CISO zeichnet sich durch betriebswirtschaftliches Handeln aus

IT-Security goes Asset Management

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Branchen setzen unterschiedliche Prioritäten

Im produzierenden Gewerbe hingegen sind nur zwei von fünf Firmenbossen um die Absicherung der IT aktiv bemüht – obwohl gerade dort mehr als die Hälfte der IT-Verantwortlichen einen geschäftskritischen Schaden durch Angriffe auf die IT-Systeme erwartet. Auf der Aufgabenliste ganz oben rangieren in diesem Jahr die Aspekte sichere E-Mail-Nutzung, Notfallvorsorge, sichere Zugriffsmechanismen von außen, das sichere Websurfen sowie das Thema Nutzer- und Rechte-Management.

Was die Budgets für das laufende Jahr angeht, so rechnen rund 70 Prozent der IT-Entscheider mit einem stabilen Wert gegenüber dem Vorjahr. Ein Viertel glaubt sogar an steigende Mittel und nur fünf Prozent der Befragten rechnet mit weniger Ausgaben. Auffällig ist laut Secunet jedoch insbesondere die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Denn nur knapp die Hälfte der Verantwortlichen beantworten die Frage, ob IT-Sicherheit als Chefsache anzusehen sei, eindeutig positiv.

Wo das Grundproblem in der Denkweise von modernen Unternehmen steckt, beschreibt Mirco Rohr von Kaspersky: „Während wir in der Vergangenheit in erster Linie von Auswirkungen etwa mit Blick auf die Ausfallzeit von Hardware gesprochen haben, geht es heute vielmehr um den Verlust des geistigen Eigentums, Identitätsdiebstähle, Haftungsansprüche und die Rufschädigung.“ Die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für den Unternehmenserfolg verlangten ein Umdenken über alle Abteilungen hinweg.

Im Klartext: Die organisatorische Umsetzung funktioniert nur dann, wenn alle Abteilungen an einem Strang ziehen. Dabei seien neben Unternehmensleitung auch die Bereiche Operations- und Finanz- beziehungsweise das Legal-Department gefordert, bekräftigt Rohr. „Es geht um Kosten und Strukturen, um Zeitersparnis und Zukunftssicherheit – mit einem Wort um das richtige Risikomanagement: bezahlbar und individuell auf die Unternehmensziele ausgerichtet“, so der Experte.

Kein Wunder also, dass IT-Sicherheit gerade in der global vernetzten und interoperablen Geschäftswelt nach wie vor Chefsache bleibt. Sprich: Auch Geschäftsführer und Vorstände sollten in das Kalkül des operationellen Risikos mit einbezogen werden. Denn gerade Geschäftsführer und CIOs haben für den lückenlosen Schutz der Unternehmensdaten Sorge zu tragen.

In einem mangelhaft geschützten Unternehmen setzt der Geschäftsführer immerhin seine persönliche Haftung aufs Spiel, die sich auch auf sein persönliches Vermögen erstrecken kann. „Eine schlechte Security-Leistung kann sich sogar dahingehend auswirken, dass nach Basel II ein schlechteres Unternehmensrating erfolgen kann“, betont Mirco Rohr. Gerade in Zeiten der anhaltenden Krise an den Finanzmärkten und in der Bankenlandschaft dürfte dieses Argument kaum von der Hand zu wischen sein.

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