Arctic Wolf Labs Threat Report Hacker werden immer aggressiver

Von Peter Schmitz 2 min Lesedauer

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Der Druck auf Cyberkriminelle steigt. Das hat zuletzt auch die Zerschlagung der Hackergruppe Lockbit gezeigt. Dass diese Entwicklung jedoch kein Grund zur Entwarnung gibt, zeigen die Ergebnisse des aktuellen Arctic Wolf Labs Threat Reports.

Ransomware-Gruppen fühlen sich mehr und mehr in die Enge getrieben. Da verwundert es nicht, dass sie die Lösegelder in die Höhe treiben.(Bild:  artiemedvedev - stock.adobe.com)
Ransomware-Gruppen fühlen sich mehr und mehr in die Enge getrieben. Da verwundert es nicht, dass sie die Lösegelder in die Höhe treiben.
(Bild: artiemedvedev - stock.adobe.com)

Angesichts der internationalen Strafverfolgungsmaßnahmen und zunehmender Zahlungsverweigerung seitens der Opfer erweitern Hackergruppen die Liste ihrer Ziele und suchen nach Möglichkeiten, die Opfer noch stärker unter Druck zu setzen. So stieg nach dem Arctic Wolf Labs Threat Report die durchschnittliche initiale Lösegeldforderung im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 600.000 US-Dollar. Die öffentliche Verwaltung, der Einzelhandel und Energiesektor sowie das Rechtswesen verzeichneten jeweils sogar durchschnittliche Forderungen von 1 Million US-Dollar oder mehr.

Ransomware-Gruppen fühlen sich mehr und mehr in die Enge getrieben. Da verwundert es nicht, dass sie die Lösegelder in die Höhe treiben, Unternehmen noch aggressiver auf Leak-Seiten bloßstellen und mit neuen Angriffstaktiken experimentieren“, erklärt Dr. Sebastian Schmerl, Regional Vice President Security Services EMEA bei Arctic Wolf. „Potenziell können Unternehmen aller Größen und Industrien ins Visier der Täter geraten. Und mit immer raffinierteren Vorgehensweisen, z. B. KI-generierten Phishing-Mails, wird es schwieriger, Angriffe sofort als solche zu erkennen. Daher steigt die Bedeutung eines konsequenten 24/7 Security-Monitorings inklusive Anomalie-Detection und robusten Incident-Response-Prozessen, um im Angriffsfall schnell reagieren zu können.“

Business E-Mail Compromise: einfach und beliebt

Obwohl Ransomware wöchentlich für Schlagzeilen sorgt, bleibt auch Business E-Mail Compromise (BEC) bei kriminellen Banden beliebt. Entsprechend machten BEC-Vorfälle wie schon im Vorjahr knapp 30 Prozent aller von Arctic Wolf Incident Response untersuchten Vorfälle aus, was unterstreicht, wie sehr sie eine alltägliche Bedrohung für Unternehmen darstellen.

Der Grund für die Beliebtheit bei Angreifern: BEC-Attacken sind effektiv und dabei deutlich einfacher auszuführen als Ransomware-Angriffe. Außerdem führen typischerweise nur die schwersten BEC-Vorfälle – z. B. wenn Konten kompromittiert wurden – zu einer vollständigen Incident Response (IR)-Untersuchung. So ist es 15-mal wahrscheinlicher, dass ein Ransomware-Vorfall zu einer Untersuchung führt als ein BEC-Vorfall, obwohl die Zahl der BEC-Vorfälle die der Ransomware-Vorfälle um den Faktor 10 übersteigt.

Wer nicht patcht, verliert

In 29 Prozent der von Arctic Wolf untersuchten Nicht-BEC-Vorfälle nutzten die Angreifer eine Schwachstelle in einem von außen zugänglichen System aus. Bei fast 60 Prozent dieser Vorfälle war dies eine Schwachstelle, die bereits 2022 oder früher identifiziert wurde, was bedeutet, dass Unternehmen theoretisch Monate bis Jahre Zeit gehabt hätten, das betroffene System zu patchen oder den externen Zugang zu entfernen (oder weiter abzusichern). Nur 11,7 Prozent dieser Nicht-BEC-Vorfälle – oder 3,4 Prozent der Vorfälle insgesamt – wiesen eine Zero-Day-Schwachstelle, also ein bisher noch unbekanntes Sicherheitsrisiko, auf.

„Die IT-Teams sind dünn besetzt, verfügen über begrenztes Security-Wissen und haben wenig Zeit. Weil Patchen erst einmal kein „akutes“ To-Do ist, wird es häufig aufgeschoben“, so Dr. Schmerl. „Outsourcing und die Zusammenarbeit mit einem Security-Partner können Abhilfe schaffen, die eigenen Teams unterstützen und die Sicherheitslage langfristig verbessern.“

Der Arctic Wolf Labs Threat Report wurde auf der Grundlage von Bedrohungs-, Malware-, Digital-Forensik- und Incident-Response-Falldaten erstellt, die Arctic Wolf über das gesamte Security-Operations-Framework sammelt. Er gibt tiefe Einblicke in das globale Ökosystem „Cyberkriminalität“, zeigt weltweite Bedrohungstrends und liefert strategische Cybersecurity-Empfehlungen.

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