Bitcoins oder Offline

DDoS-Erpressungen von DD4BC

| Redakteur: Peter Schmitz

In der Sicherheitsanalyse „DDoS-Erpressung durch DD4BC“ gibt DDoS-Experte Link11 detaillierte Einsicht in die Arbeit der momentan aktivsten DDoS-Erpresserbande DD4BC und ihre zunehmenden Angriffe auf Unternehmen in Deutschland und Österreich.
In der Sicherheitsanalyse „DDoS-Erpressung durch DD4BC“ gibt DDoS-Experte Link11 detaillierte Einsicht in die Arbeit der momentan aktivsten DDoS-Erpresserbande DD4BC und ihre zunehmenden Angriffe auf Unternehmen in Deutschland und Österreich. ( © akf - Fotolia)

Die international aktive, kriminelle Gruppierung DD4BC erpresst und attackiert aktuell Unternehmen in Deutschland und Österreich mit DDoS-Attacken. Die Ziele sind wie schon in anderen Ländern Großunternehmen im Finanzsektor sowie SaaS- und Hosting-Unternehmen.

Aktuell erpressen die Cyberkriminellen von DD4BC (DDoS for Bitcoins) Unternehmen in Deutschland und Österreich und greifen diese auch an. Großunternehmen im Finanzsektor sowie SaaS- und Hosting-Unternehmen erhalten Erpresser-Mails von anonymen Mail-Diensten, in denen branchenabhängig bis zu 50 Bitcoins (ca. 11.500 Euro) innerhalb von 24 Stunden gefordert werden. Sollte die Zahlung ausbleiben, droht DD4BC mit anhaltenden DDoS-Attacken mit einem Volumen von 400 bis 500 Gbps. Außerdem erhöht sich die Schutzgeldforderung auf 100 Bitcoins und steigt weiter im Stunden-Takt.

DD4BC untermauert die Ernsthaftigkeit ihrer Forderungen in der Erpresser-Mail direkt mit einer ersten DDoS-Attacke und demonstriert so die eigenen Cybercrime-Fähigkeiten. Die Attacke überlastet die Systeme der Unternehmen ohne DDoS-Schutz in den meisten Fällen und bringt die Web-basierten Services und Prozesse sowie Unternehmensnetzwerke meist vollständig zum Erliegen. Bleibt die geforderte Bitcoin-Zahlung aus, starten die Erpresser die angekündigte Attacke mit Peaks bis zu 50 Gbps.

Jens-Philipp Jung, Geschäftsführer der Link11 GmbH: "Die Zahl der Unternehmen, die von DD4BC unter Druck gesetzt werden, ist alarmierend. Durch die unangekündigte erste DDoS-Attacke und die vermehrten Vorfälle in der DACH-Region ist die Gefahr für ungeschützte Unternehmen in Deutschland momentan sehr hoch.Erst Anfang Mai mussten wir deutsche E-Commerce-Shops vor der bisher größten Erpresserwelle warnen. Bei den aktuellen Vorfällen richten sich die Geldforderungen gegen den Finanzsektor und Anbieter von Online-Dienstleistungen. Jedes Unternehmen, das eine Erpresser-E-Mail von DD4BC erhält, sollte diese unbedingt ernst nehmen. Schon die Warn-Attacke kann ein Unternehmensnetzwerk empfindlich treffen.“

Details zu den DDoS-Attacken von DD4BC

Das Link11 Security Operation Center (kurz LSOC) hat seit Beginn der Erpressungswelle Ende Juni 2015 das Vorgehen von, sowie die Gefährdung durch von DD4BC analysiert und wiederkehrende Angriffsmuster festgestellt: Zu Beginn erfolgt eine UDP-Flood auf die Webserver, worauf in den meisten Fällen eine TCP-SYN-Flood folgt. Insgesamt dauert der Angriff in der Regel zirka eine Stunde und erreicht Peak-Bandbreiten nahe 100 Gbps.

Unter DDoS-Schutzexperten ist DD4BC schon länger bekannt. Die Cybercrime-Gruppe setzt seit Ende 2014 immer wieder DDoS-Attacken gegen Unternehmen ein, um an Bitcoins zu gelangen. Dabei gehen sie länderweise vor: USA, Neuseeland, Australien, Großbritannien. Noch im Mai war DD4BC in der Schweiz und Großbritannien sehr aktiv, attackierte wenige Woche danach aber schon Unternehmen in Skandinavien. Weder die anonymisierten E-Mail-Adressen noch die Bitcoin-Konten lassen sich zurückverfolgen.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43523786 / Intrusion-Detection und -Prevention)