Security-Trends 2025 Fünf Prognosen für das Identitäts­management im Jahr 2025

Ein Gastbeitrag von Thomas Müller-Martin 3 min Lesedauer

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Die Verwaltung digitaler Identitäten ist eine zentrale Säule der IT-Sicherheit. 2025 wird von Entwicklungen in generativer KI, strengeren regulatorischen Vorgaben und nahtloser Integration in hybride Infrastrukturen geprägt. Identity Governance and Administration (IGA)-Lösungen müssen wachsende Sicherheits- und Datenschutzanforderungen erfüllen und gleichzeitig Kosteneffizienz und Benutzerfreundlichkeit sichern.

Identity Governance and Administration (IGA)-Lösungen werden 2025 zu strategischen Plattformen, die nicht nur Identitäten verwalten, sondern die digitale Transformation vorantreiben.(Bild:  Supatman - stock.adobe.com)
Identity Governance and Administration (IGA)-Lösungen werden 2025 zu strategischen Plattformen, die nicht nur Identitäten verwalten, sondern die digitale Transformation vorantreiben.
(Bild: Supatman - stock.adobe.com)

Damit IT-Sicherheitsverantwortliche die Weichen für diese anstehenden Veränderungen stellen können, sollten sie die folgenden fünf Entwicklungen für 2025 in ihre Planung einbeziehen:

1. Generative KI wird das Identitätsmanagement automatisieren und effizienter gestalten

Generative KI ermöglicht es, große Datenmengen zu analysieren und intelligente Vorschläge für die automatische Zuweisung von Rollen, Richtlinien und Zugriffsrechten zu generieren. Nutzungsmuster vieler Benutzer können sich auf die Risikobewertung individueller Tätigkeiten auswirken. Zugriffsrechte werden vermehrt dynamisch vorschlagen oder automatisch, regelbasiert vergeben. Anomalien werden vermehrt in Echtzeit erkannt und haben unmittelbare Auswirkungen auf die Berechtigungen.

Auch repetitive Aufgaben wie Onboarding, Offboarding und das Management von Rollen und Richtlinien können mit generativer KI automatisiert werden. In Self-Service-Portalen werden KI-gesteuerte Chatbots und Assistenten für eine erheblich verbesserte Benutzererfahrung sorgen. Unternehmen können so nicht nur operative Kosten senken, sondern auch die Sicherheitsstandards deutlich erhöhen.

2. Cloud-basierte IGA-Lösungen setzen neue Maßstäbe für Skalierbarkeit und Compliance

Multi-Cloud- und hybride Infrastrukturen sind auf dem Vormarsch. Somit wächst auch die Nachfrage nach cloudbasierten IGA-Lösungen in Deutschland signifikant. Der Vorteil dieser Systeme liegt darin, dass sie flexibel skalieren, und regelmäßige, effiziente Funktions- und Sicherheitsupdates erhalten.

Besonders die Integration KI-basierter Analysen und Reports werden Unternehmen dabei helfen, Compliance mit komplexen Vorschriften und Richtlinien wie NIS2 und eIDAS 2.0 sicherzustellen. Automatisierte Prüfmechanismen und präzise Protokolle machen die Einhaltung von Datenschutzanforderungen einfacher und transparenter. Zudem ermöglichen permanent analysierte Nutzungsmuster die Reaktion auf Bedrohungen in Echtzeit.

3. Unternehmen müssen die Balance zwischen Datenschutz und KI-Nutzung finden

Die zunehmende Nutzung von KI in der Cybersecurity bringt auch Herausforderungen mit sich, insbesondere im Bereich Datenschutz und Ethik. Unternehmen müssen Richtlinien implementieren, um sicherzustellen, dass generative KI transparent und frei von Verzerrungen arbeitet. Dies beinhaltet nicht nur den Schutz sensibler Daten, sondern auch die Nachvollziehbarkeit KI-gestützter Entscheidungen. Eine besondere Herausforderung wird die Integration von KI in bestehende Legacy-Systeme. Unternehmen, die diese Hürde durch die Nutzung hybrider Lösungen überwinden, werden sich einen Wettbewerbsvorteil sichern können. Transparenz und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen werden dabei ausschlaggebend sein, um das Vertrauen der Kunden und Partner zu gewinnen.

4. KI-gestützte Lösungen für Identitätsmanagement stärken Zero-Trust-Modelle

Das Zero Trust-Prinzip, das eine regelmäßige Echtzeitkontrolle der Berechtigungen von Benutzern forciert, wird 2025 weiter an Bedeutung gewinnen. KI-basierte Identitätslösungen ermöglichen eine granularere Verifizierung von Nutzern und Geräten, basierend auf deren Verhalten und Kontext. Dies minimiert das Risiko von Insider-Bedrohungen und Datenverletzungen erheblich. Die Nutzung adaptiver Authentifizierungsmethoden wie biometrische Verifizierung oder Echtzeitanalysen ermöglichen tiefergehende Integrationen von IGA-Systemen, welche die Effektivität der Zero Trust-Strategien erhöhen. Durch dynamische Anpassung von Zugriffsrechten werden Angriffe auf die Infrastruktur schneller erkannt und blockiert, was die Sicherheitslage von Unternehmen signifikant steigert.

5. Kontinuierliche Überwachung und Audits werden zum Standard

Regulierungen wie die NIS2-Richtlinie fordern von Unternehmen, dass sie Sicherheitsmaßnahmen nicht nur implementieren, sondern auch regelmäßig deren Wirksamkeit nachweisen. 2025 wird der Einsatz automatisierter Audit- und Monitoring-Tools daher unverzichtbar sein. KI wird bei der Erkennung von Anomalien eine Schlüsselrolle spielen, Risiken bewerten und umfassende Compliance-Berichte in Echtzeit erstellen. Diese Automatisierung entlastet nicht nur IT-Teams, sondern reduziert auch das Risiko menschlicher Fehler, die zu Datenschutzverletzungen oder Compliance-Verstößen führen könnten.

Fazit

Das Jahr 2025 wird für den IGA-Markt wegweisend: Generative KI, cloudbasierte Lösungen und Zero Trust-Modelle prägen eine neue Ära, in der Sicherheit, Compliance und Benutzerfreundlichkeit Hand in Hand gehen. Automatisierung und KI-gestützte Überwachung erleichtern die Einhaltung komplexer Vorschriften wie NIS2 und eIDAS, während adaptive Sicherheitslösungen Risiken proaktiv managen. Unternehmen, die den Spagat zwischen Innovation und Datenschutz meistern, schaffen Vertrauen und sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit. IGA-Lösungen werden so zu strategischen Plattformen, die nicht nur Identitäten verwalten, sondern die digitale Transformation vorantreiben.

Über den Autor: Thomas Müller-Martin ist Global Partner Lead bei Omada.

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