Leadership Compass Remote Access für OT und ICS Warum Secure Remote Access zum Kern industrieller Cybersecurity wird

Ein Gastbeitrag von Warwick Ashford 3 min Lesedauer

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Der Bedarf an sicherem Remote-Zugriff steigt, weil OT- und IT-Umgebungen enger zusammenwachsen und regulatorische Anforderungen zunehmen. Der aktuelle Leadership Compass von KuppingerCole zeigt, wie moderne SRA-Plattformen durch Protokollisolation, kontrollierte Sessions und kontextbasierte Policies zum zentralen Baustein industrieller Cybersecurity und Resilienz werden.

Secure Remote Access ermöglicht kontrollierte, protokollisolierte Verbindungen zu OT- und ICS-Systemen und unterstützt damit sichere industrielle Abläufe und kontinuierliches Monitoring.(Bild: ©  tippapatt - stock.adobe.com)
Secure Remote Access ermöglicht kontrollierte, protokollisolierte Verbindungen zu OT- und ICS-Systemen und unterstützt damit sichere industrielle Abläufe und kontinuierliches Monitoring.
(Bild: © tippapatt - stock.adobe.com)

Secure Remote Access (SRA) hat sich von einer betrieblichen Bequemlichkeit zu einem strategischen Eckpfeiler der industriellen Cybersecurity entwickelt. Während sich Operational Technology (OT) und Information Technology (IT) Netzwerke weiter annähern, stehen Organisationen unter wachsendem Druck, sicheren Echtzeit-Zugriff für Diagnose, Wartung und Support zu ermöglichen – und gleichzeitig strenge regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Die Herausforderung besteht darin, dass traditionelle IT-Tools nie für Legacy-Systeme entwickelt wurden, wo Authentifizierung, Verschlüsselung oder Audit Logging fehlen. Diese Lücke hat eine starke Nachfrage nach spezialisierten SRA-Plattformen geschaffen, die richtlinienbasierte, überwachte Konnektivität in den Bereichen Energie, Fertigung und kritische Infrastrukturen ermöglichen.

Secure Access im Herzen industrieller Abläufe

Der aktuelle KuppingerCole Leadership Compass on Secure Remote Access for OT and ICS zeigt, dass Remote Access zu einer betrieblichen Notwendigkeit geworden ist nicht nur eine Funktion. Industriebetreiber sind heute darauf angewiesen, um Vendor Support, System-Updates und Notfallreaktionen zu ermöglichen. Was industrielles SRA auszeichnet, ist die Fähigkeit, den Zugriff über Protocol Isolation, zeitlich begrenzte Sessions und detailliertes Monitoring jeder Verbindung zu vermitteln. Diese Entwicklung spiegelt die wachsende Erkenntnis wider, dass sichere Konnektivität heute untrennbar mit Betriebssicherheit und Business Continuity verbunden ist.

Leaders kombinieren Kontrolle, Visibility und Resilienz

Palo Alto Networks führt das Gesamtfeld an, gefolgt von Kron Technologies, SSH Communications Security, Fudo Security, Armis und Xona Systems in der Leadership-Kategorie. Diese Anbieter kombinieren starke Policy Enforcement-Mechanismen mit breiter Integrationsfähigkeit, hoher Verfügbarkeit und Echtzeit-Monitoring, das für ausfallsensitive Umgebungen entwickelt wurde. Ihre Plattformen folgen den Prinzipien von Zero Trust und unterstützen gleichzeitig Legacy-Protokolle, die in industriellen Abläufen weiterhin essenziell sind.

Dynamische Policy Enforcement ist der wahre Differenzierungsfaktor

Marktführer heben sich durch kontextabhängige Access Controls, Protocol Mediation und nahtlose Integration mit Identity Providern, Credential Vaults und Monitoring-Systemen ab. Sie investieren zudem stark in Behavioral Analytics und Anomaly Detection, um verdächtige Aktivitäten in laufenden Sessions zu identifizieren. Andere Mitstreiter hinken häufig bei Automatisierung und dynamischer Policy Enforcement hinterher und stützen sich auf statische Access-Modelle oder eingeschränkte Interoperabilität – was zu Blind Spots bei Compliance und Incident Visibility führen kann.

AI und Zero Trust definieren den Weg nach vorn

In den kommenden 12 bis 18 Monaten wird sich SRA für OT und ICS weiter in Richtung AI-getriebener Behavioral Analytics, Zero-Trust-Enforcement und engerer Integration mit Privileged Access Management entwickeln. Da industrielle Systeme zunehmend vernetzt werden und datengetrieben sind, wird SRA als verbindende Ebene dienen, die Access Control, Monitoring und operative Kontinuität vereint. Die Anbieter bereiten sich außerdem auf langfristige Resilienz vor – durch Post-Quantum Encryption und Machine-to-Machine-Access Governance während die Automatisierung zunimmt.

Effektives SRA definiert industrielle Resilienz

CISOs und Security-Verantwortliche im operativen Bereich sollten SRA als Control Plane für alle Remote-Verbindungen betrachten – nicht als Add-on zu bestehenden Virtual Private Network (VPN)- oder Identity and Access Management (IAM)-Systemen. Bei der Auswahl einer Lösung sollten Unterstützung für Legacy-Protokolle, granulare Access Control und dynamische Policy Enforcement, die sich in Echtzeit an Kontext und Risiko anpasst, oberste Priorität haben. Die effektivsten SRA-Plattformen kombinieren sichere Remote Operations mit Sichtbarkeit, Prüfbarkeit und Resilienz über jeden industriellen Standort hinweg.

Über den Autor: Warwick Ashford ist Senior Analyst bei KuppingerCole Analysts und befasst sich mit Themen rund um Cybersicherheit und Identität, darunter auch neue Technologien und Trends. Seit 2003 schreibt er als Journalist und Redakteur IT-Nachrichten und Analysen und hat sich seit 2012 auf Cybersicherheit und Datenschutz spezialisiert.

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