Definition Digital Rights Management Was ist DRM?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 6 min Lesedauer

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Digital Rights Management ist eine Methode zur Verwaltung der Rechte an digitalen Inhalten. Mit ihr lässt sich der Zugriff auf digitale Inhalte wie Musik, Filme oder E-Books sowie deren Nutzung kontrollieren. Ziel ist es, geistiges Eigentum und Urheberrechte zu schützen und eine unkontrollierte Verbreitung geschützter Inhalte zu verhindern.

Digital Rights Management (DRM) ist die Rechteverwaltung für digitale Inhalte mit dem Ziel der Kontrolle der Nutzung und Verbreitung dieser Inhalte.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Digital Rights Management (DRM) ist die Rechteverwaltung für digitale Inhalte mit dem Ziel der Kontrolle der Nutzung und Verbreitung dieser Inhalte.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die deutsche Übersetzung von Digital Rights Management, abgekürzt DRM, lautet digitale Rechteverwaltung. Mithilfe der digitalen Rechteverwaltung lässt sich der Zugriff auf digitale Inhalte sowie deren Nutzung kontrollieren. Um auf mit DRM geschützte Inhalte wie Musik, Filme, E-Books, Software oder anderes zuzugreifen und diese verwenden oder weitergeben zu können, muss der Nutzer über entsprechende Berechtigungen oder Lizenzen verfügen. Ohne diese sind die digitalen Inhalte für ihn nutzlos. Ziel der digitalen Rechteverwaltung ist es, das geistige Eigentum der Urheber oder die Rechte von Copyright-Inhabern zu schützen und eine unerlaubte Nutzung oder Verbreitung der Inhalte zu verhindern. Die Einhaltung der zur Nutzung digitaler Inhalte zwischen dem Rechteinhaber und dem Anwender getroffenen Nutzungsvereinbarungen lässt sich mithilfe der digitalen Rechteverwaltung erzwingen. DRM bietet Schutz vor digitaler Piraterie, beispielsweise per unerlaubtem Peer-to-Peer-Dateiaustausch. Gleichzeitig ermöglicht sie die Realisierung von On-Demand-Geschäftsmodellen und die Umsetzung nutzungsabhängiger Bezahlmodelle für digitale Medien wie Pay-per-View oder Pay-per-Click. Für die technische Umsetzung des digitalen Rechtemanagements kommen Verfahren und Technologien wie Verschlüsselung, Authentifizierung und Zugangssteuerung, digitale Wasserzeichen und andere zum Einsatz.

Welche Inhalte lassen sich mit DRM schützen?

Mit Digital Rights Management lassen sich digitale Inhalte unterschiedlicher Art schützen. Typische digitale Inhalte, bei denen DRM zum Einsatz kommt, sind:

  • digitale Bilder und Fotografien
  • digitale Tonaufnahmen wie Musik oder Hörbücher
  • digitale Videos und Filme
  • E-Books
  • digital vorliegende Dokumente
  • Software, Anwendungen und Apps
  • Computerspiele
  • digitale Fernseh- und Radioprogramme

Welche Schutz- und Kontrollmöglichkeiten bietet DRM?

Das Digital Rights Management bietet je nach technischer Umsetzung und Implementierung des DRM-Systems eine Vielzahl verschiedener Schutz- und Kontrollmöglichkeiten für digitale Inhalte. So lassen sich der Zugriff auf digitale Inhalte und deren Nutzung auf berechtigte beziehungsweise mit entsprechenden Lizenzen ausgestattete Personen oder Geräte einschränken. Auch das Bearbeiten, Speichern, Kopieren, Weiterleiten oder Drucken der Inhalte kann auf vielfältige Weise kontrolliert und eingeschränkt werden. Beispielsweise lässt sich per DRM festlegen, wie oft ein Dokument gedruckt oder gespeichert werden darf. Selbst das Erstellen von Screenshots kann per DRM unterbunden werden. Weitere Schutz- und Kontrollmöglichkeiten des digitalen Rechtemanagements sind die Einschränkung des Zugriffs auf digitale Inhalte von bestimmten Geräten, Netzwerkadressen, Standorten oder geografischen Regionen aus oder die Festlegung eines bestimmten Nutzungszeitraums und vieles mehr.

Für DRM eingesetzte Technologien

DRM-Systeme können technisch unterschiedlich umgesetzt und implementiert werden. Abhängig von den bereitzustellenden Kontroll- und Schutzfunktionen kommen zahlreiche verschiedene Methoden und Verfahren zum Einsatz. Die verwendeten grundlegenden Technologien sind bei den verschiedenen DRM-Umsetzungen aber die gleichen.

Eine der Kerntechnologien des digitalen Rechtemanagements ist die Datenverschlüsselung. Digitale Inhalte werden mit einem digitalen Schlüssel verschlüsselt und sind nur nutzbar oder lesbar, wenn der Anwender oder das Wiedergabegerät Zugriff auf den zur Entschlüsselung der Daten benötigten Schlüssel haben. Kryptographische Verfahren werden auch zur Erstellung von digitalen Signaturen verwendet, mit denen sich die Authentizität einer berechtigten Person, eines Geräts oder eines digitalen Inhalts nachweisen lässt.

Weitere Technologien des digitalen Rechtemanagements sind die Authentifizierung und die Zugangssteuerung. Per Authentifizierung weisen Benutzer oder Geräte gegenüber dem DRM-System ihre Identität nach und bekommen entsprechende Berechtigungen oder Lizenzen zur Nutzung digitaler Inhalte zugewiesen. Zur Authentifizierung können Verfahren wie Benutzername/Passwort, digitale Zertifikate oder die Multi-Faktor-Authentifizierung und andere verwendet werden. Die Zugangs- und Nutzungssteuerung regelt, in welcher Form und in welchem Umfang ein authentifizierter Benutzer oder ein Gerät Zugriff auf einen Inhalt bekommt und wie er ihn nutzen kann. Hierfür werden zum Beispiel mithilfe einer Rights Expression Language (REL) Richtlinien und Regeln definiert, die das DRM-System anschließend umsetzt.

Häufig verwendet das Digital Rights Management zum Schutz digitaler Inhalte auch digitale Wasserzeichen. Dabei werden bestimmte Informationen wie Urheberrechtsmarkierungen oder Informationen über den Lizenznehmer untrennbar mit dem digitalen Medieninhalt verknüpft. Diese Informationen lassen sich nicht mehr entfernen und können offen sichtbar oder versteckt angebracht sein. Wasserzeichen lassen beispielsweise eine nachträgliche Verfolgung von Rechteverletzungen zu.

Beispiele für den Einsatz des digitalen Rechtemanagements

Die zunehmende Nutzung digitaler Medien und der weltweite Erfolg von Internet-Streaming-Plattformen für Ton- und Bildinhalte haben wesentlich zur Verbreitung des digitalen Rechtemanagements beigetragen. Es finden sich zahlreiche Beispiele für den Einsatz dieser Art der Rechteverwaltung. So setzen Streaming-Dienste oder Handelsplattform für Musikvideos, Filme, Fernsehserien und E-Books wie von Netflix oder Apple das Digital Rights Management ein, um sicherzustellen, dass nur zahlende Kunden Medieninhalte abspielen können und sie nicht unbefugt heruntergeladen oder weitergegeben werden. Im Bereich von E-Books schützt unter anderem Amazon die auf ihrer Plattform gekauften digitalen Bücher per DRM. So soll verhindert werden, dass Bücher auf anderen Geräten als dem Amazon Kindle des Käufers gelesen und unkontrolliert kopiert werden. Weitere Beispiele für den Einsatz von DRM sind der Kopierschutz von Inhalten auf optischen Datenträgern wie DVDs oder Blu-rays oder die Nutzung hochauflösender Inhalte privater Fernsehsender per HD+. Auch die HDMI-Schnittstelle (High Definition Multimedia Interface) für die digitale Bild- und Tonübertragung in der Unterhaltungselektronik unterstützt DRM-gestützte Kopierschutzkonzepte. Im Musikbereich konnte sich DRM nur beschränkt durchsetzen. Zahlreiche Musiklabels verkaufen ihre Musik über das Internet mittlerweile ohne Digital Rights Management, da die Verbraucher dem Kauf von DRM-Musiktiteln teilweise sehr kritisch gegenüberstehen.

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Vorteile durch das Digital Rights Management

Das Digital Rights Management bietet eine ganze Menge Vorteile. Es schützt das geistige Eigentum von Urhebern, unterstützt die Einhaltung von Urheberrechtsgesetzen und verhindert eine unbefugte Nutzung oder Weitergabe beziehungsweise unkontrollierte Verbreitung digitaler Inhalte. Raubkopien und Produktpiraterie werden zuverlässig verhindert. Der Urheber, Lizenzinhaber oder Anbieter entscheidet, wer auf die Inhalte zugreifen kann und wie er sie nutzen darf. Zudem ermöglicht DRM den Urhebern, Lizenzinhabern oder Anbietern der Inhalte, Einnahmen zu erzielen oder Bezahlmodelle wie Pay-per-View oder Pay-per-Click zu realisieren. Über DRM lassen sich auch Nutzungsdaten nachverfolgen oder Lizenzinformationen überwachen, mit deren Hilfe Inhalte oder die Benutzererfahrung optimiert werden können. Darüber hinaus verhindert DRM die Manipulation digitaler Inhalte.

Nachteile der digitalen Rechteverwaltung

Die digitale Rechteverwaltung bringt auch einige Nachteile mit sich. Teilweise wird das digitale Rechtemanagement daher ironisch auch als digitale Rechteminderung bezeichnet. Häufig genannte Nachteile sind:

  • Kompatibilitätsprobleme mit DRM-geschützten Inhalten bei der Verwendung von bestimmten Wiedergabegeräten oder Anwendungen
  • keine Möglichkeit der Verhinderung von Analogkopien
  • höhere Komplexität und Kosten (zum Beispiel der Wiedergabegeräte oder -software)
  • höhere Systembelastung der Wiedergabegeräte durch kryptographische Verfahren
  • Bindung der Kunden mit ihren Wiedergabegeräten und digitalen Inhalten an einen bestimmten Anbieter und seine Preispolitik
  • Verkomplizierung der Benutzung
  • Einschränkung der Nutzererfahrung durch beschränkte Abspiel- und Kopierfunktionen
  • rechtliche Fragestellungen hinsichtlich des Datenschutzes durch die Auswertung des Nutzungsverhaltens
  • Verlust der Nutzbarkeit und Abspielbarkeit DRM-geschützter Inhalte durch auslaufende Unterstützung von Technologien, Geräte oder Software oder Verschwinden eines Anbieters vom Markt
  • mangelnde Unterstützung des DRM bei der Freigabe der Nutzung von Inhalten nach Ablauf des urheberrechtlichen Schutzes eines Werks nach 70 Jahren
  • bestimmte DRM-Systeme erfordern eine funktionierende Online-Verbindung, um geschützte digitale Inhalte zu nutzen
  • DRM-Systeme sind nicht vollständig sicher gegenüber Manipulation und Missbrauch
  • DRM schränkt die Freiheit der vollständigen Kontrolle und beliebigen Nutzung von Daten und Programmen auf Computern ein
  • DRM kann den Zugang zu Informationen, die Meinungsfreiheit und Verbraucherrechte einschränken
  • DRM kann das Prinzip der fairen Nutzung untergraben
  • DRM kann zu Einschränkungen des Wettbewerbs auf dem digitalen Markt führen

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