Cybersicherheitsmonitor 2026 Jeder neunte Webnutzer von Online-Kriminalität betroffen

Von Marvin Djondo-Pacham mit Material der DPA 2 min Lesedauer

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Cyberkriminalität trifft Verbraucher immer häufiger im Alltag. Laut Cybersicherheitsmonitor 2026 wurde jeder neunte Internetnutzer in Deutschland im vergangenen Jahr Opfer einer Straftat im digitalen Raum. Besonders verbreitet sind Betrug beim Online-Einkauf, Fremdzugriffe auf Accounts, Online-Banking-Betrug und Phishing.

Der Cybersicherheitsmonitor 2026 zeigt: Viele Internetnutzerinnen und Internetnutzer unterschätzen ihr persönliches Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden.(Bild: ©  kucherav - stock.adobe.com)
Der Cybersicherheitsmonitor 2026 zeigt: Viele Internetnutzerinnen und Internetnutzer unterschätzen ihr persönliches Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden.
(Bild: © kucherav - stock.adobe.com)

Jeder neunte Internetnutzer in Deutschland ist im vergangenen Jahr Opfer von Cyber­kri­mi­nalität geworden. Das geht aus dem aktuellen Cybersicherheitsmonitor 2026 hervor, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Polizeiliche Kriminal­prä­ven­tion der Länder und des Bundes (ProPK) veröffentlicht haben. Die Studie basiert vor allem auf einer repräsentativen Befragung von 3.060 Personen ab 16 Jahren, die im Januar 2026 bun­des­weit interviewt wurden.

Online-Shopping-Betrug am weitesten verbreitet

Besonders häufig schlagen Kriminelle beim Online-Einkauf zu. Betrug beim Online-Shopping ist mit 22 Prozent das am weitesten verbreitete Delikt unter den Betroffenen. Darauf folgen der unberechtigte Fremdzugriff auf Online-Accounts mit 14 Prozent, Betrug beim Online-Banking mit 13 Prozent sowie Phishing-Angriffe mit zwölf Prozent.

Für die Opfer bleiben die Vorfälle selten folgenlos. Fast neun von zehn Betroffenen, also 88 Prozent, erlitten einen Schaden. Bei einem Drittel handelte es sich um finanzielle Verluste. Weitere Folgen sind Vertrauensverluste in Online-Dienste sowie verlorene Zeit.

Viele unterschätzen das eigene Risiko

Trotz der hohen Betroffenheit verhalten sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher im digitalen Raum weiterhin unzureichend geschützt. Mehr als die Hälfte der Befragten hält das persönliche Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, für gering oder ausgeschlossen.

Auch beim Thema KI-gestützter Online-Betrug zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen Selbsteinschätzung und Verhalten. Knapp die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland hält sich laut Cybersicherheitsmonitor für fähig, KI-generierte Inhalte zu erkennen. Gleichzeitig hat ein Drittel der Befragten noch nie eine der gängigen Prüfmaßnahmen angewendet. Nur 19 Prozent haben die Seriosität einer Quelle recherchiert.

Ergebnisse des Cybersicherheitsmonitors 2026 zu der Frage, welche Maßnahmen Befragte bereits genutzt haben, um zu prüfen, ob ein Bild oder Video mit KI erstellt oder verändert wurde.(Bild:  Bundesamt für Sicherheit in derIinformationstechnik (BSI))
Ergebnisse des Cybersicherheitsmonitors 2026 zu der Frage, welche Maßnahmen Befragte bereits genutzt haben, um zu prüfen, ob ein Bild oder Video mit KI erstellt oder verändert wurde.
(Bild: Bundesamt für Sicherheit in derIinformationstechnik (BSI))

Schutzmaßnahmen oft zu wenig bekannt

Bei der aktiven Prävention gibt es ebenfalls Nachholbedarf. Von 19 vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen sind der Mehrheit lediglich starke Passwörter und Anti­virenprogramme bekannt. Genutzt werden diese Maßnahmen von 46 beziehungsweise 40 Prozent der Befragten.

Als Gründe für die mangelnde Absicherung nennen viele ein trügerisches subjektives Sicherheitsgefühl. Andere empfinden Schutzmaßnahmen als zu kompliziert oder überfordernd.

BSI und Polizei nehmen auch Anbieter in die Pflicht

Kommt es zu einem Angriff, erstatten 32 Prozent der Opfer Anzeige bei der Polizei. 35 Prozent kontaktieren den Betreiber des jeweiligen Dienstes. Stefanie Hinz, Vorsitzende des ProPK, betont, dass Cyberkriminalität durch gefälschte E-Mails oder Betrug beim Einkauf längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner fordert, Cybersicherheit müsse im Alltag einfacher, präsenter und verständlicher werden. Zugleich sieht sie auch Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen in der Verantwortung. Sichere Produkte und Dienste müssten zum Standard werden.

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