Chefetage unterschätzt Risiken CISOs kämpfen allein gegen KI-Social-Engineering

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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KI-gestützte Social-Engineering-Angriffe werden immer gefährlicher und viele CISOs müssen ohne Unterstützung der Geschäftsführung agieren. Fehlende Abstimmung erhöht das Risiko für Unternehmen erheblich.

Widersprüchliche Anforderungen und abteilungsübergreifende Abstimmungen erschweren es den CISOs, KI-Bedrohungen zu bewältigen, während die Chefetagen die Risiken unterschätzen.(Bild:  alphaspirit - stock.adobe.com)
Widersprüchliche Anforderungen und abteilungsübergreifende Abstimmungen erschweren es den CISOs, KI-Bedrohungen zu bewältigen, während die Chefetagen die Risiken unterschätzen.
(Bild: alphaspirit - stock.adobe.com)

Nicht nur Technik, sondern auch Menschen können zu Cyberrisiken führen. Wie eine CISO-Befragung von Metacompliance zeigt, sind sich jedoch drei Viertel der Geschäftsführer dieses Risikos nicht bewusst. 200 CISOs aus Unternehmen aus Frankreich, Deutschland, Schweden und dem Vereinigten Königreich mit mindestens 250 Mitarbeitenden seien befragt worden. Knapp die Hälfte von ihnen habe gegenüber Metacompliance angegeben, dass immer aus­ge­feil­tere KI-gestützte Social-Engineering-Angriffe der Hauptgrund für die Aussage sind. Mehr als zwei Drittel der CISOs würden in ihren Mitarbeitenden das größte Sicherheitsrisiko für ihre Organisationen sehen, nicht zuletzt, weil KI menschliche Schwächen immer geschickter ausnutzt.

So verändert KI die Bedrohungslandschaft

Knapp ein Viertel der CISOs habe die Resilienz gegenüber KI-gestützten Social-Engineering-Angriffen als einen der wichtigsten Schwerpunkte für die nächsten zwölf Monate benannt. Ein erfreuliches Ergebnis, da Künstliche Intelligenz die Bedrohungslandschaft für Unternehmen auf vielfältige Weise verändert. Die daraus entstandenen, größten Sorgen der CISOs seien folgende:

  • Mehr als vier von zehn CISOs bereite es Sorgen, dass KI Social-Engineering-Angriffe schneller und wirksamer macht.
  • 40 Prozent würden befürchten, dass Mitarbeitende sensible Informationen in generative KI-Plattformen eingeben.
  • Weitere 41 Prozent hätten Bedenken, dass böswillige Insider KI für Betrug, Cyberkriminalität oder Datendiebstahl verwenden könnten.

„Am besten werden in Zukunft die Organisationen aufgestellt sein, die Human Cyber Risk als kontinuierliche Managementaufgabe begreifen – und nicht als wiederkehrendes Schulungs­event“, sagt James Mackay, Chief Executive Officer bei Metacompliance. „Mitarbeitende brauchen immer genau dann Unterstützung, wenn sie einem Risiko ausgesetzt sind. Dafür müssen Unternehmen Einblicke in Verhaltensweisen nutzen, zielgerichtet in Echtzeit intervenieren und ihren Mitarbeitenden kontextbezogene Orientierung bieten. So können sie bessere Sicherheitsentscheidungen treffen, obwohl KI-gestützte Angriffe immer schwerer zu erkennen sind.”

Geschäftsführung lässt CISOs hängen

Aus der Befragung geht Metacompliance zufolge außerdem hervor, dass viele CISOs sich nicht selbstverständlich auf die Unterstützung der Geschäftsführung verlassen können. Knapp vier von fünf hätten berichten, dass die Beteiligung an Sicherheitsschulungen mit der Zeit nachlasse. Gleichzeitig hätten 76 Prozent Schwierigkeiten, den teils widersprüchlichen Anforderungen an Human-Risk-Kennzahlen verschiedener Stakeholder gerecht zu werden. Beinahe ein Viertel der Befragten habe darüber hinaus die Abstimmung zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen als eine Aufgabe benannt, der sie sich am wenigsten gewachsen fühlen. Dies verdeutlicht den Studienautoren nach, wie schwer es ist, im gesamten Unternehmen eine gemeinsame Strategie für das Human Risk Management zu verankern.

„KI hat die Risiken durch menschliche Fehler erheblich vergrößert. Angreifer haben offensichtliche Betrugsversuche oder schlecht geschriebene Phishing-Mails schon lange hinter sich gelassen. Sie können heute täuschend echt die Identität von Personen nachahmen, Social-Engineering-Angriffe starten und Kommunikation im großen Maßstab fälschen“, erklärt Mackay. „Diese rasante Entwicklung macht die Unterstützung der Geschäftsführung wichtiger denn je. Human Cyber Risk ist längst keine reine Awareness- oder Schulungsfrage mehr, sondern ein strategisches Risiko für jedes Unternehmen. Unsere Studie zeigt, dass viele CISOs nach wie vor allein dastehen, wenn sie versuchen, Veränderungen voranzutreiben. Ihnen fehlen oft verlässlicher Rückhalt von oben, klare Zuständigkeiten und ein unternehmensweites Grundverständnis der Risiken.“

Wenn das Interesse der Geschäftsführung nach der ersten Initiative nachlasse, würden Or­ga­ni­sa­ti­o­nen gefährdet bleiben. Um Resilienz gegenüber KI-gestützten Bedrohungen aufzubauen, brauche es dauerhafte Unterstützung im Unternehmen, eine bessere Abstimmung der Stake­hol­der und einen verhaltensorientierten Ansatz für das Human Cyber Risk Management.

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