Preisverleihung auf der it-sa Fuzzware gewinnt Athene Startup Award UP26@it-sa

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Fünf Startups aus Deutschland und der Schweiz standen auf der it-sa in Nürnberg im Finale des Athene Startup Awards UP26@it-sa. Beim Pitch konnte Fuzzware die Jury überzeugen und mit einem Preisgeld von 7.500 Euro nach Hause gehen.

Tobias Scharnowski (Mitte) gewann beim Athene Startup Award UP26@it-sa für Fuzzware 7.500 Euro. Er konnte sich gegen die anderen vier Finalisten durchsetzen: (v.l.n.r.) Guilherme Santos von Blindsight, Dr. Markus Hornsteiner von Complioty, Stefan Köhler von Redcastle und Adam Lundqvist von Squr. (Bild:  Vogel IT-Medien GmbH)
Tobias Scharnowski (Mitte) gewann beim Athene Startup Award UP26@it-sa für Fuzzware 7.500 Euro. Er konnte sich gegen die anderen vier Finalisten durchsetzen: (v.l.n.r.) Guilherme Santos von Blindsight, Dr. Markus Hornsteiner von Complioty, Stefan Köhler von Redcastle und Adam Lundqvist von Squr.
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Mit der großen Ehrung des Gewinners des Athene Startup Awards UP26@it-sa endete gestern der zweite von drei Messetagen der it-sa in Nürnberg. Fünf Startups hatten je drei Minuten Zeit, die siebenköpfige Jury für ihre Idee zu begeistern. Diese hatte im Anschluss ebenfalls drei Minuten Zeit für Fragen. Und die hatten es teilweise in sich. Denn die Expertinnen und Experten klopften nicht nur die technische Tragfähigkeit der Lösungen ab, sondern legten auch Wert auf die Go-To-Market-Strategie, den Vertriebsweg und die Abgrenzung zu den Wettbewerbern sowie das Auftreten während der Pitches.

Den ersten Platz erreichte Fuzzware, gefolgt von Complioty und Redcastle. Blindsight und Squr gingen leider leer aus.

  • 1. Fuzzware, 7.500 Euro Preisgeld gesponsert von der Deutschen Telekom
  • 2. Complioty, 5.000 Euro Preisgeld gesponsert von Messe Nürnberg
  • 3. Redcastle, 2.500 Euro Preisgeld gesponsert von Infinigate

Was macht Fuzzware genau?

Für Fuzzware stand Gründer Tobias Scharnowski auf der Bühne. Das Cybersecurity-Startup im Embedded-Bereich wurde Anfang 2026 gegründet und gewann im Januar desselben Jahres die Weltmeisterschaft im Geräte-Hacking der Pwn2Own Automotive, einen Wettbewerb der Zero Day Initiative in Tokio, bei dem Teams IoT-Geräte angreifen.

Mit seiner Lösung setzt das Unternehmen bei einem zentralen Problem an: Hersteller testen eingebettete Geräte, etwa Ladestationen, mit Fuzzing meist nur mit ein paar tausend bis zehntausend Eingaben, wirksam wären aber hundert Millionen bis eine Milliarde. Fuzzware will dieses Problem durch Rehosting lösen. Die Firmware wird auf leistungsstarke Rechner ausgelagert und dort über einen automatisiert erzeugten „digitalen Fuzzing Twin“ getestet. Dieser ist kein exakter 1:1-Zwilling, sondern bildet normales Verhalten und gezielt Fehlerzustände ab, etwa Race Conditions und Probleme mit State Machines. Die Technologie wurde laut Scharnowski bereits bei Tesla, Infineon sowie in der Automobil- und MedTech-Branche eingesetzt. Da der Cyber Resilience Act ab Dezember des kommenden Jahres genau diese Art von Testing vorschreibt, sieht Fuzzware darin einen klaren Markt.

Auf die Jury-Frage, ob Kunden die Software kaufen oder einen Komplettservice buchen, antwortete Scharnowski, dass das Geschäftsmodell noch in der Entwicklung sei. Zunächst richtet das Team die Lösung selbst beim Hersteller ein, und zwar mit möglichst geringem Zeitaufwand für das Aufsetzen. Danach könne der Kunde sie als Lizenz nutzen und seine Software über die Zeit selbst erneut testen. Wenn der Hersteller bereits viel Security-Expertise hat, kann er das Produkt direkt selbst einsetzen. Bei Google laufe dazu ein Pilotprojekt. Vor dem Aufsetzen steht eine technische Prävalidierung an, die etwa zeigt, ob die Firmware überhaupt bootet.

Auf die Frage nach den Grenzen des Ansatzes und nach False Negatives räumte der Gründer ein, dass es ohne formale Analyse, also mathematisch beweisbare Verfahren, die alle möglichen Abläufe prüfen, keine hundertprozentige Sicherheit gebe und dafür keine Garantie über­nom­men werde. Als Kriterium, wann ein Gerät als ausreichend getestet gilt, nutze das Team eine definierte Testabdeckung plus eine definition of done: Der Test gilt als abgeschlossen, wenn nach etwa zehn Millionen Eingaben keine neuen Firmware-Zustände mehr gefunden werden.

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