Neue Sicherheitsarchitektur für hybride IT-Umgebungen Wie eine Hybrid-Mesh-Architektur Unternehmen resilienter macht

Ein Gastbeitrag von Thomas Boele 3 min Lesedauer

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Klassische Sicherheitsinseln geraten an ihre Grenzen, wenn Ransomware und hybride Angriffe sich unbemerkt im Netzwerk ausbreiten. Eine Hybrid-Mesh-Architektur verknüpft Sichtbarkeit, Segmentierung und zentrale Steuerung zu einem integrierten Schutznetz. Für CISOs wird sie damit zum Schlüssel für operative Resilienz und schnelle Reaktion.

Eine Hybrid-Mesh-Architektur verbindet fragmentierte Sicherheitsinseln zu einem integrierten Schutznetz, das Angriffe erkennt und aktiv eindämmt.(Bild: ©  Melinda Nagy - stock.adobe.com)
Eine Hybrid-Mesh-Architektur verbindet fragmentierte Sicherheitsinseln zu einem integrierten Schutznetz, das Angriffe erkennt und aktiv eindämmt.
(Bild: © Melinda Nagy - stock.adobe.com)

Das Geschäft mit Ransomware‑Angriffen ist mittlerweile ein hochentwickelter und sehr lukrativer Industriezweig des Cybercrime. Angriffe zielen längst nicht mehr nur auf einzelne Systeme ab, sondern nutzen hybride Infrastrukturen, um sich unbemerkt auszubreiten. Klassische, isolierte Sicherheitssysteme reagieren auf diese Dynamik oft zu spät und lassen Angreifern genügend Spielraum für laterale Bewegungen. Eine Hybrid‑Mesh‑Architektur verspricht hier einen Paradigmenwechsel, indem sie zentrale Steuerung, konsistente Richtlinien und dynamische Segmentierung mit offener Integration in bestehende Sicherheits‑Ökosysteme unterstützt. Für CISOs ist dies kein theoretisches Konstrukt, sondern eine dringende Agenda mit klaren Handlungsfeldern, die über die Resilienz ihres Unternehmens entscheiden.

Sichtbarkeit und Segmentierung als strategische Grundlage

Der erste Schritt für jeden Sicherheits­verantwortlichen ist eine schonungslose Bestandsaufnahme der eigenen Sichtbarkeit. Ohne ein exaktes Verständnis, wo sich Cloud‑Workloads, Rechenzentrums‑Ressourcen und Remote‑Zugänge überschneiden, bleiben blinde und nicht ausreichend geschützte Flecken bestehen, in denen Angreifer sich lateral bewegen können. Diese Analyse darf sich nicht auf rein technische Topologien beschränken. Sie muss auch klären, ob die geltenden Richtlinien tatsächlich an Identitäten, Gerätevertrauen und Datenklassifizierungen ausgerichtet sind. Nur mit dieser Tiefe lässt sich eine Sicherheitsarchitektur planen, die nicht fragmentierte Inseln verwaltet, sondern ein geschlossenes, reaktionsfähiges Netz bildet.

Erprobung in sensiblen Bereichen

Eine Hybrid‑Mesh‑Architektur entfaltet ihre Stärke nicht durch eine Big‑Bang‑Einführung, sondern durch eine präzise Erprobung und schrittweise Einführung – dem Business Value respektive der Kritikalität der Anwendungen folgend. Wer in einem besonders kritischen Bereich wie Finanzsystemen, Personalabteilungen oder produktiven Cloud‑Umgebungen beginnt, erkennt sehr schnell, wie sich die eigene Sicherheitslage verändert. Die Einführung einheitlicher Durchsetzungsmechanismen und dynamischer Mikrosegmentierung in einem klar definierten Segment schafft belastbare Erfahrungswerte. Ein Instrument, um strategische Kennzahlen wie die Zeit bis zur Bedrohungserkennung, die Geschwindigkeit der Eindämmung oder die mittlere Wiederherstellungszeit messbar zu verbessern. Ein Unternehmen, das seine Effizienz in diesem Maß überprüft, entwickelt nicht nur Technologie, sondern auch operative Reife.

Integration in Incident‑Response‑Prozesse

Eine Architektur allein verhindert keine Eskalation. Erst wenn Incident‑Response‑Prozesse so erweitert werden, dass automatisierte Segmentierungen, identitätsbasierte Zugriffslimits und Echtzeit‑Updates in den Playbooks verankert sind, entsteht ein reaktionsfähiges Sicherheitsgefüge. SOC‑Teams müssen in der Lage sein, diese Funktionen nicht nur zu bedienen, sondern sie auch mit Zero‑Trust‑ und EDR‑Mechanismen zu verbinden. Hier zeigt sich der eigentliche Wert einer Hybrid‑Mesh‑Architektur: Sie liefert nicht nur Technologie, sondern strukturiert Abläufe so, dass im Ernstfall keine Zeit verloren geht und Angriffe im Keim erstickt werden.

KPI‑gesteuerte Konsolidierung

Wer eine solche Architektur einführt, darf sich nicht mit kosmetischen Verbesserungen zufriedengeben. Entscheidend ist, dass sich die Konsolidierung von Werkzeugen und Prozessen in harten Kennzahlen niederschlägt. Eine sinkende mittlere Reaktionszeit, schnellere Ticket‑Abschlüsse und eine deutliche Reduktion von Fehlalarmen sind nicht nur statistische Erfolge, sondern Ausdruck einer Sicherheitsorganisation, die das eigene Ökosystem im Griff hat. Während Gartners CSMA (Cyber Security Mesh Architecture) Ansatz die Integration unterschiedlicher Security Tools über Managment APIs (Policy, Reporting, Posture) mit diskreten Control Planes der jeweiligen Hersteller propagiert, bieten Lösungen wie die Infinity Hybrid Mesh Architecture von Check Point hier eine konsolidierte Plattform mit zentralem Management, verteilten Durchsetzungs‑Instanzen von Sicherheitsrichtlininen und KI‑gestützter Threat Intelligence. Offene Schnittstellen, etwa zu Illumio, ermöglichen die Isolation lateraler Bewegungen in Echtzeit und verbinden bestehende Sicherheitskomponenten zu einem orchestrierten Ganzen, kurz: eine zentrale Management Plane, einheitliche Control-Planes erweitert um API-Interoperabilität zur Integration anderer Anbieter („Open Garden“).

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Fazit

Hybride Infrastrukturen brauchen eine ebenso hybride, vernetzte Verteidigung. Wer als CISO die Sichtbarkeit über alle Segmente herstellt, gezielt Tests in sensiblen Bereichen durchführt und die Incident‑Response‑Prozesse konsequent weiterentwickelt, legt den Grundstein für echte Resilienz. Eine Hybrid‑Mesh‑Architektur verwandelt fragmentierte Sicherheitsinseln in ein integriertes Schutznetz, das Angriffe nicht nur erkennt, sondern sie aktiv verhindert. Damit wird diese Architektur zum entscheidenden Faktor, um Angreifern immer einen Schritt voraus zu sein.

Über den Autor: Thomas Boele ist Regional Director Sales Engineering CER/DACH bei Check Point Software Technologies.

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