Best of Hacks im Juni 2016

Hacken für Politik und Bitcoins

| Redakteur: Peter Schmitz

Kreditinstitute und das SWIFT-Bezahlsystem im Speziellen wurden im Mai 2016 vermehrt angegriffen.
Kreditinstitute und das SWIFT-Bezahlsystem im Speziellen wurden im Mai 2016 vermehrt angegriffen. (Bild: cocoparisienne - Pixabay.com / CC0)

Im Juni waren viele Cyberangriffe wieder politisch motiviert. Neben Angriffen auf Regierungen und US-und Nato-Stützpunkte werden von IS nahen Hackern Daten von Privatpersonen in Form einer „Kill list“ veröffentlicht. Darüber nehmen Hacker auch Plattformen wie zum Beispiel Twitter, Badoo und iMesh ins Visier.

Die Pro-IS Hacker-Gruppe United Cyber Caliphate veröffentlicht eine "Kill list" mit erbeuteten Daten von mehreren Tausend Privatpersonen. Bei dieser Liste handelt es sich um die umfangreichste, die je veröffentlicht wurde. Die Hacker von The United Cybel Caliphate erbeuten außerdem sensible Informationen zu 77 US-und NATO-Stützpunkten auf der ganzen Welt. Die IS Sympathisanten rufen dazu auf, die Stützpunkte anzugreifen.

Aber auch auf der Gegenseite waren Hacker aktiv. WauchulaGhost, ein Mitglied des Anonymous-Kollektivs, defaced mehrere Konten von Supportern des IS und hinterlässt seinen eigenen Inhalt auf den gehackten Seiten.

ClearSky berichtet von einem Cyber-Angriffs-Kampagne des Gaza Hacker Teams gegen die Regierungen von USA, Israel, Saudi Arabien und Ägypten. Die Security Experten von FireEye berichten außerdem von einer neuen Angriffswelle aus Pakistan gegen offizielle Regierungsangestellte Indiens. Computer von südkoreanischen Firmen und auch von staatlichen Behörden in Südkorea wurden von nordkoreanischen Hackern angegriffen. Dabei platzieren die Angreifer Schadcodes auf den gehackten Rechnern. Insgesamt sind 140.000 Computer von 160 Unternehmen und Behörden betroffen. Mehr dazu in der Bildergalerie „Erfolgreiche Hackerangriffe 2016“.

Aktion OpSilence

CNN News wird von der Hacker-Gruppe Ghost Squad Hackers unter dem Banner OpSilence per DDoS-Attacke angegriffen. In der Folge ist die CNN News-Seite nicht mehr zu erreichen. 2.347 US-Soldaten werden unfreiwillig Teil der Hacking-Kampagne #OpSilence. Ghost Squad erbeutet private Informationen von ihnen und verbreitet diese im Netz. Die Cyber-Spionage-Gruppe Sofacy (APT) startet nach Informationen des Palo Alto Networks eine Cyber-Spionage-Kampagne gegen die Regierung der USA.

Hacks gegen Trump und Co.

Ebenfalls politisch motiviert ist ein Hack im Zuge der Vorwahlen zum US-Präsidenten. Unbekannte Hacker ersetzen Hinweise und Anweisungen von digitalen Straßenverkehrsschildern in den USA durch eigene Nachrichten, welche an die Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Bernie Sanders gerichtet sind.

Ergänzendes zum Thema
 
Erfolgreiche Hackerangriffe der vergangenen Jahre im Überblick

Der Hacker Guccifer 2.0 startet mehrere Attacken gegen die US Democratic Party. Dabei erbeutet der Hacker sensible Dokumente, teils mit Bezug zu der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Die Beute stellt der Hacker ins Netz.

Darknet Shopping

Im Juni wurden außerdem auffällig viele Twitter Accounts gehackt. Zahlreiche von prominenten Personen, aber auch teils von unbekannten Aktivisten, wie DeRay Mckessson. Zu den prominenten Opfern gehören Mark Zuckerberg, der – was die Hacker nicht wussten – verstorbene George Harrison, Keith Richards und Drake. Aber auch Twitterkonten von IS-Supportern werden von Anonymous gehackt und persönliche Details veröffentlicht.Der Hacker, der schon MySpace, LinkedIn und Tumblr gehackt und die erbeuteten Daten verkauft hat, griff diesmal Twitter an und stahl eine Datenbank mit Kontoinformationen. Unter dem Nutzernamen Tessa88 werden die Daten im Dark Web für Bitcoins im Wert von ca. 5.280 Euro angeboten.

Die Benutzerdaten von Kunden diverser anderer Unternehmen scheinen ebenfalls durch Hacks erbeutet und im Darknet zum Verkauf zu stehen. Nutzerdaten von Besuchern der Dating-Seite Badoo werden im Dark Web zum Verkauf angeboten. Das Angebot umfasst Namen, Geburtsdaten, E-Mail-Adressen und Passwörter. Die File Sharing Seite iMesh wurde offenbar von Unbekannten gehackt. Im Dark Web stehen 51 Millionen Nutzeraccounts zum Verkauf. Und auch die Deutsche Telekom benachrichtigt ihre Kunden, dass Kundenpasswörter im Dark Web zum Verkauf stehen. Den Kunden wird daher geraten, ihre Passwörter vorsichtshalber zu ändern.

Das Computerunternehmen Acer gibt bekannt, dass sein Online-Store gehackt wurde. Dabei wurden Kreditkarteninformationen von Kunden erbeutet, die in der Zeit von Mai 2015 bis April 2016 im Online-Store eingekauft haben. Ob diese ebenfalls bereits zum Kauf angeboten werden ist derzeit noch unklar.

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