Verimi plant digitalen Generalschlüssel

Einheitlicher Zugang zu Online-Diensten

| Redakteur: Florian Karlstetter

Verimi soll den Zugang zu verschiedenen Internet-Diensten via Single-Sign-On vereinfachen.
Verimi soll den Zugang zu verschiedenen Internet-Diensten via Single-Sign-On vereinfachen. (Bild: (geralt / pixabay) / CC0)

Anfang 2018 startet mit Verimi eine Datenplattform als deutsche Antwort auf das Universal Login á la Facebook. Das System fungiert als digitaler Generalschlüssel per Single-Sign-On und soll den Zugang zu Internet-Diensten sicherer und einfacher machen.

Verimi steht für einen bequemen, sicheren und selbstbestimmten Umgang mit Identitäten und Daten im Netz und ist die Antwort auf die universellen Login-Möglichkeiten, die Google, Facebook oder Twitter bereits bietet.

Verimi basiert auf einer Initiative von Allianz, Axel Springer, Daimler, Deutsche Bank, Postbank und dem Kartendienst Here der deutschen Automobilindustrie. Neu dabei sind jetzt auch die Bundesdruckerei, Deutsche Lufthansa und Deutsche Telekom - also allesamt bekannte deutsche Großunternehmen.

Verimi versteht sich als wettbewerbsfähige, europäische Antwort auf die internationalen Plattformanbieter. Die Plattform ist von Beginn an bewusst branchenübergreifend und offen konzipiert: Anwendungspartner oder andere Initiativen können sich anschließen und die Plattform gemeinsam mit den Gesellschaftern vergrößern und weiterentwickeln, so das erklärte Ziel.

Sicherer digitaler „Generalschlüssel“ zum Jahreswechsel verfügbar

Zum Jahreswechsel plant Verimi die Entwicklung eines digitalen Generalschlüssels, ein Frontend, das Anwendern per Single-Sign-On den Zugang zu verschiedenen internet-Diensten ermöglicht. Bei diesem Angebot hinterlegt der Nutzer einmalig seinen Namen und ein Passwort, um auf die bereits angeschlossenen Anwendungen der beteiligten Unternehmen zugreifen zu können. Die zeitraubende Eingabe persönlicher Daten bei jeder neuen Anwendung sowie die Verwaltung mehrerer Passwörter für unterschiedliche Internetseiten entfällt.

Nutzer sollen bei der Registrierung über eine entsprechende Einwilligung zudem ausdrücklich entscheiden, welche Daten sie an Partnerunternehmen weitergeben möchten. So bestimmen Nutzer über Verimi selbst, welche Daten sie an wen weitergeben wollen (sog. Opt-in). verimi trägt damit der Verordnung über Privatsphäre und elektronische Kommunikation („E-Privacy“) Rechnung.

Für Anwendungspartner schafft Verimi damit die Voraussetzung für eine datenschutzrechtlich zulässige Personalisierung von werblichen Angeboten und Inhalten, die den Präferenzen der Nutzer entsprechen.

Schrittweise sollen weitere Funktionen zum einheitlichen Registrierungs- und Identifizierungsverfahren hinzukommen, etwa ein digitaler Behördenzugang (eGovernment) oder die Entwicklung digitaler Zahlungs- und Finanzdienstleistungen. Auf dieser Basis können dann neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt werden.

„Digitalisierung baut auf Einfachheit und Vertrauen. Wir wollen über verimi künftig einen praktischen und hochsicheren Generalschlüssel für das Internet bieten. Wir sorgen dafür, dass digitale Identitäten unserer Kunden den EU-Rechtsraum nicht verlassen und die Sicherheit des deutschen Datenschutzes genießen“, erklärt Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom.

Naturgemäß gibt es aber auch kritische Stimmen zum Thema: So erklärt Jason Goode, Regional Director EMEA von Ping Identity: „Je weniger Login-Vorgänge, desto sicherer. Zentral verwaltete Identitäten sind angenehmer für Nutzer und erhöhen auch die Sicherheit, von daher ist diese Initiative nur begrüßenswert. Allerdings setzt das verwendete Single-Sign-On-Prinzip nach wie vor auf die Verifizierung per Username und Passwort. Das birgt das Risiko, dass die Login-Daten gestohlen werden können. Bei so weitreichenden Folgen sollte die Initiative eher auf moderne Authentifizierungsmethoden wie Biometrie und Multi-Faktor-Authentifizierung setzen, um einen höheren Grad an Sicherheit gewährleisten zu können. Die Plattform muss zeigen, dass sie absolut sicher ist, wenn sie mit den internationalen Plattformen konkurrieren möchte.“

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