Sicherheit und Innovation in Balance Warum generative KI Sicherheit zur Schlüsselaufgabe macht

Ein Gastbeitrag von Umashankar Lakshmipathy 4 min Lesedauer

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Generative KI revolutioniert Unternehmen und öffnet zugleich neue An­griffs­flä­chen. Deepfakes, KI-gestütztes Phishing und Datenrisiken machen deutlich: Nur wer Innovation mit konsequenter Sicherheit verbindet, kann die Chancen der Technologie nutzen, ohne ins Risiko zu geraten.

Generative KI bringt Innovation und Effizienz, stellt Unternehmen aber vor völlig neue Sicherheitsherausforderungen.(Bild: ©  VideoFlow - stock.adobe.com)
Generative KI bringt Innovation und Effizienz, stellt Unternehmen aber vor völlig neue Sicherheitsherausforderungen.
(Bild: © VideoFlow - stock.adobe.com)

Die rasanten Fortschritte in der generativen KI, unterstützt von Large Language Models (LLMs) und fortschrittlichen Systemen, definieren Geschäftsabläufe neu. Diese Technologien verbessern die Zusammenarbeit, fördern Kreativität und treiben signifikante Veränderungen voran, die die Unternehmenslandschaft umgestalten. LLMs übertreffen die Erwartungen der Branche und liefern mittlerweile aussagekräftige Ergebnisse für eine wachsende Zahl wissensbasierter Aufgaben. Ein besonders interessantes Anwendungsszenario kombiniert generative KI mit Robotik und Machine Learning – und versetzt Systeme in die Lage, Aufgaben ohne detaillierte Anweisungen selbstständig zu erkennen und auszuführen. Diese Mischung aus logischem Denken und Anpassungsfähigkeit unterstreicht, wie ausgereift KI bereits ist.

Mit großer technologischer Leistung gehen jedoch auch erhebliche Risiken einher. Während generative KI ein immenses Potenzial hat, Branchen zu verwandeln und Wachstum zu beschleunigen, bringt sie gleichzeitig eine Reihe von Cyber-Security-Herausforderungen mit sich. Böswillige Akteure nutzen allerdings dieselben Fortschritte aus, um Security-Frameworks zu untergraben. Von hyperrealistischen Deepfake-Techniken bis hin zu KI-gesteuerten Phishing-Kampagnen: Diese aufkommenden Bedrohungen verlangen von Unternehmen einen doppelten Ansatz: Sie müssen Innovationen nutzen und gleichzeitig ihre Cyber-Verteidigung verstärken.

Wachsende Bedrohungslandschaft in einer KI-gesteuerten Welt

Generative KI hat das Potenzial, Branchen zu verändern. Gleichzeitig schafft die Technologie aber auch neue Schwachstellen. Damit Unternehmen sicher und wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie die Risiken verstehen und bewältigen. Einige der wichtigsten Herausforderungen für Cyber Security sind:

  • 1. Deepfake-Technologien nehmen zu
    Von KI angetriebene Deepfake-Tools können mittlerweile Gesichter, Stimmen und sogar Verhaltensweisen mit beunruhigendem Realismus nachbilden. Diese Manipulationen untergraben unser Vertrauen in visuelle und auditive Inhalte. Dies macht sie für Fehlinformationskampagnen, Ruf-Schädigungen sowie die Täuschung von Einzelpersonen oder Organisationen äußerst effektiv.
  • 2. KI-generierte Phishing- und Social-Engineering-Angriffe
    Unregulierte Tools wie FraudGPT und WormGPT ermöglichen es Cyber-Kriminellen, äußerst überzeugende Phishing-Inhalte zu generieren, die legitime Kommunikation perfekt imitieren. Durch diese Fortschritte werden Social-Engineering-Taktiken immer ausgefeilter und erfolgreicher – und stellen so ein erhebliches Risiko für Unternehmen dar.
  • 3. Schwachstellen in KI-Modelle
    Böswillige Akteure nehmen zunehmend KI-Modelle ins Visier, manipulieren deren Trainingsdaten oder nutzen algorithmische Schwachstellen aus. Diese Angriffe ermöglichen es Cyber-Kriminellen, falsche Ergebnisse zu erzeugen, Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und das Vertrauen in KI-basierte Systeme zu erschüttern.
  • 4. Risiken von Datenschutzverletzungen
    Generative KI lebt von großen Datensätzen für Training und Betrieb. Ohne strenge Data-Governance-Protokolle können sensible Unternehmens- oder Verbraucherdaten versehentlich in öffentliche Bereiche oder in die falschen Hände gelangen. Dies birgt erhebliche Risiken für den Datenschutz und die Einhaltung von Vorschriften.
  • 5. Traditioneller Sicherheitsbarrieren überwinden
    Generative KI ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass sie legitimes Nutzerverhalten nachahmen und so traditionelle Cyber-Security-Barrieren erfolgreich umgehen kann. Unternehmen benötigen daher Verteidigungsstrategien der nächsten Generation, um diesen immer ausgefeilteren Bedrohungsvektoren entgegenzuwirken.

Widerstandsfähigkeit in der Ära der generativen KI aufbauen

Um die Vorteile generativer KI zu nutzen und gleichzeitig ihre Risiken zu bewältigen, müssen Organisationen eine umfassende, proaktive Sicherheitsmentalität entwickeln. Zu den führenden Strategien gehören:

  • 1. Klare Richtlinien für die KI-Nutzung festlegen
    Der unkontrollierte Einsatz von generativen KI-Tools kann zu Schwachstellen führen. Unternehmen sollten Governance-Frameworks mit klaren Richtlinien zum ethischen und sicheren KI-Einsatz implementieren. Schulungsprogramme für Mitarbeiter können Teams in die Lage versetzen, diese Technologien verantwortungsvoll zu nutzen, Risiken zu reduzieren und gleichzeitig den Nutzen zu maximieren.
  • 2. Kontinuierliche Risikoüberwachung priorisieren
    KI-Technologien entwickeln sich schnell weiter, ebenso wie die damit verbundenen Bedrohungen. Unternehmen müssen anpassungsfähige Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche Risikobewertung, Schwachstellenüberwachung und routinemäßige ethische Audits einrichten. Ein robuster Plan, um auf Vorfälle zu reagieren, ermöglicht Unternehmen, auf neue Herausforderungen zu reagieren.
  • 3. Secure-by-Design-Prinzipien
    Governance-Rahmenwerke zu implementieren, die auf Secure-by-Design- und Zero-Trust-Prinzipien basieren, stärkt die Unternehmenssicherheit. Zero Trust-Architekturen legen Wert auf eine strenge Authentifizierung und rollenbasierte Berechtigungen, um die Risiken zu reduzieren, die von kompromittierten Anmeldedaten oder ungeprüftem Zugriff ausgehen.
  • 4. In fortschrittliche Cyber-Security-Lösungen investieren
    Unternehmen müssen Systeme einsetzen, um Anomalien zu erkennen, die KI nutzen. So sind sie in der Lage, Verhaltensweisen in Echtzeit zu analysieren, potenzielle Bedrohungen zu bewerten und eigenständig zu verteidigen. Regelmäßige KI-spezifische Sicherheitsübungen unterstützen dabei, Reaktionsstrategien zu verfeinern, damit Unternehmen auf reale Szenarien vorbereitet sind.
  • 5. Kollaborative Innovation fördern
    Die Schnittmenge von Cyber Security und generativer KI profitiert von kollektiver Intelligenz. Partnerschaften mit Technologieanbietern und interdisziplinäre Zusammenarbeit bringen neue Perspektiven und innovative Lösungen, um den sich entwickelnden Bedrohungen zu begegnen. Durch die Zusammenarbeit werden auch die Prioritäten bei der Entwicklung sicherer und widerstandsfähigerer Systeme aufeinander abgestimmt.

Pragmatismus und Vorbereitung auf die KI-Zukunft

Generative KI ist keine experimentelle Technologie mehr, sondern verändert die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, sich vernetzen und konkurrieren grundlegend. Unternehmen können sich jedoch nicht allein auf die Technologie verlassen. Ein vorausschauender Ansatz, der die ethische Nutzung, Vorbereitung und Wachsamkeit in den Vordergrund stellt, ist unerlässlich, um die Vorteile dieser Technologie zu nutzen.

Unternehmen, die sich heute mit den Risiken und Chancen der generativen KI aus­ei­n­an­der­set­zen, setzen Maßstäbe für die Innovationswirtschaft von morgen. Unternehmen können eine Zukunft schaffen, die sowohl von Fortschritt als auch von Schutz geprägt ist. Sie müssen dafür robuste Sicherheitsrahmen einführen, ihre Mitarbeiter befähigen und ethische KI-Praktiken fördern. Akzeptanz alleine reicht nicht aus, um in einer KI-gesteuerten Welt erfolgreich zu sein – es erfordert Widerstandsfähigkeit, Weitsicht und zielgerichtete Führung.

Über den Autor: Umashankar Lakshmipathy ist EVP and Head of Cloud, Infrastructure, and Security Services, EMEA bei Infosys.

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