil dieses Daten-Traffics wurde bereits von den Service Providern abgefangen, während Unternehmen zusätzlich täglich durchschnittlich 345 Terabyte unerwünschten Datenverkehr eliminierten.

In Deutschland standen vor allem die Anbieter drahtloser Telekommunikationsleistungen im Visier der Angreifer, die im 2. Halbjahr 2022 mehr als 51.000 DDoS-Attacken mit einer durchschnittlichen Dauer von 78 Minuten verzeichnen mussten. Dass die Zahl der DDoS-Angriffe im Bereich der drahtlosen Telekommunikation laut Netscout global seit 2020 um 79 Prozent gestiegen ist, sei vorrangig auf den zunehmenden Einsatz von 5G-Wireless-to-the-Home zurückzuführen. Aktuell machen diese Attacken rund 20 Prozent aller DDoS-Angriffe aus.

Mit deutlichem Abstand folgen hierzulande auf Platz 2 und 3 der angegriffenen Zielbranchen die Service Provider für Datenhosting und -verarbeitung (21.726 Angriffe) und Carrier kabelgebundener Kommunikationsservices (9.533 Angriffe).

(ID:49414816)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung